Von: luk
Bozen – Für die Austragung der Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina wird eine große Menge an Kunstschnee benötigt. Laut Angaben des Organisationskomitees sollen insgesamt rund 2,4 Millionen Kubikmeter künstlich erzeugter Schnee produziert werden. Dafür werden etwa 948.000 Kubikmeter Wasser benötigt – eine Menge, die dem Volumen von fast 380 olympischen Schwimmbecken entspricht.
Die Zahlen verdeutlichen die Dimension des Projekts und haben eine erneute Debatte über die ökologische Nachhaltigkeit großer Sportveranstaltungen ausgelöst. Insbesondere im alpinen Raum, der zunehmend von den Folgen des Klimawandels betroffen ist, stehen Wasserverbrauch, Energiebedarf und infrastrukturelle Eingriffe in der Kritik.
Umweltorganisationen warnen davor, den Fokus ausschließlich auf den Wasser- und Energieverbrauch zu legen. Der Trientner Umweltaktivist Stefano Musaico von Extinction Rebellion verweist auch auf die Auswirkungen der notwendigen Infrastruktur. Dazu zählen unter anderem künstliche Speicherbecken, deren Bau laut Kritikern erhebliche Eingriffe in Landschaft und Ökosysteme mit sich bringt. Als Beispiel werden vom Corriere della Sera neue Wasserreservoirs im Dolomitenraum genannt.
Zusätzlich wird der hohe Energiebedarf für die Schneeerzeugung thematisiert. Der Betrieb von Schneekanonen erfordert große Mengen Strom. Auch wenn dieser teilweise aus erneuerbaren Quellen stammt, bleibe der ökologische Fußabdruck beträchtlich, so die Kritiker.
Darüber hinaus fordern Umweltvertreter eine langfristige Strategie für den alpinen Tourismus. Zwar sei der Wintersport wirtschaftlich bedeutend für viele Regionen, eine Anpassung an veränderte klimatische Bedingungen sei jedoch unvermeidlich. Dazu gehörten eine stärkere Diversifizierung touristischer Angebote und eine Entzerrung der Saisonzeiten.
Kritisch gesehen wird auch die zunehmende Ausrichtung auf internationale Gäste, die oft mit weiten Anreisen verbunden ist. Der Tourismussektor trägt laut Schätzungen rund acht Prozent zu den weltweiten Treibhausgasemissionen bei, ein Großteil davon entfällt auf den Transport.




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