Von: luk
Trient – Die Staatsanwaltschaft von Trient und die Umweltabteilung der Carabinieri haben am Dienstagmorgen eine mutmaßliche transnationale kriminelle Organisation zerschlagen, die belastete Abfälle als vermeintlich „grüne“ Konsumprodukte vermarktet haben soll. Insgesamt wurden zwölf Personen festgenommen.
Die Ermittlungen laufen seit 2022 und wurden vom Umweltkommando der Carabinieri in Trient unter Leitung der Antimafia- und Antiterrorismusdirektion der Staatsanwaltschaft Trient geführt. Die Einsätze fanden gleichzeitig in Italien, Österreich, Deutschland und Kroatien statt.
Im Zentrum der Ermittlungen steht laut Carabinieri ein weit verzweigter illegaler Handel mit kontaminierten Rückständen aus der Pyrovergasung. Das ist ein Verfahren, bei dem Biomasse oder andere organische Materialien bei hohen Temperaturen und ohne Sauerstoff in ein brennbares Gas umgewandelt werden.
Die Verdächtigen sollen daraus eine regelrechte „schwarze Lieferkette“ aufgebaut haben. Dabei seien stark belastete Abfälle mit organischen Schadstoffen und Dioxinen in angeblich nachhaltige Produkte umgewandelt worden.
Nach Angaben der Ermittler wurden die Materialien unter anderem als Grillbriketts, Bodenverbesserer für die Landwirtschaft sowie Zusatzstoffe für Beton verkauft. Selbst CO₂-Zertifikate sollen über das System gehandelt worden sein.
Der Schwerpunkt der mutmaßlichen illegalen Aktivitäten lag den Angaben zufolge in Südtirol sowie in mehreren europäischen Ländern.
An der groß angelegten Aktion sind derzeit mehr als 100 Carabinieri beteiligt. Weitere Details zu den Ermittlungen wollen die Behörden am Vormittag bei einer Pressekonferenz in Trient bekannt geben.




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