Tragisch: Erster Zeugenanruf ging ins Leere – VIDEO

Vater von Giulia Cecchettin: “Ich fürchte um ihre Sicherheit”

Sonntag, 26. November 2023 | 08:05 Uhr

Vigonovo – Das Tragische an der Tragödie ist auch, dass der Mord an Giulia Cecchettin mit sehr viel Glück vielleicht hätte verhindert werden können.

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Der Anruf eines Nachbars, der Zeuge des ersten Angriffs von Filippo Turetta auf Giulia Cecchettin geworden war, führte zu keinem Einsatz der Carabinieri. Dieser Anruf, der am Samstag, dem 11. November um 23.18 Uhr getätigt wurde, handelte den Carabinieri zufolge „von einem Streit zwischen zwei Personen, die bereits in ihr Auto eingestiegen und weggefahren waren“. Dem Anrufer zufolge hatte eine junge Frau laut um Hilfe geschrien.

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Allerdings, so die Carabinieri, „war der Zeuge nicht in der Lage, sich an das Nummernschild zu erinnern“. Bedauerlicherweise waren zu diesem Zeitpunkt alle verfügbaren Patrouillen der Ordnungskräfte bereits zu anderen Einsätzen gerufen worden, was dazu führte, dass keine Carabinieristreife zum beschriebenen Ort, ein Parkplatz, der nur 150 Meter vom Elternhaus von Giulia Cecchettin entfernt war, geschickt wurde. Niemand konnte sich vorstellen, dass Giulia Cecchettin und Filippo Turetta in diesem Auto waren. Zudem war die 22-Jährige noch nicht als vermisst gemeldet worden.

Da der Punto kurze Zeit später fortfuhr und weder das Kennzeichen noch das Modell des Wagens bekannt waren, wäre es für die Carabinieri auch unmöglich gewesen, Turetta zu stellen oder die Verfolgung des Wagens aufzunehmen. Auch der zweite Angriff auf Giulia, der sich im Industriegebiet von Fossò, einer Nachbargemeinde von Vigonovo, ereignete, soll von einem Zeugen gesehen worden sein. Angeblich habe ein Wachmann der Firma Dior am späten Samstagabend gegen 23.40 Uhr vor seiner Firma gesehen, wie ein junger Mann auf eine junge Frau einprügelte. Dass in dieser Nacht bei ihnen aber ein zweiter Anruf eingegangen sei, wird von den Carabinieri dementiert.

Facebook/Chi l’ha visto?

Am Sonntag, dem 12. November, kurz nach Mittag, begab sich Giulias Vater Gino zu den Carabinieri von Vigonovo und meldete seine Tochter als vermisst. Diese Vermisstenmeldung wurde zunächst aber als „freiwilliger Fortgang“ und als „Person nicht in Lebensgefahr“ eingestuft. Dies geschah, obwohl der Kontrollwahn des jungen Paduaners und die Ängste der jungen Frau, die sich mehr Sorgen um seinen möglichen Selbstmord als um die eigene Sicherheit gemacht hatte, bekannt waren. In der Tat erklärte Gino den Carabinieri, dass er um Giulias Sicherheit besorgt sei.

„Meine erste Tochter Elena erzählte mir, dass Turetta die Hoffnung nie aufgegeben hatte, wieder mit Giulia zusammenzukommen. Aus diesem Grund war er manchmal dermaßen hartnäckig und besitzergreifend, dass sie beschloss, die Beziehung endgültig zu beenden. Weil er jedoch depressiv war und Giulia befürchtete, dass er eine Verzweiflungstat begehen könnte, sahen sie sich weiterhin. Daher fürchte ich um die Sicherheit meiner Tochter“, gab ihr Vater Gino anlässlich der Vermisstenanzeige zu Protokoll.

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Nach der Vermisstenmeldung wurde nach der jungen Frau sofort intensiv gesucht. Ordnungs- und Rettungskräfte sowie zahlreiche Freiwillige setzten tage- und nächtelang alles in Bewegung, um die junge Frau zu finden. Das Verschwinden von Giulia und die Beobachtung des ersten Angriffs durch den Nachbarn wurden in den ersten Stunden nach der Vermisstenmeldung zunächst aber nicht miteinander in Verbindung gebracht. Es war der Nachbar selbst, der am Sonntagnachmittag Gino ansprach und ihn darüber in Kenntnis setzte.

Facebook/Comune di Vigonovo

In diesem Moment wurde sowohl den Carabinieri als auch Giulias Vater bewusst, dass eine Tragödie geschehen sein könnte. Als auf dem Parkplatz Blutspuren und Fußsohlenabdrücke der Sneakers gefunden wurden, die mit denen übereinstimmten, die auch in Fossò sichergestellt wurden und daher Filippo Turetta zugeschrieben werden konnten, schwanden die Hoffnungen, Giulia lebend wiederzusehen.

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Die folgenden Tage des Bangens und Hoffens endeten an jenem Samstag vor einer Woche, an dem ein Spürhund in einer Schlucht zwischen dem Gebiet des Barcis-Sees und Piancavallo in der friaulischen Provinz Pordenone die Leiche von Giulia Cecchettin entdeckte.

 

Von: ka