Nach „Pandoro-Skandal“: Chiara Ferragni erneut im Visier der Verbraucherschützer – VIDEO

Teure Ostereier: „Mehr als eine Million für sie und nur 36.000 Euro für wohltätige Zwecke“

Mittwoch, 20. Dezember 2023 | 08:31 Uhr

Turin – Für die bekannte Influencerin Chiara Ferragni scheinen die Negativschlagzeilen kein Ende zu nehmen. Nachdem sie wegen unlauterer Geschäftspraktiken von der italienischen Kartellbehörde zu einer Geldstrafe von einer Million Euro verurteilt und von der Verbraucherschutzorganisation Codacons wegen Betruges angezeigt wurde, gerät die Influencerin, deren Firmenimperium jährlich 40 Millionen Euro erwirtschaftet, erneut in das Visier der Verbraucherschützer.

Ähnlich wie im Fall der von ihr designten Weihnachtspandori von Balocco wird Chiara Ferragni verdächtigt, mit Schokoladeostereiern, die ihr Logo tragen, wohltätige Zwecke mit blanker Geschäftemacherei vermischt zu haben. Während Chiara Ferragni in den Jahren 2021 und 2022 Einnahmen von rund 1,2 Millionen Euro erzielt habe, seien für wohltätige Zwecke lediglich 36.000 Euro gespendet worden.

Instagram/Dolci Preziosi

Chiara Ferragni gab unter Tränen zu, bei der Vermarktung des von ihr „designten“ Weihnachtspandoro der Firma Balocco vor einem Jahr einen schweren Kommunikationsfehler begangen zu haben. Um ihn wiedergutzumachen, kündigte Chiara Ferragni an, dem Krankenhaus Regina Margherita von Turin eine Million Euro zu spenden.

Chiara Ferragni glaubte vielleicht einen kurzen Moment, dass der „Pandoro-Skandal“ damit ausgestanden sei, aber von ihr entworfene Schokoladeostereier des Unternehmens Dolci Preziosi, die von der Influencerin in den Jahren 2021 und 2022 beworben wurden, werfen erneut ein schiefes Licht auf die schöne Italienerin. Auch in diesen beiden Fällen ging es angeblich darum, ein Wohltätigkeitsprojekt zu unterstützen.

Instagram/Dolci Preziosi

Unter dem Logo und dem Namenszug von Chiara Ferragni stand geschrieben, dass die Vereinigung I Bambini delle Fate unterstützt werde. Bei I Bambini delle Fate handelt es sich um eine Sozialvereinigung, die Minderjährige, die an Autismus leiden, dabei unterstützt, sich in der Gesellschaft zu integrieren. Wie die bekannte Journalistin Selvaggia Lucarelli in ihrem Artikel im Il Fatto Quotidiano schreibt, seien die „Chiara Ferragni-Schokoladeostereier“ nach einem ähnlichen Konzept wie später die Pandori von Balocco vermarktet worden.

Auch in diesem Fall – so der Vorwurf – sei den Kunden vorgegaukelt worden, dass sie mit jedem gekauften Schokoladenei, das Ferragnis Logo und Namenszug trägt, der sozialen Vereinigung I Bambini delle Fate spenden würden.

Dies wurde von Chiara Ferragni auch so mitgeteilt. „Die Chiara Ferragni x Dolci Preziosi-Ostereier werden das Wohltätigkeitsprojekt I Bambini delle Fate unterstützen“, schrieb die Influencerin damals auf der Onlineseite The Blond Salad.

Wie bei den Weihnachtspandori handelte es sich auch in diesem Fall offenbar um einen „Kommunikationsfehler“. Der Unternehmer Franco Cannillo, in dessen Besitz sich die Firma Dolci Preziosi heute befindet, unterstreicht, dass „es absolut keinen Zusammenhang zwischen dem Verkauf der Eier und der Spende an I bambini delle Fate“ gab. „Chiara Ferragni wurde für die Nutzung ihres Logos, ihres Namenszugs und ihres Designs bezahlt. Die Spende wurde von uns geleistet. Ferragni hingegen war vertraglich nicht zu einer Spende verpflichtet“, fügt Franco Cannillo hinzu.

Die Zusammenarbeit mit Chiara Ferragni erwies sich für Dolci Preziosi als teurer Spaß, aber gschäftlich als Erfolg. „Wenn ich mich recht erinnere, waren es 500.000 Euro im Jahr 2021 und 700.000 Euro im Jahr 2022. Das Jahr darauf verlangte sie einen so exorbitanten Betrag, dass wir auf eine neuerliche Zusammenarbeit verzichteten“, so der Unternehmer über die an Chiara Ferragnis Unternehmen überwiesenen Gelder. Den im Raum stehenden Vorwurf, den Kunden vermittelt zu haben, dass mit jedem verkauften Schokoladenei ein bestimmter Betrag an die Vereinigung fließen würde, weist Cannillo zurück.

Instagram/Chiara Ferragni

„Der Satz ‚Wir unterstützen I bambini delle Fate‘ beschreibt das, was wir geleistet haben. ‚Wir unterstützen‘ bedeutet nicht, dass man mit dem Kauf des Schokoeis eine Wohltätigkeitsorganisation unterstützt. Es bedeutet, dass wir eine Spende gemacht haben und dies auch mitteilen“, erklärt der Unternehmer.

Instagram/Dolci Preziosi

Von der Journalistin interviewt, zeigt sich der Gründer und Präsident der Vereinigung I bambini delle Fate, Franco Antonello, überrascht. „Sie wollten schreiben, dass die Spende an den Verkauf gekoppelt sei, was wir jedoch ablehnten. Wir erlaubten ihnen nur den Ausdruck ‚Wir unterstützen I bambini delle Fate‘ zu verwenden“, so Franco Antonello, der hinzufügt, dass er vergeblich versucht habe, mit Chiara Ferragni zu sprechen. „Im ersten Jahr erhielten wir von Dolci Preziosi 12.000 Euro als Spende, im nächsten 24.000 Euro. Ich bin erstaunt darüber, dass an sie jeweils 500.000 und 700.000 Euro bezahlt wurden, das ist eine Schande“, lässt der Präsident von I bambini delle Fate den Blick senken.

Instagram/theferragnezpagee

Dieser Darstellung wird vom Unternehmen Cerealitalia, zu dem Dolci Preziosi heute gehört, mit Entschiedenheit widersprochen. Zu keinem Zeitpunkt habe Cerealitalia die Bereitschaft geäußert zu schreiben, dass die Spende des Unternehmens an I bambini delle Fate mit dem Verkauf von „Dolci Preziosi-Chiara Ferragni“-Eiern verbunden sei. Dieser in den Medien berichtete Zusammenhang entspreche laut Cerealitalia nicht den Tatsachen, was auch aus den vertraglichen Unterlagen hervorgehe.

Instagram/theferragnezpagee

Die Chiara Ferragni x Dolci Preziosi-Ostereier dürften aber demnächst die italienischen Behörden beschäftigen. Die Verbraucherschützer von Codacons kündigen wegen unlauterer Geschäftspraktiken eine Eingabe bei der italienischen Wettbewerbsbehörde an. Weit schlimmer wiegt für Chiara Ferragni jedoch, dass ihr bisher makelloses Image als wohltätige Influencerin mittlerweile tiefe Risse zeigt.

Von: ka

Kommentare
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Rabe
Rabe
Superredner
2 Monate 9 Tage

unverschämt. Es brauch oan lei nicht zi bled sein.Zum kotzen

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