Massive Protestwelle in ganz Italien, Zusammenstöße mit der Polizei – VIDEO

Für Öffnungen und finanzielle Hilfen: “Wir wollen arbeiten”

Mittwoch, 07. April 2021 | 08:02 Uhr

Rom/Mailand/Neapel – Am Dienstag gingen in ganz Italien die Wanderhändler, die aufgrund der Corona-Einschränkungen in den „roten Zonen“ keine Märkte abhalten dürfen, auf die Straße.

Die Händler, die Autobahnen blockierten und in den Innenstädten große Protestkundgebungen abhielten, forderten die Regierung dazu auf, die Covid-19-Einschränkungen zurückzunehmen und dem notleidenden Handelssektor finanziell unter die Arme zu greifen. Als ein Teil der Demonstranten den Platz vor dem Parlament in Rom stürmen wollte, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Aufgrund des in den „roten Regionen“ geltenden Verbots, Märkte abzuhalten, sind viele Wanderhändler, die Waren feilbieten, die nicht zum Lebensmittelsektor gehören, schier verzweifelt. Um ihren Forderungen nach einer Öffnung der Märkte und nach finanzieller Unterstützung Nachdruck zu verleihen, gingen am Dienstag in ganz Italien die Wanderhändler auf die Straße. Ihnen schlossen sich auch viele Inhaber und Angestellte der Gastronomiebetriebe, die ebenfalls seit Monaten ohne Arbeit sind, an.

Facebook/IoApro

Die größten Demonstrationen fanden in Rom, Mailand und in Neapel statt. Die gemeinsame Protestkundgebung der Händler und Gastronomen in Rom mündete in Gewalt. Kurz nach der Kundgebung von Vittorio Sgarbi – der bekannte Maßnahmen-Gegner hatte in seiner Rede unter anderem von einem „kriminellen Staat“ und „einer Regierung, die die Krankheit nährt“, weil „die Schließungen nicht die Anzahl der Toten gesenkt haben“, gesprochen – riefen Teile der Organisatoren dazu auf, die Absperrungen zu überwinden.

Als die Demonstranten, unter denen sich auch Impfgegner, Corona-Leugner und Neofaschisten von CasaPound gemischt hatten, den abgesperrten Platz vor dem römischen Parlament stürmen wollten, griff die Polizei ein. Die Protestierer, die die Beamten mit Flaschen und Feuerwerkskörpern bewarfen, wurden von den Polizisten gewaltsam daran gehindert, zum Parlament vorzudringen. Letzten Meldungen zufolge erlitten dabei zwei Polizisten sowie mehrere Demonstranten Verletzungen. Eine Frau, die in Ohnmacht gefallen war, musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Mehrere gewaltbereite Protestierer wurden festgenommen.

Die übergroße Mehrheit der Demonstranten, die zusammen mit ihren Familien nach Rom gekommen waren, um friedlich für ihre Anliegen zu protestieren, lehnte es aber ab, an der versuchten Stürmung des Platzes teilzunehmen. Am späten Nachmittag wurde eine Delegation der Protestierer vom Parlamentsabgeordneten Emanuele Fiano empfangen.

MAURIZIO BRAMBATTI/ANSA

Auch im Zentrum von Mailand versammelte sich eine große Anzahl von Wanderhändlern und Lokalinhabern, um gegen die „rote Zone“ und die Schließung ihrer Betriebe und ihrer Handelstätigkeit zu protestieren. Sollten nicht bald Lockerungen oder zumindest finanzielle Hilfen eintreffen, drohten die Wanderhändler damit, die Umfahrungen der lombardischen Metropole zu blockieren.

In Neapel machten Hunderte von Wanderhändlern, zu denen sich die Inhaber von Restaurants, Bars und Fitnesscentern gesellt hatten, diese Drohung war. Mit Dutzenden von Lkw und Lieferfahrzeugen blockierten sie bei Caserta mehrere Stunden lang die Autobahn A1 Mailand-Neapel. „Für die Regierung sind wir unsichtbar“ und „Wir fordern nur zu arbeiten“ oder „Der Staat hat uns verlassen“ war auf den ausgehängten Spruchbändern zu lesen. Die Polizei versuchte vergeblich, die Lenker der Lkw zur Weiterfahrt zu bewegen.

Die verschiedenen Organisatoren der Kundgebungen zeigten sich über die Teilnahme an den Protesten sehr zufrieden. Sie kündigten im Falle eines Schweigens der Regierung für die nächsten Tage neue Demonstrationen an. „Nie wieder geschlossene Märkte“, so ein viel gehörter Slogan.

Beobachtern zufolge zeige die große Teilnahme an den Demonstrationen, die fast immer friedlich verliefen, dass nach Monaten geschlossener Betriebe und ausbleibender Hilfen vielen Händlern und Lokalinhabern das Wasser bis zum Hals steht. Will die Regierung den Rückhalt in der Bevölkerung nicht verlieren – so diesen Stimmen – müssen in den nächsten Wochen spürbare Verbesserungen der Lage eintreten.

Von: ka

Kommentare

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26 Kommentare auf "Für Öffnungen und finanzielle Hilfen: “Wir wollen arbeiten”"


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halihalo
halihalo
Superredner
16 Tage 6 h

das war ja wohl zu erwarten mit dieser Nullrisikopolitik und es wird wohl noch schlimmer kommen… das sind jetzt nicht mehr alles Verschwörer und Verweigerer , viele drohen zu verarmen wenn es so weitergeht

Doolin
Doolin
Superredner
16 Tage 4 h

…der mit die Büffelhörner im Foto isch an ausgwanderter Ami…

halihalo
halihalo
Superredner
16 Tage 3 h

@Doolin
das könnte sein😆aber Extremisten oder Leute die auffallen wollen gibt es überall , ich denke die meisten protestierten aber gegen die Maßnahmen und weil sie einfach wieder arbeiten und Geld verdienen wollen

Jiminy
Jiminy
Kinig
16 Tage 2 h

@halihalo
ja genau! Leider mischen sich dann immer gewalttätige Extremisten dazu und diese Proteste entarten! Ich denke wenn es diese Idioten nicht gäbe, würden noch mehr Menschen protestieren, denn die Verzweiflung ist gross!

halihalo
halihalo
Superredner
15 Tage 23 h

@Jiminy
ja eben , viele die friedlich demonstrieren , möchten sicherlich nicht mit diesen Extremisten in Verbindung gebracht werden

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
15 Tage 21 h

Der Typ mit den Hörnern ist wieder da! Hat Q ihn geschickt? Wer weiss

Smirre15
Smirre15
Tratscher
16 Tage 4 h

Es ist eh verwunderlich das viele so lange ausgehalten haben. Jetzt wäre die Politik mit vernünftigen Lösungen gefragt. Wir werden mit dem Virus leben müssen und es braucht dafür Programme. Es hilft nix nur noch aussitzen und hoffen das alles von selbst weg geht.

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 3 h

Smirre15 von Selbst nicht aber mit den Vorsichtsmaasnahmen Die zu keinem Zeitpunkt eingehalten wurden.

Smirre15
Smirre15
Tratscher
16 Tage 2 h
@Sag mal oh kritiker gibts überall. Hab Teile im ital. TV verfolgt. War sogar erstaunt wie viele sich an die Regeln wie Maske usw gehalten haben und die anderen sind die üblichen “Mistmacher” die bei jeder Demo anwesend sind. Interessant ist aber wie sich die Medien meist die Fotos rauspicken wo man nur das schlechte sieht. Viele dieser Menschen sitzen bereits mit dem Rücken zur Wand und auch wenn ich weiss dass eine Demo nicht immer richtig gemacht wird finde ich es gut wenn sie etwas tun. Sie haben ja nicht gegen Corona protestiert sondern wirklich auf ihre miserable Lage… Weiterlesen »
Smirre15
Smirre15
Tratscher
16 Tage 2 h

@sag mal
und noch ne Kleinigkeit, wenn man glaubt dass das Virus mit den Vorsichtsmaßnahmen verschwindet kann man auch glauben die Erde sei eine Scheibe. Damit halten wir es momentan in Griff und verhindern die Überbelastung des Sanitätssystems aber das Virus rotten wir damit sicher nicht aus.

falschauer
16 Tage 1 h

richtig von selbst vergeht gar nichts und schon gar nicht eine pandemie, mit der werden wir uns noch jahre auseinandersetzen müssen, also ist es definitiv nun höchst an der zeit eine strategie zu entwickeln, alle willigen schnellstens durchimpfen, die verweigerer müssen pcr test nicht älter als stunden vorweisen, die geltenden regeln (maske, abstand und hygiene) einhalten und wir können durchstarten, denn es ist höchste zeit!

Krabbe
Krabbe
Tratscher
16 Tage 2 Min

@Sag mal
Wir kannst du es wagen so etwas behaupten???
Ausreißer gab es mit Sicherheit, aber zum übergroßen Teil sind die Leute unter Aufbringung großer Opfer daheim geblieben. Angesichts der vielen psychisch und ökonomisch schwer Geschädigten solltest du dich schämen, du finstrer Gesell!

Jiminy
Jiminy
Kinig
15 Tage 23 h

@falschauer
wenn alle willige sich impfen lassen, dann wird die Herdenimmunität leicht erreicht und sogar überschritten. Also wenn diese Impfungen wirklich helfen wie sie sagen, dann sehe ich nicht wieso uns die Pandemie noch für langere Zeit bleiben soll. Der Virus wird uns sicher bleiben, aber früher oder später werden wir alle “immun” sein und höchsten ein bisschen Schnupfen davon haben.

elvira
elvira
Universalgelehrter
16 Tage 5 h

richtig sou…und südtirol ziacht wenn noch?

griastenk
griastenk
Grünschnabel
16 Tage 5 h

No geats ins zu guat!

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 3 h

@griastenk Wohlstand ungebrochen bei den Meisten.

Cristian
Cristian
Neuling
16 Tage 5 h

Die Sache gerät aus dem Ruder bin selbst Gastronom hier in Südtirol wir aber schimpfen und kritisieren alle und alles aber wenn es heißt zusammenhalten hat niemand die Eier.

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
16 Tage 2 h

hel isches problem: dir meisten maulen hinten ummer ober die eier wos zu tian oder sogen hoben sie nit…

falschauer
16 Tage 1 h

dein wort in gottes hand, hut ab vor deiner einstellung, es geht nur um das, aber was soll man in einer welt voller egoisten, jeder schaut nur auf sich und der nächste interessiert ihm nicht, das hat man auch hier zigfach gelesen und das ist unser großes dilemma….man ist dem nachbarn neidisch weil er arbeiten kann, auf so was muss man einmal kommen, unglaublich!

Schunsell
Schunsell
Grünschnabel
16 Tage 6 h

Das ist erst der Anfang. 

NaSellSchunSell
16 Tage 7 h

Wie ich gesagt habe: es wird mehr und ruppiger…

Paladin
Paladin
Grünschnabel
16 Tage 55 Min

Das ist noch viel zu wenig. Die Politik hat keine Antworten mehr, ausser: Zusperren! Druchhalten! Solidarität zeigen! Gerade bei der Solidarität kommt von der Politik aber gar nichts, im Gegenteil. Da werden Diäten erhöht, während das halbe Land auf den Knien geht.
Da darf sich die Politik auch nicht wundern, dass die Menschen reagieren. Es braucht Lösungen mit dem Virus zu leben und das schon seit Langem. Schnelltests im Restaurant, Aussengastronomie darf öffnen, etc. Da muss es Perspektiven und Lösungen geben. Das ewige Verlängern vom Lockdown kann es nicht sein. Wenn die Schulen aufsperren, dann bitte auch Restaurants, Bars, etc.

Jiminy
Jiminy
Kinig
16 Tage 2 h

haben sie den Vikinger von Trump ausgeliehen? 🤣😂 Spass bei Seite, ich staune eh, dass diese Proteste nicht schon viel früher stattgefunden haben! Die meisten hier im Forum meinen ja, man könne von Luft und Liebe leben… leider ist es nicht so, die Regierung schläft, und es ist zu verstehen, dass sich viele aufregen!

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Superredner
15 Tage 21 h

Endlich bewegt sich etwas gegen diesen Irrsinn.

Gepetto76
Gepetto76
Grünschnabel
15 Tage 19 h

Nicht nur in Italien…auch in Deutschland….obo über sel wern insra Medien nicht berichten dürfen…

berthu
berthu
Universalgelehrter
14 Tage 7 h

Viele Regierungen haben in dieser Zeit soo viele, erst erkämpfte Menschenrechte beschnitten und ausgesetzt. Mit der Ausrede ‘Pandemie’. Das generiert natürlich Unruhe und Gegenwehr. Andererseits hat man damit zuvielen Menschen Ihr Einkommen gestohlen, was sich dann auch auf Renten, Sozialabsicherung für lange Zeit auswirkt. Um Das Leid der Armen, Flüchtlinge im eigenen Land, Hunger und Ausbeutung haben sich die meisten Regierungen bis jetzt nicht ‘gekümmert’, eher diese verursacht. Warum gerade jetzt diese “Fürsorge” Arbeitsverbot?

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