Der Star im Affenkostüm: Isabella Rossellini in "Darwin's Smile"

Isabella Rossellini begeisterte mit “Darwin’s Smile” in NÖ

Samstag, 03. Februar 2024 | 10:19 Uhr

Groß war die mediale Aufmerksamkeit bereits im Vorfeld: Isabella Rossellini – Schauspielerin, Ethologin, Model, Tochter von Ingrid Bergman und Roberto Rossellini – gastiert mit ihrem Solo “Darwin’s Smile” am Landestheater NÖ in St. Pölten. Bei der Österreich-Premiere am Freitagabend gab es Standing Ovations für den Star.

“Darwin’s Smile” ist eine Produktion des Théatre National de Nice – CDN Nice Cote d’Azur. Rossellini tourt mit diesem “Gastspiel Les Visiteurs du Soir” seit einigen Jahren mit Erfolg. Die Erforschung des Verhaltens von Tieren und Menschen ist ihr dabei ein erklärtes Anliegen. Dabei zeigt sie keine Berührungsängste gegenüber anthropomorphem Denken, im Gegenteil: Sie folgt Darwins verbindender These, dass eine “Kontinuität zwischen Tier und Mensch besteht. Wir sind Tiere.”

Es geht primär um Empathie, um Verständnis für Ausdrucksformen und Körpersprache, somit auch um eine elementare Grundlage der Schauspielkunst und wohl auch der Kommunikation überhaupt. Aus einer unterhaltsamen One-Woman-Show entsteht eine Art seminarkabarettistische Lektion – in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln – als sympathisches Plädoyer für differenzierende Wahrnehmung. Trotz aller wissenschaftlichen und philosophischen Anklänge ein humorvoller, geradezu schwereloser Abend.

Rossellini bringt anschauliche Beispiele, mutiert zwischendurch zum Huhn, zum Pfau oder zum Affen und bringt auch Anekdotisches (etwa zu “Casablanca”) ein. Lächeln zum Beispiel wird weltweit verstanden, bei Kopfbewegungen für “ja” und “nein” ist das schon nicht mehr der Fall, und manche Gesten versteht man bekanntlich nur in Italien. Die Frage, ob auch Tiere lächeln, Gefühle, Erinnerungen und Gedanken haben, Gestik und emotionalen Ausdruck zeigen, ist für Rossellini jedenfalls eindeutig beantwortet.

Eine Wiederholung folgt am Samstagabend, laut Homepage ist die Vorstellung ausverkauft. Auf Facebook wird auf Stehplätze und die Chance, allenfalls zurückgegebene Karten zu ergattern, verwiesen.

(Von Ewald Baringer/APA)

Von: apa

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