„Hirschflüsterer“ erhält „Besuch“ von seinem Wildtier – VIDEO

Unwetter vorbei: Rückkehr des Hirschs in sein Gehege

Mittwoch, 07. November 2018 | 07:11 Uhr

Caoria/Vanoi – Auch das Vanoi-Tal im Trentino wurde von der Unwetterkatastrophe, die in den letzten Oktober- und ersten Novembertagen besonders die Region Trentino-Südtirol und Venetien heimsuchte, schwer getroffen. Starke Windböen von bis zu 180 Kilometern pro Stunde vernichteten im gesamten Tal ganze Wälder, während starke Regenfälle für reißende Bäche und unzählige Murenabgänge sorgten. In der Folge der Unwetter war das Tal über längere Zeit von der Außenwelt abgeschnitten. Auch der Vanoi-Bach, der das Tal Richtung Brenta und Venetien entwässert, schwoll bedrohlich an.

Um Gefahren für die Tiere zu vermeiden, beschlossen die Behörden sowie der Betreiber eines an den Bach angrenzenden Wildgeheges, die Hirsche und Rehe aus der umzäunten Fläche zu befreien. Die Wildtiere flohen von den Unwettern verängstigt aus dem geöffneten Gehege und verteilten sich auf das ganze Tal.

ANSA/CORRADINI

Das großzügige Wildgehege, welches nicht weniger als rund vier Hektar Fläche umfasst, war im Jahr 2015 in der Nähe des 150-Seelen-Dorfes Caoria eingerichtet worden, um Tierfreunden, Interessierten und Touristen das Leben der heimischen Tierwelt näher zu bringen. Im ersten Jahr seines Bestehens war das Wildgehege mit fünf aus dem Nationalpark Stilfser Joch stammenden Hirschen bestückt worden. Später gesellten sich zu den Hirschen auch mehrere Rehe. Mit der Zeit vermehrten sich die Tiere, sodass das Gehege bis zum Tag seiner unwetterbedingten Öffnung, dem 29. Oktober, insgesamt 14 Hirsche und fünf Rehe zählte.

Nun, nachdem mehrere Tage seit der Unwetternacht vergangen waren, beginnen die Wildtiere in „ihr“ Gehege zurückzukehren. Es sind nicht zuletzt der Hunger und das relativ geruhsame und sorgenfreie Leben, das die Tiere aus den Wäldern der Umgebung zurück nach Caoria in das Gehege zu locken scheint.

YouTube/Frame giornaleladige

Unter den Rückkehrern befindet sich auch der Hauptdarsteller des Videos, ein prächtiger Hirsch. Am 2. November erhielt der Betreiber des Wildgeheges, Martino Erlacher, „Besuch“ vom großen Tier.

„Ich habe ihn mit ein bisschen Brot angelockt. Aber es handelt sich immer noch um ein Wildtier. Es war überhaupt nicht vorhersehbar, dass er mir folgen würde, anstatt mich anzugreifen und aufs Geweih zu nehmen“, erklärte später Martino Erlacher gegenüber Medien.

Im Video, das vom Vizebürgermeister von Canal San Bovo, Renato Loss, aufgenommen wurde, ist deutlich zu sehen, wie der Hirsch vertrauensvoll auf Martino Erlacher zugeht. Der Hirsch wird vom Betreiber des Wildgeheges mit Worten und Streicheleinheiten besänftigt und mit Brot gefüttert.

Der Wermutstropfen aber ist, dass das stolze Tier nicht in „sein“ Gehege zurückkehren kann. Infolge des Hochwassers wurde das Gehege beschädigt sowie stark verschmutzt und muss erst wieder für die Wildtiere hergerichtet werden. Bis dahin werden die langsam aus den Wäldern eintreffenden Tiere in ein eineinhalb Hektar großes, provisorisches Gehege gebracht, wo sie bis zur Wiedererrichtung ihres alten Parks bleiben müssen.

„Hirschflüsterer“ Martino Erlacher ist aber zuversichtlich, dass bis zur Rückkehr in das alte Gehege nicht allzu viel Zeit vergehen wird.

Von: ka

Kommentare

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4 Kommentare auf "Unwetter vorbei: Rückkehr des Hirschs in sein Gehege"


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Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
9 Tage 8 h

Solche Gehege sollte es mehrere geben, damit diese Tiere nicht von den mutigen Jägern einfach abgeknallt werden können.

Mutti
Mutti
Superredner
9 Tage 8 h

Schiano Hirsch,guat dass sich um dei a ihre kümmern

Staenkerer
9 Tage 3 h

schöne, wahrlich majestetische tiere! i frog mi zum xten mol wie jemand es fertig bring, so a tier, bewusst und gezielt, feige von an versteck außer und ohne grund, zu töten, und mit der “helden”tat no ungebn konn!

Bella Bionda
Bella Bionda
Grünschnabel
8 Tage 20 h

Ein wunderschönes Tier. Es geht halt auch dahin zurück, wo es ihm gut geht. Ein grosses Lob an den Hirschflüsterer und ein Dankeschön für das grosse Herz den Wildtieren gegenüber.

@ lieber Stänkerer, es braucht Jäger, für viele verschiedene Bereiche im Wald. Es liegen nicht alle hinter Büschen und ballern auf alles was sich bewegt. Es gibt Abschusspläne, an die sich gehalten werden muss und den Hirsch bekommt nicht immer jeder.

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