700 Euro für alle, die sich in einer Kleingemeinde niederlassen – VIDEO

Idee aus Molise gegen Entvölkerung: „Aktives Wohnsitzgeld“

Donnerstag, 12. September 2019 | 08:12 Uhr

Campobasso/Molise – Eine Idee aus der kleinen, süditalienischen Region Molise sorgt in ganz Italien für Furore. Um der Entvölkerung der kleinen Gemeinden in Molise entgegenzuwirken, beschloss die Region, alle, die sich in einer Kleingemeinde niederlassen und dort einen Betrieb eröffnen, mit monatlich 700 Euro zu unterstützen. Die „Reddito di residenza attiva“(Aktives Wohnsitzgeld, Anmerkung der Redaktion) genannte Unterstützung, die nicht von ungefähr an das von der alten, grün-gelben Regierung beschlossenen Bürgergeld „Reddito di cittadinanza“ erinnert, soll nicht nur ausgewanderte Molisaner zurück in die Heimat locken, sondern auch „Auswärtige“ dazu bringen, die süditalienischen Region zu ihrem neuen Lebensmittelpunkt zu machen. Kann das gelingen?

„Il Molise non esiste“(Molise gibt es nicht, Anmerkung der Redaktion), so einer der gängigsten Witze und Gemeinplätze, die über die kleinste süditalienische Region erzählt werden. Das kommt nicht von ungefähr. In der italienischen Öffentlichkeit wird über Molise selten gesprochen, sodass der Landstrich zwischen Abruzzen und Apulien quasi nicht zu existieren scheint. Die Region gilt als arm und unterentwickelt. Sie zwingt seit jeher viele junge Leute dazu, ihr Brot auswärts zu verdienen. Da ist es wenig verwunderlich, dass viele Gemeinden in den letzten Jahrzehnten mehr als zwei Drittel ihrer ursprünglichen Bevölkerung verloren haben, sodass heute nicht wenige Dörfer nur mehr aus alten Leuten und aus für die Ferien zurückgekehrten Ausgewanderten bestehen. Unnötig hinzuzufügen, dass in solchen Ortschaften viele Läden und Handwerksbetriebe schließen müssen.

Aber nicht alle wollen diesem „langsamen Sterben“ tatenlos zuschauen. Um dieser Entvölkerung entgegenzuwirken, wurde auf Initiative des Regionalrats Antonio Tedeschi der „Reddito di residenza attiva“(Aktives Wohnsitzgeld, Anmerkung der Redaktion) ins Leben gerufen. Antonio Tedeschi gelang es sogar, für „sein“ Projekt die Unterstützung des römischen Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung zu gewinnen. Insgesamt wurden für das Aktive Wohnsitzgeld von Molise eine Million Euro bewilligt. Das Aktive Wohnsitzgeld verspricht allen, die sich in einer Gemeinde mit weniger als 2.000 Einwohnern niederlassen und dort für mindestens fünf Jahre einen Betrieb eröffnen, mit monatlich 700 Euro zu unterstützen. Insgesamt kann das Aktive Wohnsitzgeld drei Jahre lang für einen maximalen Beitrag von 24.000 Euro gewährt werden.

Ab dem 16. September – dem Tag der Veröffentlichung der Ausschreibung im Amtsblatt der Region Molise – haben alle Interessenten 60 Tage lang die Möglichkeit, sich für das Aktive Wohnsitzgeld zu bewerben. Wie Antonio Tedeschi berichtet, soll der „Reddito di residenza attiva“ nicht nur ausgewanderte Molisaner zurück in die Heimat locken, sondern auch „Auswärtige“ dazu verleiten, die süditalienischen Region zu ihrem neuen Lebensmittelpunkt zu machen. Molise ist reich an Sehenswürdigkeiten und Naturdenkmälern und besitzt – immer eine Reise wert – auch ein schönes Stück Adriaküste.

Wie Antonio Tedeschi meint, ist das Aktive Wohnsitzgeld kein „Gratisgeld“ wie das Bürgergeld, sondern als Unterstützung für fleißige Jungunternehmer gedacht, die dazu bereit sind, in einer von der Entvölkerung bedrohten Region einen mutigen Schritt zu wagen. Antonio Tedeschi hegt die Hoffnung, mit dem „Reddito di residenza attiva“ dem Ausbluten seiner Heimat entgegenwirken und junge Leute nach Molise locken zu können. Im Sinne des Regionalrats könnte das Aktive Bürgergeld auch Auswärtige dazu verleiten, in Molise einen totalen Neubeginn zu wagen. Chancen, irgendetwas aufbauen zu können, birgt die kleine, aber feine, süditalienische Region allemal.

Die Idee aus Molise sorgte in ganz Italien schnell für Furore. Die Initiative von Antonio Tedeschi erntete teilweise Hohn und Spott, aber auch viel Lob. Nicht wenige meinen, dass die Idee innovativ sei, weil sie eine geldwerte Unterstützung mit unternehmerischen Mut verknüpfe. Und was meinen unsere Leserinnen und Leser? Hättet ihr Lust auf einen Neuanfang in Molise?

PRIMO PASSO IMPORTANTE PER IL CONTRASTO ALLO SPOPOLAMENTO: VIA LIBERA AL “FONDO IN FAVORE DI SOGGETTI CHE SPOSTANO LA…

Pubblicato da Antonio Tedeschi su Venerdì 30 agosto 2019

 

 

Von: ka

Kommentare

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5 Kommentare auf "Idee aus Molise gegen Entvölkerung: „Aktives Wohnsitzgeld“"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Laempel
Laempel
Tratscher
6 Tage 5 h

Die Sonne scheint auch in Molise. Sie sollten aus den Segnungen, die ihnen die Sonne gratis liefert, aus der viel Erholung bietenden Landschaft und aus der Gastfreundlichkeit der einheimischen Bevölkerung etwas Kreatives und in Maßen nachhaltig Lukratives machen und nicht nur wie andere auf zeitbeschränkte Fördergelder setzen, die meist nur wie Strohfeuer wirken und niemals so zuverlässig sein können wie Sonne, Landschaft und freundliche Menschen.

Missx
Missx
Universalgelehrter
6 Tage 4 h

Jetzt folgt ein Ansturm auf Molise

xXx
xXx
Superredner
5 Tage 21 h

Wär es wirklich so schlimm, wenn die Menschheit ein paar Orte der Natur zurück geben würde, anstatt jeden erschlossenen Winkel auch noch künstlich am Leben zu halten?

Bauchnoblwollwuzl
Bauchnoblwollwuzl
Grünschnabel
5 Tage 19 h

Ist wieder ein gefundenes Fressen für schlaue und die Mafia.
X Schein-Betriebe öffnen, Schwarzgeld waschen und nebenbei noch 700 Euro monatlich kassieren.
GAAAAANZ TOLL!!!!

65xzensiert
65xzensiert
Tratscher
6 Tage 1 h

Diese Gebiete sind deshalb entvölkert, weil es keine Arbeitsplätze gibt

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