Bei Vasco-Rossi-Konzert erwischt: Böses Erwachen für „Krankenstand-Schlaumeier“

“Mir geht es schlecht, ich kann nicht zur Arbeit kommen”

Freitag, 10. April 2026 | 08:07 Uhr

Von: ka

Bisceglie/Trani – Ein krankgemeldeter Arbeiter aus Apulien erlebte ein böses Erwachen, als er bei einem Vasco-Rossi-Konzert erwischt wurde.

Der 52-jährige Mann aus Bisceglie hatte sein Unternehmen über seinen Gesundheitszustand belogen und sogar ein gefälschtes ärztliches Attest vorgelegt. Da Zeugen bestätigen konnten, ihn auf dem Weg zum Konzert gesehen zu haben, wurde er von seinem Arbeitgeber entlassen. Der „Krankenstand-Schlaumeier“ reichte gegen die fristlose Kündigung Rekurs ein, doch das Unternehmen konnte nachweisen, dass er das Rockkonzert im San-Nicola-Stadion in Bari besucht hatte. Der Richter gab dem früheren Arbeitgeber daher Recht und verurteilte den 52-Jährigen zur Begleichung der Justizkosten.

Facebook/Vasco Rossi

„Mir geht es schlecht, ich habe starken Durchfall und kann heute und morgen nicht zur Arbeit kommen.“ In Wirklichkeit musste er jedoch einen Bus erwischen, der ihn im Juni 2024 zusammen mit Freunden zu einem Konzert des legendären Italo-Rockstars Vasco Rossi im San-Nicola-Stadion in Bari bringen sollte. Die Firma, bei der er arbeitete, fand das heraus und entließ ihn fristlos. Auch der Arbeitsrichter des Gerichts von Trani gab ihm in den letzten Tagen Unrecht. Der 52-Jährige wurde von Richter Eugenio Carmine Labella zudem zu 5.000 Euro Anwaltskosten verurteilt.

APA/APA/dpa/Volker Hartmann

Alles begann am Morgen des 26. Juni 2024, als der Arbeiter zunächst eine WhatsApp-Nachricht und anschließend eine E-Mail an seinen Vorgesetzten schickte, um ihn über seine starken Bauchschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden zu unterrichten. Zwei offizielle Mitteilungen, um seinen Arbeitgeber darüber zu benachrichtigen, dass er an diesen Tagen wegen einer „Ruhr“, die ihn angeblich außer Gefecht gesetzt habe, nicht zur Arbeit kommen könne.

Am nächsten Tag schickte der Mann ein ärztliches Attest, um seine Abwesenheit aus gesundheitlichen Gründen zu rechtfertigen. Bis hierhin schien es sich um einen ganz normalen Austausch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu handeln. Doch dem war nicht so.

Facebook/Vasco Rossi

Laut Prozessprotokoll sandte ihm das Unternehmen am 8. Juli eine offizielle Mitteilung über die Einleitung eines Disziplinarverfahrens wegen Verletzung des Vertrauensverhältnisses.

Darin hieß es: „Sie wurden in Begleitung anderer Personen mit einem Rucksack auf dem Rücken an einer Bushaltestelle gesehen. Kurz darauf wurden Sie dabei gesehen, wie Sie in den Bus stiegen und von Bisceglie nach Bari zum Stadion San Nicola fuhren, wo Sie am 26. Juni 2024 das Konzert von Vasco Rossi besuchten.”

Der 52-Jährige war empört und bestritt alle Vorwürfe entschieden. Er entgegnete, es handele sich um eine „offensichtlich falsche, allgemeine und unbewiesene“ Anschuldigung. Zudem fügte er hinzu, er sei vom 26. Juni bis zum 1. Juli krankgeschrieben gewesen und daher zu Hause geblieben. Das Unternehmen war sich jedoch seiner Sache sicher und entließ ihn.

Facebook/Vasco Rossi

Nachdem der Schlichtungsversuch im Jahr 2025 gescheitert war, ging der Fall vor Gericht. Während des Verfahrens vor dem Arbeitsgericht konnte das Unternehmen fünf Zeugen benennen, die mit dem Mann im Bus zum Konzert von Vasco Rossi gefahren waren. Die vier Live-Shows des Rockstars aus Zocca waren wie immer ausverkauft. Um Schlimmeres zu vermeiden, gestand der Mann bei der Vernehmung im Gerichtssaal den Betrug.

Im Urteil heißt es: „Es besteht kein Zweifel daran, dass der Mann das Vertrauensverhältnis irreparabel verletzt hat, indem er seinem Arbeitgeber eine vorgetäuschte Krankheit meldete, um sich eine Ausrede zu verschaffen und statt zur Arbeit zum Konzert des bekannten Sängers zu gehen.“

APA/APA (Symbolbild)/HERBERT PFARRHOFER

Für das Gericht von Trani war es demnach eine rechtmäßige Kündigung. Es wies die Berufung zurück und verurteilte den Mann zudem zur Übernahme der Prozesskosten.

Ob der 52-jährige Mann aus Bisceglie in Apulien seine Arbeit liebte und sich mit seinem Unternehmen identifizierte, ist nicht bekannt. In jedem Fall kam ihm seine Entscheidung, die Arbeit zu schwänzen und stattdessen das Rockkonzert zu besuchen, teuer zu stehen.

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