Begräbnis von Vittorio Emanuele von Savoyen in Turin

Habsburger bei Trauerzeremonie für Prinz Vittorio Emanuele

Samstag, 10. Februar 2024 | 22:45 Uhr

Mitglieder der Habsburger und mehrerer anderer Königsfamilien Europas haben sich am Samstagnachmittag an der Trauerzeremonie für Vittorio Emanuele von Savoyen beteiligt, dem Sohn des letzten italienischen Königs Umberto II. Der Prinz, der am 12. Februar 87 Jahre alt geworden wäre, wurde in Superga nahe Turin beigesetzt, wo bereits sein Cousin Amedeo ruht. Vittorio Emanuele war vor einer Woche gestorben.

Die Trauerzeremonie fand in einer Basilika in Turin in Anwesenheit der emeritierten spanischen Königin Sofia in Vertretung von König Felipe, von Prinz Alberto von Monaco und von Erzherzog Lorenz von Österreich-Este statt. Adelige und Vertreter von Königshäusern aus ganz Europa kondolierten Vittorio Emanueles Witwe Marina Doria und seinem Sohn Emanuele Filiberto, berichteten italienische Medien. Turin war die erste italienische Hauptstadt nach der Einigung Italiens 1861 unter Regie des Königshauses Savoia gewesen.

Vittorio Emanuele starb vor einer Woche in Genf im Kreise seiner Familie. Die männlichen Nachkommen der Königsfamilie wurden nach dem Ende der Monarchie im Jahr 1946 ins Exil verbannt. Das italienische Parlament hob das Einreiseverbot erst 2002 auf. König Umbertos Sohn Vittorio Emanuele und dessen Sohn Emanuele Filiberto, die die meiste Zeit ihres Exils in der Schweiz verbrachten, verzichteten auf den Thronanspruch.

Vittorio Emanuele hatte Anfang der 1970er Jahre wegen einer Affäre um den gewaltsamen Tod eines jungen deutschen Touristen auf Korsika Negativ-Schlagzeilen gemacht. Er war damals wegen Mordes angeklagt worden, aber das Gericht in Paris hatte ihn später freigesprochen.

Der 19-jährige Dirk Hamer hatte in der Nacht auf den 18. August 1978 auf einem Boot vor der Insel Cavallo bei Korsika geschlafen, als er von einem Projektil aus einem Gewehr getroffen wurde, das der italienische Prinz abgefeuert hatte. Der Deutsche starb vier Monate später an den Folgen der Verletzung. Der Prozess wurde in Frankreich allerdings erst acht Jahre und sechs Monate nach dem Vorfall abgehalten. Im November 1991 wurde Vittorio Emanuele in Paris zu sechs Monaten Haft auf Bewährung wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilt, vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung allerdings freigesprochen.

Wer den Deutschen erschossen hat, blieb ungeklärt. Bei dem Opfer hatte es sich um den Sohn des umstrittenen deutschen Mediziners Ryke Geerd Hamer gehandelt.

2010 war Vittorio Emanuele vom Vorwurf der Bestechung im Zusammenhang mit der Zulassung von Spielautomaten freigesprochen worden war. 2006 war er im Zuge einer Untersuchung wegen Korruption und Förderung von Prostitution verhaftet worden. Auch vom Verdacht auf Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung wurde er entlastet.

Von: apa

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