"Wichtiges Zeichen"

Letzten Wunsch ihrer Mutter erfüllt und 40 Kilo Sand zurückgebracht

Montag, 13. Juli 2026 | 08:00 Uhr

Von: ka

Cabras – Trotz Verboten und hoher Strafen nehmen unbedachte Sardinien-Urlauber jedes Jahr tonnenweise Sand und Steine als „Souvenir“ von den berühmten Stränden Sardiniens mit nach Hause. Dadurch fügen sie den Stränden und der marinen Ökologie schweren Schaden zu. Auch wenn es insgesamt nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, ist es daher beachtenswert, wenn einige Kilogramm den Weg zurück nach Sardinien finden. Eine solche Wiedergutmachung fand letzte Woche statt.

Facebook/Magica Sardegna / magicasardegna.com/Is Arutas

Nach etwa einem halben Jahrhundert sind vierzig Kilogramm Sand – feinste, vom Meer geglättete Quarzkörner – nach Is Arutas, dem berühmten „Strand der Reiskörner“, zurückgekehrt. 50 Jahre lang waren diese „Körner” Teil eines Zen-Gartens in Norditalien, wo sie als Erinnerung an einen schönen Urlaub auf Sardinien aufbewahrt wurden. Am Donnerstag, dem 9. Juli, wurden sie an den Strand zurückgegeben, den Silvia Ferrari als „Perle des Sinis“ bezeichnet.

Instagram/Sardegna Rubata e Depredata

Zusammen mit ihrem Ehemann Eros Cattaneo wollte sie den letzten Wunsch ihrer Mutter Valeria erfüllen und den Sand, den die Familie in den 1970-er Jahren gesammelt hatte, als es noch kein Umweltbewusstsein und keine Schutzvorschriften gab, an seinen Ursprungsort zurückbringen.

„Ich war etwa 15 Jahre alt, als wir während eines Urlaubs im Wohnwagen Is Arutas entdeckten und davon begeistert waren“, erzählt Silvia Ferrari. Fasziniert von der Einzigartigkeit der Quarzkörner, beschlossen ihre Eltern, reichlich davon mit nach Hause zu nehmen, ohne zu ahnen, welche Auswirkungen diese Geste, die von Tausenden von Besuchern an einem der symbolträchtigsten Küstenabschnitte Sardiniens wiederholt wurde, im Laufe der Zeit haben würde.

Jahrzehntelang blieb dieser Sand im Garten der Familie liegen. Dann erfuhr die Mutter der Familie, Valeria, dass die Entnahme verboten ist und dem Küstenökosystem schadet. Seitdem hegte sie den Wunsch, diese Kilogramm Sand an ihren Ursprungsort zurückzubringen. „Bevor sie starb, hatte sie mich mehrmals gebeten, nach Sardinien zurückzukehren, um das zurückzugeben, was sie mitgenommen hatte“, erinnert sich Silvia Ferrari. In Begleitung von Massimo Marras, dem Leiter des Meeresschutzgebiets Sinis, konnte sie diesen Wunsch erfüllen. „Vor allem habe ich diesen Sand an seinen ursprünglichen Ort zurückgebracht.“

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Für die sardische Gemeinde Cabras, zu der der Strand Is Arutas gehört, hat die Rückgabe eine Bedeutung, die über die Wiederbeschaffung des Materials hinausgeht. „Im Namen der Gemeindeverwaltung und unserer Bürgerinnen und Bürger möchte ich Frau Silvia Ferrari dafür danken, dass sie den Wert dieser Geste erkannt hat“, erklärt Umweltdezernent Carlo Carta. „Den Sand zurückzugeben, auch nach so vielen Jahren, bedeutet anzuerkennen, dass das Naturerbe allen gehört und dass jeder die Verantwortung hat, es zu schützen.“

In den letzten Jahren gab es mehrere ähnliche Fälle. „Jede Rückgabe ist ein wichtiges Zeichen für das wachsende kollektive Umweltbewusstsein. Wir hoffen, dass diese Geschichte auch denen als Vorbild dienen kann, die noch Sand oder andere natürliche Elemente aus unseren Stränden aufbewahren. Was Silvia Ferrari getan hat, war einerseits die Erfüllung eines Versprechens gegenüber ihrer Mutter, andererseits aber auch eine schöne Geste des Respekts gegenüber einem einzigartigen Ort mit starkem symbolischem Wert, der dazu beiträgt, die Kultur des Umweltschutzes zu verbreiten.“

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So löblich die Geste von Silvia Ferrari auch sein mag, sie ist doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn bei den Kontrollen der Flughafensicherheit – beispielsweise an den Flughäfen von Olbia, Cagliari-Elmas und Alghero – sowie durch die Forstbehörden, die in der Nähe der berühmtesten Strände wie Is Arutas Straßensperren einrichten, werden vor der Abreise Tonnen von Sand, Steinchen und Muscheln aus dem Gepäck beschlagnahmt. Erst kürzlich wurden über vier Tonnen geschützter Materialien beschlagnahmt und anschließend ins Meer zurückgebracht.

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Dies geschieht, obwohl die Region Sardinien strenge Verbote samt entsprechender harter Strafen zum Schutz des Küstenökosystems und zur Vermeidung der Erosion der Strände verabschiedet hat. So sieht das Regionalgesetz von Sardinien Nr. 16/2017 Verwaltungsstrafen von 500 bis 3.000 Euro für jeden vor, der auch nur geringe Mengen Küstenmaterial ohne Genehmigung entnimmt, besitzt oder verkauft. In schwerwiegenderen Fällen, wie dem Diebstahl großer Mengen, droht eine Anzeige bei den Justizbehörden wegen schweren Diebstahls zum Nachteil des Staates.

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