32-jähriger Pakistaner von Landsleuten ermordet – VIDEO

Erschütternd: Erstochen, weil er ausgebeutete Landarbeiter verteidigte

Dienstag, 09. Juni 2020 | 08:00 Uhr

Caltanissetta – In der sizilianischen Kleinstadt Caltanissetta geschah ein grausamer Mord, der auf gewisse, in der italienischen Landwirtschaft herrschende Arbeitsverhältnisse einen dunklen Schatten wirft. Adnan Siddique – ein 32-jähriger, ursprünglich aus Pakistan stammender Mann – wurde von fünf Landsleuten ermordet. Adnan Siddique hatte einen Landsmann, der Opfer eines „Caporalato-Netzwerks“ geworden war – mit dem Begriff „Caporalato“ wird die im Süden grassierende Sklavenarbeit in der Landwirtschaft bezeichnet – dazu überredet, seine Peiniger anzuzeigen. Die „Caporali“ übten grausame Rache. Nachdem sie ihn mehrmals bedroht und verprügelt hatten, suchten sie Adnan Siddique in seiner Wohnung auf und stachen mehrmals auf ihn ein.

Der ursprünglich aus Lahore in Pakistan stammende Adnan Siddique war vor fünf Jahren nach Italien gekommen und hatte in Caltanissetta sofort eine Arbeit als Wartungstechniker von Textilmaschinen gefunden. Der 32-Jährige, der bei seinem Chef und seinen Kollegen als fleißiger und zuverlässiger Arbeiter galt, war sehr gut integriert und führte in der sizilianischen Kleinstadt ein normales und unscheinbares Leben.

Omicidio a San Cataldo, l'ombra del racket del caporalato sul delitto di Adnan

Pubblicato da lasicilia.it su Domenica 7 giugno 2020

Allerdings bedrückte ihn das Schicksal vieler seiner Landsleute, die in landwirtschaftlichen Betrieben der Umgebung für einen geringen Lohn nicht nur hart arbeiten, sondern davon auch noch die Hälfte einer Bande von „Caporali“, bei denen es sich ebenfalls um Pakistaner handelte, abgeben mussten. Laut ersten Erkenntnissen der Ermittler hörte Adnan Siddique den Leidensgeschichten seiner ausgebeuteten Landsleute, die Opfer der in Süditalien weitverbreiteten Sklavenarbeit in der Landwirtschaft geworden waren, zu und bot ihnen an, sie zur Polizei zu begleiten. Es gelang ihm, einen von ihnen dazu zu überreden, mit ihm zur Polizei zu gehen und seine Peiniger anzuzeigen.

ANSA/Carabinieri Tutela Lavoro

Damit geriet er aber selbst ins Visier der gewalttätigen „Caporali“. Nachdem sie ihn mehrmals bedroht und einmal sogar krankenhausreif verprügelt hatten, drangen am Abend des 3. Juni vier Männer in seine Wohnung ein. Die „Caporali“ ließen Adnan Siddique keine Chance. Sie griffen den 32-Jährigen, der verzweifelt um Hilfe schrie, mit einem großen Messer an und stachen insgesamt fünfmal zu. Die Nachbarn, die von den lauten Schreien aufgeschreckt worden waren, verständigten sofort die Rettungskräfte und die Carabinieri. Für Adnan Siddique kam aber jede Hilfe zu spät. Kurz nach dem Angriff erlag er seinen schweren Stichverletzungen.

Die Nachbarn konnten den Carabinieri auch erste Hinweise zu den Tätern liefern. Nur wenige Stunden nach dem Mord gelang es den Carabinieribeamten zwei der vier Angreifer, die sich in einer nahen Wohnung versteckt hielten und noch ihre blutverschmierten Kleider trugen, festzunehmen. Die zwei anderen Täter, deren Antlitze eine Überwachungskamera aufgezeichnet hatte, wurden tags darauf in Canicattì bei Agrigent verhaftet. Die vier pakistanischen Staatsbürger sowie ein fünfter Mann, der der Beihilfe beschuldigt wird, sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Sie werden sich vor Gericht wegen Ausbeutung und wegen Mordes verantworten müssen.

Leggo con grande tristezza della morte di Adnan Siddique, un cittadino pakistano che aveva denunciato i caporali che…

Pubblicato da Teresa Bellanova su Lunedì 8 giugno 2020

Das traurige Schicksal von Adnan Siddique, der sterben musste, weil er sich gegen Ausbeutung und Sklavenarbeit in der Landwirtschaft gestellt hatte, löste weit über Caltanissetta hinaus tiefe Abscheu und Betroffenheit aus.

„Wir vertrauen auf die Arbeit der Ermittlungsbehörden und der Ordnungskräfte und sind zuversichtlich, dass man zur Wahrheit gelangen und gleichzeitig zur Ausmerzung des Phänomens der Ausbeutung in der Landwirtschaft beitragen werde“, so die Gewerkschaftssekretäre der Flai Cgil von Sizilien und Caltanissetta, Tonino Russo und Giuseppe Randazzo, in einer gemeinsamen Stellungnahme. Diesen Worten ist nichts hinzuzufügen.

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Pubblicato da Buona Memoria su Lunedì 8 giugno 2020

Von: ka

Kommentare
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andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 30 Tage

Wo sind all die medien die von der sklavenarbeit berichten sollten, wo der staat der das alles ignoriert, wo die exekutive, ich höre keinen der 300senatoren der sich empört, ich sehe nur einen stillschweigenden jämmerlichen haufen der sich wie ein blutegel an steuergeldern anzapft und sich am hartvetdienten steuern ergözt., gelämt weil man keine werte kennt, keine lebensphilosophie😴 aber ich gönne ihnen diesen jämmerlichen zustand kein geld der welt kann leben lebenswert machen und das ist der große vorteil des kleinen mannes

meinungs.freiheit
1 Monat 30 Tage

ja leider ist es so, in Süditalien zählen solche Dinge schon lange zur Normalität, es wird auch mit einer unfähigen Regierung in Rom so bleiben und Steuergelder aus Brüssel werden immer wieder versiegen.

Lana77
Lana77
Superredner
1 Monat 30 Tage

Sou konns gian wenn men sich af Sizilien mit der Mafia unleg.

piazdal
piazdal
Neuling
1 Monat 30 Tage

Kleinstadt: Caltanissetta hat 61000 Einwohner.
Ist auch Provinzhauptstadt.

    https://tinyurl.com/yb6czx2f

enkedu
enkedu
Kinig
1 Monat 29 Tage

Also Caltanisone 😂😂

ex-Moechteg.Lhptm.
ex-Moechteg.Lhptm.
Superredner
1 Monat 29 Tage

schaugmer ob iatz wieder olle affn Walterplotz innirennen oder laj bei die Amerikanate aus dem Internetz

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