Von: luk
Bozen – Der Konsum von Kokain nimmt in Südtirol weiter zu. Das geht aus dem aktuellen Bericht der EU-Drogenagentur hervor, der einen europaweiten Anstieg dokumentiert. Eine ergänzende Abwasseranalyse der Universität Innsbruck bestätigt diesen Trend auch für Innsbruck und Bozen.
Demnach zählt Kokain – neben Cannabis – zu den am häufigsten konsumierten illegalen Substanzen in Österreich und Südtirol. Besonders beim Kokain ist laut den aktuellen Daten ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen.
Für die Untersuchung wurden Rückstände von Drogen im Abwasser analysiert. Diese Methode erlaubt es Fachleuten, Rückschlüsse auf das tatsächliche Konsumverhalten der Bevölkerung zu ziehen – unabhängig von Selbstauskünften oder polizeilichen Statistiken.
Nach Angaben der Universität Innsbruck lasse sich anhand der gemessenen Konzentrationen auch abschätzen, wie viele Menschen konsumieren. Die Auswertungen deuteten darauf hin, dass sich der Anteil der Konsumierenden „im niedrigen Prozentbereich“ bewege. Damit sei Drogenkonsum kein Randphänomen mehr.
Bozen bei Kokain auf Augenhöhe mit Innsbruck
Ein Vergleich zwischen den Landeshauptstädten Innsbruck und Bozen zeigt Unterschiede – mit einer bemerkenswerten Ausnahme. Insgesamt liegt der Pro-Kopf-Verbrauch der untersuchten Substanzen in Bozen unter jenem von Innsbruck.
Nicht jedoch beim Kokain: Hier weisen die Daten laut ORF Tirol darauf hin, dass Bozen nicht unter dem Niveau von Innsbruck liegt. Damit nimmt die Südtiroler Landeshauptstadt bei dieser Substanz eine besondere Stellung ein.
Wochenende als Konsumhöhepunkt
Die Abwasseranalysen geben zudem Aufschluss über Konsummuster. In zahlreichen untersuchten Regionen wurden am Wochenende höhere Werte bei Alkohol, Kokain und MDMA festgestellt als unter der Woche. Fachleute werten dies als Hinweis auf die Nutzung dieser Substanzen als typische „Partydrogen“.
Insgesamt scheint der Pro-Kopf-Konsum der untersuchten Genuss- und Suchtmittel in Südtirol zwar niedriger zu sein als im österreichweiten Durchschnitt. Der anhaltende Anstieg beim Kokain – insbesondere in Bozen – zeigt jedoch, dass sich das Problem weiter verschärft.




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