Weniger aber größere Unternehmen

Nach Superbonus-Boom: Bauwirtschaft in Brescia strukturiert sich neu

Sonntag, 19. April 2026 | 08:48 Uhr

Von: luk

Brescia – Nach dem Auslaufen der staatlichen Fördermaßnahmen rund um den sogenannten Superbonus befindet sich die Bauwirtschaft in der Provinz Brescia in einer Phase der Neuordnung. Zwar ist die Zahl der aktiven Unternehmen zurückgegangen, gleichzeitig entstehen jedoch größere und besser strukturierte Betriebe.

Das geht aus einer Analyse der ANCE in Zusammenarbeit mit der Handelskammer Brescia sowie der Kammer der Wirtschaftsprüfer hervor. Demnach sind im Raum Brescia derzeit mehr als 17.000 Bauunternehmen tätig.

Die Branche bleibt stark fragmentiert: Rund 56 Prozent der Betriebe sind Einzelunternehmen, während der Großteil der Firmen im Bereich spezialisierter Bauarbeiten tätig ist. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Kapitalgesellschaften deutlich zu. Laut dem Corriere della Sera ist das ein Hinweis auf eine zunehmende Professionalisierung und strukturelle Entwicklung des Sektors.

Die meisten Unternehmen erzielen nach wie vor einen Jahresumsatz von unter einer Million Euro. Nur ein kleiner Teil erreicht mittlere oder größere Dimensionen. Laut Experten zeichnen sich zwei parallele Entwicklungen ab: Einerseits spezialisieren sich kleinere Betriebe und bleiben bewusst flexibel, andererseits wachsen größere Unternehmen weiter und setzen verstärkt auf strategische Planung und moderne Managementstrukturen.

Trotz eines Rückgangs bei der Anzahl der Firmen ist die Beschäftigung im Baugewerbe gestiegen. Dies deutet auf einen Konsolidierungsprozess hin, bei dem sich vor allem stärker aufgestellte Unternehmen behaupten.

Herausforderungen bleiben jedoch bestehen: Steigende Material- und Energiekosten sowie der Mangel an Fachkräften belasten die Branche weiterhin. Dennoch wird erwartet, dass der Bausektor auch künftig eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung der Region spielen wird.

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