Adriana Gomes wegen vorsätzlichen Mordes festgenommen – VIDEO

Kaltblütiger Mord: Schwiegermutter vergiftet und in Straßengraben geworfen

Dienstag, 14. Januar 2020 | 07:10 Uhr

Piombino/Riotorto/Livorno – Mehrere Monate nach dem Fund der Leiche der 76-jährigen Simonetta Gaggioli ist die 32-jährige Schwiegertochter der Toten, Adriana Gomes, von den Carabinieri wegen vorsätzlichen Mordes verhaftet worden.

Adriana Gomes wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, ihre Schwiegermutter mit einer Überdosis eines Medikaments gegen Bluthochdruck ermordet und sie anschließend in einen Straßengraben geworfen zu haben. Auch ihr Ehemann und Sohn der Ermordeten, der 47-jährige Filippo Andreani, wurde wegen mutmaßlicher Beihilfe ins Ermittlungsregister eingetragen. Als Motiv werden ständige Streitigkeiten sowie die Aussicht, die Erbschaft des Mordopfers anzutreten, vermutet.

Der Kriminalfall begann am 3. August des vergangenen Jahres mit dem Fund einer Frauenleiche. Die Leiche war in einen Schlafsack gepackt und anschließend in der Nähe von Riotorto im Gemeindegebiet von Piombino in einen Straßengraben geworfen worden. Kurze Zeit später wurde die tote Frau von den Angehörigen, die auch eine Vermisstenanzeige aufgeben hatten, als die Leiche der 76-jährigen, in Riotorto wohnhaften Simonetta Gaggioli identifiziert. Bei der folgenden gerichtsmedizinischen Obduktion kam heraus, dass Simonetta Gaggioli vermutlich Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war. Eine zehnfache Überdosis des blutdrucksenkenden und gefäßerweiternden Medikaments „Duotens“ hatte – so der Autopsiebericht – zum Tod der 76-Jährigen geführt.

Schnell gerieten die Schwiegertochter Adriana Gomes und Filippo Andreani ins Visier der ermittelnden Carabinieri und der Staatsanwaltschaft von Livorno. Adriana Gomes und Filippo Andreani, ihre drei Kinder sowie die pensionierte Regionalangestellte Simonetta Gaggioli hatten in Riotorto unter demselben Dach gelebt. Mit der Zeit war es aufgrund der angeblichen Drogen- und Alkoholabhängigkeit des Ehepaars zwischen Adriana Gomes und Filippo Andreani auf der einen und der 76-Jährigen auf der anderen Seite immer wieder zu Streitigkeiten, bei denen es meistens um Geldsorgen gegangen war, gekommen. Zudem hätte Adriana Gomes vorgehabt, zusammen mit Filippo Andreani in ihre ursprüngliche Heimat Brasilien zurückzukehren, was zu weiteren Unstimmigkeiten geführt habe. Außerdem hätten die beiden – so eine Hypothese – ein Auge auf die Erbschaft geworfen.

Im Verhör gab die 32-Jährige zu, den Leichnam von Simonetta Gaggioli im Straßengraben zurückgelassen zu haben. Allerdings behauptete sie gegenüber den Carabinieri, dass ihre Schwiegermutter nicht durch ihre Schuld gestorben wäre. Vielmehr habe sie gegen Mitternacht des 27. Juli zusammen mit ihrer Schwiegermutter noch einen Kaffee getrunken, wobei Simonetta Gaggioli gegenüber ihr, ihre letzten Wünsche geäußert hätte.

Sie habe die Leiche zuerst zwei Tage lang im Haus unter dem Bett der Kinder versteckt und dann versucht – so angeblich der letzte Wille der Verstorbenen – sie zum Friedhof von Follonica, wo bereits seit sieben Jahren der verstorbene Ehemann der 76-Jährigen begraben ist, zu bringen, so Adriana Gomes im Verhör. Auf dem Weg zum Friedhof habe dann aber der Wagen gestreikt, sodass die 32-Jährige gezwungen war, die Leiche am Straßenrand zurückzulassen.

Abgesehen vom letzten Satz schenkten weder der Staatsanwalt noch die Carabinieri diesen Worten Glauben. Laut der Vermutung der Ermittler hätte Adriana Gomes den „letzten Kaffee“ mit einer Überdosis des farb- und geschmacklosen Medikaments versetzt und ihn ihrer Schwiegermutter gereicht. Mit der Anschuldigung, ihre Schwiegermutter mit einer Überdosis eines Medikaments vergiftet zu haben, wurde Adriana Gomes wegen vorsätzlichen Mordes festgenommen. Ihr Ehemann Filippo Andreani, dessen genaue Rolle im Kriminalfall noch unklar ist, wurde wegen mutmaßlicher Beihilfe zum Mord ins Ermittlungsregister eingetragen.

Die 32-Jährige wird sich vor Gericht auch wegen erschwerten Betrugs und widerrechtlichen Gebrauchs von Bankomat- und Kreditkarten verantworten müssen. Adriana Gomes hatte das Ableben ihrer Schwiegermutter nie den zuständigen Behörden mitgeteilt und sich ihre Pension auf ihr Konto überweisen lassen. Zudem hatte sie unrechtmäßigerweise die Bankomatkarte der Verstorbenen benutzt.

Die Ermordung der beliebten und früher auch in der Lokalpolitik und im Sozialbereich engagierten Simonetta Gaggioli löste in der Toskana Trauer und Entsetzen aus.

Von: ka

Kommentare

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1 Kommentar auf "Kaltblütiger Mord: Schwiegermutter vergiftet und in Straßengraben geworfen"


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Septimus
Septimus
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

Nix mit Bella Vita in Brasilien…Schwedische Gardinen gibt’s dafür….hoffentlich sehr lange…

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