Wenn der Feierlärm verstummt

Freiwillige beseitigen Silvester-Chaos in Italiens Städten

Samstag, 03. Januar 2026 | 08:09 Uhr

Von: idr

Rom – Nach den festlichen Tagen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel zeigt sich in vielen italienischen Städten jedes Jahr dasselbe Bild: Plätze, Straßen und Parks sind übersät mit Müll, Feuerwerksresten und zurückgelassenen Verpackungen. Doch zu Beginn dieses Jahres ist neben der Verschmutzung auch ein anderes Phänomen deutlich sichtbar: Immer mehr Bürger wollen den Zustand ihrer Städte nicht länger hinnehmen.

In den meisten Fällen wird diese Form des Alltagsvandalismus aufgrund der ausgelassenen Stimmung stillschweigend hingenommen – mit spürbaren Folgen für Umwelt und Lebensqualität. Doch bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres sind Freiwillige der Organisation Retake landesweit im Einsatz, um öffentliche Räume zu säubern und wieder nutzbar zu machen. Straßen, Plätze und Gemeinschaftsflächen, die nach den Feiertagen verlassen und verwahrlost wirken, werden Schritt für Schritt zurückerobert.

Besonders problematisch sind die Überreste von Feuerwerkskörpern. Sie stellen nicht nur eine Belastung für die Umwelt dar, sondern bergen auch ein Sicherheitsrisiko. Immer wieder bleiben nicht explodierte Knallkörper zurück. In diesen Fällen appellieren die Helfer ausdrücklich daran, nicht selbst einzugreifen, sondern die zuständigen Behörden zu informieren.

Ein stiller Dienst für das Gemeinwohl

Der Einsatz der Freiwilligen erfordert gerade an Feiertagen ein hohes Maß an Engagement. Gleichzeitig sind die Ergebnisse schnell sichtbar: Saubere Plätze, begehbare Gehwege und ein Gefühl von Ordnung, das vielen Menschen nach den Tagen des Feierns besonders wichtig ist. Die Aktionen zu Jahresbeginn verstehen sich auch als Einladung an alle, die sich aktiv für ihre Stadt einsetzen möchten. Über die Retake-App, die kostenlos verfügbar ist, lassen sich lokale Einsätze finden und unkompliziert unterstützen.

Retake-Präsident Fabrizio Milone macht deutlich, dass das Problem nicht von einer breiten Mehrheit ausgeht. „Selbst in diesem Jahr sprechen wir immer von ein paar unzivilisierten Menschen, wenn man die gesamte Bevölkerung berücksichtigt. Aber leider ist der Schaden, den sie anrichten, keineswegs marginal“, sagt Milone. Die Abfälle und Rückstände, vor allem jene aus Feuerwerken, hätten direkte Auswirkungen auf die städtische Umwelt und träfen die gesamte Gemeinschaft.

Gleichzeitig zeige die starke Beteiligung der Freiwilligen, so Milone weiter, dass eine aktive und verantwortungsbewusste Bürgerschaft wachse, die bereit sei, unmittelbar Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen. Die Arbeit der Freiwilligen ist jedoch keinesfalls als Einladung zum Böllern zu verstehen, da irgendjemand schon für sie sauber macht, sondern vielmehr eine Erinnerung daran, dass jede Handlung Konsequenzen hat. Es sind daher jeder herzlich eingeladen, sich zu engagieren – mindestens mal jene, die fleißig mitgeknallt haben.

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