Wurde Alessia Sbal absichtlich überfahren? – VIDEO

„Es war Mord, kein Unfall“

Donnerstag, 15. Dezember 2022 | 07:54 Uhr

Rom – Die Autobahn, die die Ewige Stadt umringt – der Gran Raccordo Anulare – ist am vergangenen 4. Dezember zum Schauplatz eines tödlichen Verkehrsunfalls geworden.

Zunächst wurde angenommen, dass ein Lkw-Lenker, der 47-jährige Flavio Focassati, eine neben ihrem auf dem Pannenstreifen geparkten Fiat Panda stehende Frau, die 42-jährige Alessia Sbal, übersehen und daher überfahren hat. Zwei Telefonate mit der Notrufzentrale und eine Zeugenaussage weisen aber in die Richtung, dass es nach einem kleinen Auffahrunfall zwischen dem Opfer und dem Lkw-Fahrer zu einem Streit gekommen ist, in dessen Folge Alessia Sbal, die versucht hat, den Lkw an der Weiterfahrt zu hindern, vom 47-Jährigen einfach überfahren worden ist.

Flavio Focassati wurde wenig später von der Polizei wegen Totschlags im Straßenverkehr und Fahrerflucht festgenommen. Im Verhör gab er an, dass er die Frau nicht bemerkt habe. Die Frage, ob es ein tragischer Verkehrsunfall oder ob es Mord war, beschäftigt nun die Ermittler der Polizei.

ANSA/FACEBOOK ALESSIA SBAL

Beim tödlichen Verkehrsunfall, bei dem die 42-jährige Kosmetikerin Alessia Sbal ihr Leben verlor, kommt es womöglich zu einer dramatischen Wende. Neben einer Zeugenaussage könnte die Auswertung des Inhalts dreier Telefongespräche, die die 42-Jährige mit der Notrufzentrale führte, bald dafür sorgen, dass gegen einen Lkw-Fahrer, der bisher „nur“ des Totschlags im Straßenverkehr in Tateinheit mit Fahrerflucht beschuldigt wird, Anklage wegen vorsätzlichen Mordes erhoben wird.

Nach dem am frühen Abend des 4. Dezember geschehenen Unfall berichtete ein Zeuge, der Kameramann Paolo Piccini, Zeuge eines Auffahrunfalls zwischen einem Lastwagen und einem Panda gewesen zu sein. Er sagte auch aus, dass der Panda nach dem Aufprall den Lkw überholt und ihn dazu gezwungen habe, auf dem Notspurstreifen der Autobahn anzuhalten.

„Der Panda befand sich auf der mittleren, der Lkw auf der Innenspur. Ich erinnere mich, dass sie fast nebeneinander fuhren. Irgendwann kam der Lkw nach links, geriet auf die mittlere Fahrspur und stieß mit der rechten Seite des Panda zusammen. Vom Panda flogen Teile des Kotflügels und des Rücklichts weg, glaube ich. Ich war neben dem Panda und sah, dass die Fahrerin nach dem Zusammenstoß sehr wütend war. Sie beschleunigte plötzlich, überholte den Lastwagen und bremste, um ihn zum Stehen zu bringen. Ich hielt dieses Manöver für riskant. Ich und andere Autolenker verlangsamten hingegen unsere Fahrt und ich sah, wie der Panda und der Lastwagen auf der Notspur stehen blieben“, so Paolo Piccini.

Laut einer Rekonstruktion der römischen Ausgabe von La Repubblica soll Alessia aus dem Panda gestiegen sein und sich mit dem Lkw-Fahrer gestritten haben. Gesichert ist, dass die 42-Jährige kurz vor 20.45 Uhr die Notfallzentrale verständigte. „Ich habe einen Unfall mit einem Lkw gehabt, kommt bitte hierher“, so der Inhalt des ersten Anrufs. Im Hintergrund ist die Stimme eines hörbar verärgerten Mannes zu hören. „Ich habe damit nichts zu tun, das bin nicht ich gewesen“, behauptete die männliche Stimme. Der Anruf begann um 20.39 Uhr und dauerte 23 Sekunden. Das nächste Telefongespräch war hingegen ein Rückruf der Notrufzentrale, der fast eine Minute dauerte. Dem Vernehmen nach soll der Lkw-Fahrer zurück in die Kabine seines Fahrzeugs gestiegen sein und die Frau auf der Straße zurückgelassen haben. „Wo gehst du hin, wo gehst du hin? Halte an, halte an, fahre nicht auf mich zu!“, so die letzten Worte von Alessia Sbal. Dann war die Leitung tot. Weitere Anrufe blieben unbeantwortet.

Es folgte ein Anruf eines anderen Autofahrers: „Ich bin hier auf dem Gran Raccordo Anulare. Ein Lkw-Fahrer hat eine Frau überfahren“, so der Anrufer. Für Alessia Sbal kam jede Hilfe zu spät.

Der mutmaßliche Lenker des Lkw, Flavio Focassati, wurde wenig später von der Polizei wegen Totschlags im Straßenverkehr und Fahrerflucht festgenommen. Im Verhör gab er an, dass er die Frau nicht bemerkt hätte. Der 47-Jährige sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Am Mittwoch wurde Alessia Sbal beigesetzt. Ihre Angehörigen glauben, dass es kein tragischer Unfall, sondern ein vorsätzlicher Mord war. „Es war ein Mord, kein Unfall“, meint ihre Familie. Die Frage, ob es ein tragischer Verkehrsunfall oder ob es Mord war, beschäftigt nun die Ermittler der Polizei.

Von: ka

Kommentare

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3 Kommentare auf "„Es war Mord, kein Unfall“"


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ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 21 Tage

Wahnsinn… lei mehr traurig, einige scholtn komplett oh in Stroßnverkehr!

Pasta Madre
Pasta Madre
Tratscher
1 Monat 20 Tage

Was ist los auf dieser Welt???
Seit Corona sind alle am Durchdrehen.

Keiner hat mehr Zeit, keiner nimmt sich mehr Zeit.

Menschen sind Wertlos geworden😢

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
1 Monat 16 Tage

Wahnsinn!!!!

R.I.P. junge Frau!

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