Von: luk
Idrosee – Nach Jahren der Unsicherheit gibt es nun Klarheit über die Herkunft der PFAS-Belastung im “Lago d’Idro” und im Chiese-Tal nördlich des Badesees, der sich nur wenige Kilometer westlich des bekannteren Gardasees befindet. Wie die Umweltagentur der Provinz Trient bestätigt, liegt die wahrscheinliche Quelle der Verunreinigung viele Kilometer weiter nördlich in einer ehemaligen Industrieanlage in Condino, und zwar der stillgelegten „Fonderie Trentine“.
Die sogenannten Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), die als besonders langlebig und potenziell gesundheitsschädlich gelten, wurden in den vergangenen Jahren in auffällig hohen Konzentrationen in Fischen aus dem See nachgewiesen. Messungen aus dem Jahr 2024 zeigen deutliche Überschreitungen der Grenzwerte dieser “Ewigkeitschemikalien”: In Maränen wurden Werte von bis zu 43,8 Mikrogramm pro Kilogramm festgestellt. Das sind rund zehn Mal so viel wie der Grenzwert. Auch beim Barsch waren bereits zuvor kritische Werte gemessen worden.
Die nun bestätigte Herkunft der Schadstoffe geht auf eine Altlast zurück. Die frühere Gießerei in Condino ist seit Jahren stillgelegt und das Gelände inzwischen neu genutzt. Allerdings wurde die damalige Sanierung offenbar nur unvollständig durchgeführt und konzentrierte sich auf andere Schadstoffe wie Chrom. PFAS blieben demnach im Boden zurück und konnten über das Grundwasser in den See gelangen.
Zusätzliche Untersuchungen zeigen, dass auch das Grundwasser im Chiese-Tal belastet ist. In rund 80 Prozent der Proben wurde PFOS – eine der bekanntesten PFAS-Verbindungen – nachgewiesen, teils über den gesetzlichen Grenzwerten.
Um die Auswirkungen auf die Bevölkerung besser einschätzen zu können, ist nun ein Biomonitoring der Anwohner geplant. Gleichzeitig fordern Experten und Umweltinitiativen mehr Transparenz: So wurde eine bereits 2019 erstellte Studie zur Grundwasserbewegung bislang nicht veröffentlicht. Deren Ergebnisse könnten helfen, die Ausbreitung der Schadstoffe genauer zu verstehen und gezielte Sanierungsmaßnahmen einzuleiten.
Damit rückt nicht nur die Ursache der Belastung in den Fokus, sondern auch die Frage, wie schnell und umfassend Gegenmaßnahmen umgesetzt werden können.




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