„Wir bitten euch auf Knien“

Langlaufzentrum schlägt wegen Touristen-Rambos Alarm

Donnerstag, 12. Februar 2026 | 07:54 Uhr

Von: idr

Folgaria – Während bei den Olympischen Winterspielen in Italien gerade die besten Athleten der Welt um Medaillen kämpfen, tobt in einem Langlaufzentrum im Trentino ein ganz anderer Kampf: der gegen rücksichtslose Urlauber. Das Centro Fondo Alpe Coe am Passo Coe musste jetzt sogar einen verzweifelten Hilferuf in den sozialen Medien absetzen.

Der Grund: Immer wieder trampeln Wanderer und Schneeschuhgeher über die frisch präparierten Langlaufloipen und hinterlassen dabei ein Trümmerfeld. „Wir bitten euch auf Knien darum: Benutzt die Langlaufloipen nicht mit Winterstiefeln oder Schneeschuhen“, heißt es in einem Facebook-Posting, das mittlerweile für Furore sorgt. Dazu veröffentlichte das Zentrum Bilder von zertrampelten Spuren, die einmal perfekt präparierte Loipen waren.

Dabei hätte das Zentrum auf 1.600 Metern Höhe extra Alternativen geschaffen: Eigene Wanderwege wurden angelegt und mit gelben Schildern markiert, Schneeschuhrouten mit dem Motorschlitten gespurt. Doch viele Touristen ignorieren schlichtweg die Beschilderung – offenbar aus Unwissenheit oder purem Egoismus.

40 Kilometer sind kein Spaß

Besonders bitter: Die Mitarbeiter des Zentrums rackern sich abends ab, um die 40 Kilometer Loipen für den nächsten Tag vorzubereiten. Am Morgen dann der Frust: zertrampelte Spuren, verärgerte Langläufer und tonnenweise zusätzliche Arbeit. „Zu erleben, dass Gruppen unhöflicher und unaufmerksamer Fußgänger alles ruinieren und zudem eine Gefahr für die Langläufer darstellen, tut wirklich weh“, klagen die Betreiber.

Die Reaktionen im Netz sind eindeutig: Die meisten fordern harte Strafen. „Man muss diese Leute am Geldbeutel treffen“, schreibt ein Nutzer. Eine andere Userin meint: „Leider ist die Welt voller Ignoranten und Egoisten.“ Tatsächlich ist es in Italien gesetzlich verboten, Skipisten mit anderen Mitteln als Skiern zu befahren.

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