Freiwillige des Roten Kreuzes erfüllen 88-Jährigem letzten Herzenswunsch

Rührend: “Ich will noch ein letztes Mal das Meer sehen”

Montag, 24. September 2018 | 08:02 Uhr

Marina di Carrara/Ivrea – Der Strand von Marina di Carrara, ein beschaulicher Urlaubsort an der toskanischen Küste, war Schauplatz einer ganz besonders rührenden Geschichte. Das Personal eines Rettungswagens des Roten Kreuzes von Ivrea erfüllte einem 88-Jährigem aus der Toskana seinen letzten Wunsch. Der Rettungswagen hielt in Carrara am Meeresufer an und ermöglichte so dem alten Mann, sich von den Wellen zu verabschieden.

Die rührende Geschichte begann als ganz normaler Routineeinsatz des Roten Kreuzes. Die Rettungskräfte sollten am Montag letzter Woche einen 88 Jahre alten Mann aus der Toskana in seiner Heimatstadt abholen und ihn mit dem Ambulanzwagen in ein Langzeitkrankenhaus nach Ivrea im Piemont, wo seine erwachsenen Kinder heute leben und sich um ihn kümmern und besuchen können, bringen. Die freiwilligen Helfer des Roten Kreuzes wurden bei diesem Einsatz von der Tochter des 88-Jährigen begleitet.

Facebook/Croce Rossa Italiana – Comitato di Ivrea

Als sich der alte, bettlägerige Mann im Ambulanzwagen befand, äußerte er mit kaum mehr hörbarer Stimme seinen letzten Wunsch. „Könnt ihr bitte nur einen kurzen Moment stehen bleiben? Nur die Zeit, mich von den Wellen zu verabschieden“, so der 88-Jährige zu seiner Tochter und den Freiwilligen. Für Menschen, die am Meer geboren sind und wie dieser Mann ihr ganzes bisheriges Leben am Ufer des Meeres verbracht haben, bedeutet das Meer alles. Der alte Mann spürte, dass seine Tage gezählt waren und dass er die See und die salzige Luft seiner Heimat vermutlich nie mehr wieder sehen wird.

Die vier Freiwilligen zögerten keine Sekunde. Der Fahrer steuerte mit dem Krankenwagen direkt den Strand von Marina di Carrara an und parkte das Fahrzeug so, dass das Heck in Richtung des Meeres zeigte. Die Freiwilligen des Roten Kreuzes öffneten die beiden Hecktüren und hoben das Krankenbett etwas heraus. Ein leichtes Lächeln flog über das Gesicht des alten Mannes, als sein Blick im Sonnenlicht vielleicht das letzte Mal über den Kieselstrand und die azurblaue See seiner Heimat schweifte.

Später bedankte sich der Sohn des 88-Jährigen, Andrea Gianfredi, auf Facebook bei den Rettungskräften von Ivrea. „Ich möchte den vier Engeln – Freiwillige des Roten Kreuzes von Ivrea – die uns gestern geholfen haben, meinen Vater von Carrara nach Ivrea zu bringen, danken, dass sie ihm erlaubt haben, vielleicht das letzte Mal, das Meer zu sehen. Danke Tiziana, Debby, Maurizio und Alessandro und natürlich meiner wunderbaren Schwester Marina Gianfredi, die mit ihnen gefahren ist“, so Andrea Gianfredi auf seiner Facebook-Seite.

Facebook/Croce Rossa Italiana – Comitato di Ivrea

Der Kommentar und die Bilder wurden später auf der Facebook-Seite des Roten Kreuzes von Ivrea veröffentlicht. Auf Facebook wurde die zutiefst menschliche Geste der Freiwilligen, einem alten Mann noch den Abschied vom Meer zu schenken und so ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen, vielfach gelobt.

A volte per fare la differenza bastano dei piccoli gesti…Grazie Andrea! #ovunqueperchiunque perché crediamo in #unitaliacheaiuta #crocerossaitaliana#criivrea

Pubblicato da Croce Rossa Italiana – Comitato di Ivrea su Mercoledì 19 settembre 2018

„Der alte Mann und das Meer“, umschrieb ein Nutzer die schönen Bilder, die eigentlich keines Kommentars bedürfen.

 

Von: ka