Von: apa
Die drei betagten Nonnen des Klosters Goldenstein in Elsbethen bei Salzburg, die am Mittwochvormittag an der Generalaudienz des Papstes im Vatikan teilgenommen haben, sind mit ihrer Rom-Reise sehr zufrieden. “Die Eindrücke sind einfach überwältigend, es war sehr bewegend, an der Generalaudienz mit dem Papst teilnehmen zu dürfen”, sagten die drei Nonnen im Gespräch mit der APA nahe dem Petersplatz in Rom.
Der Papst sei ein “gottverbundener Mann”, und es sei eine Freude, ihn gesehen zu haben. “Ich habe im Jahr 1968 an einer Pilgerreise nach Rom teilgenommen, ich war damals noch in der Ausbildung zur Erzieherin. Es war ein Herzenswunsch von mir, nach so vielen Jahren wieder nach Rom reisen zu dürfen. Dieser Herzenswunsch ist jetzt in Erfüllung gegangen. Diese Freude bleibt, niemand wird sie uns wegnehmen können. Wir werden voller Freude über unsere Reise erzählen”, berichtete Schwester Rita, eine der drei Augustiner-Chorfrauen.
Reise wurde dank deutscher und italienischer Spender möglich
Der Rom-Aufenthalt sei bisher reibungslos verlaufen. “Wir haben sehr professionelle Betreuer”, lobten die Ordensschwestern bei einem Mittagessen in einem kleinen Restaurant in Borgo Pio, einer Seitenstraße nahe dem Vatikan. Die Reise wurde dank deutscher und italienischer Spender möglich. Nach der Generalaudienz am Mittwoch nahmen die Klosterfrauen an einem Gottesdienst in einer Kapelle der Glaubenskongregation teil, der vom deutschen Ordenspriester Pater Norbert Hofmann für sie zelebriert wurde. Danach stand eine Besichtigung des Petersdoms auf dem Programm. “Dort befindet sich eine Statue von Pierre Fourier (1565-1640), dem französischen Gründer unseres Ordens”, berichteten die Schwestern.
Die Nonnen teilen mit Begeisterung die Eindrücke ihres dreitägigen Rom-Aufenthalts. “Mich fasziniert die wunderbare Architektur Roms. Vor allem die Farben der Häuser hier, die meist in verschiedenen Terrakotta-Tönen sind, sind einfach beeindruckend”, sagte Schwester Bernadette, die mit 88 Jahren die älteste unter den drei Nonnen ist. Die Ordensschwestern spüren trotz der ereignisreichen Tage und des Medienwirbels rund um ihre Reise kaum Müdigkeit. Lächelnd lassen sie sich von einer Gruppe niederösterreichischer Touristen fotografieren, die sie auf dem Petersplatz erkannt haben und sie herzlich begrüßen.
Negative Folgen ihrer Reise befürchten die Nonnen nicht. “Jeder hat das Recht, an einer Pilgerreise teilzunehmen. Niemand konnte sie den Nonnen verbieten”, betonte Christina Wirtenberger, Sprecherin der Nonnen, die am Freitag die Rückreise antreten. Geplant ist ein Flug nach München.
“Einen Herzenswunsch erfüllt”
Noch am Dienstagvormittag hatten die Helfer in einer Stellungnahme betont, die Reise der Schwestern sei abgesagt. Die Nonnen waren aber nicht mehr in Goldenstein erreichbar. Ihr Vorgesetzter, Propst Markus Grasl vom Stift Reichersberg, kritisierte darauf, dass die Frauen “ohne jegliche Information an die zuständigen Ordensoberen” aus dem Kloster verschwunden seien und drohte, die Behörden zu informieren und Anzeige zu erstatten. Grasl äußerte die Befürchtung, dass die Schwestern gegen ihren Willen nach Rom verbracht wurden.
Das bestreiten die Nonnen entschieden. “Wir haben lediglich einen Herzenswunsch erfüllt. Jetzt wollen wir nur noch bis zu unserem Lebensende im Kloster bleiben”, betonten die Nonnen. Sie bestreiten, dass sie mit ihrer Rom-Reise den Streit über ihren Verbleib im Kloster zuspitzen könnten. Folgen befürchten sie nicht.
Die drei Augustiner-Chorfrauen waren im vergangenen September gegen den Willen ihres Oberen von einem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt, das mittlerweile der Erzdiözese Salzburg und dem Stift Reichersberg gehört. Die Rückkehr sorgte weltweit für enormes mediales Interesse.




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