Matilde Baldi [20] starb bei illegalem Autorennen – VIDEO

Verstörende Porsche-Fahrer-Chats: “Beim Unfall habe ich den neuen GT3 geschrottet, ich bin mal weg”

Dienstag, 09. Juni 2026 | 08:09 Uhr

Von: ka

Montegrosso/Asti – Im Rahmen der Ermittlungen gegen Franco Vacchina, der am Steuer seines Porsche GT3 am 11. Dezember des vergangenen Jahres den Unfall auf der Autobahn Asti–Cuneo verursacht hat, bei dem die 20-jährige Matilde Baldi ums Leben kam, kamen verstörende Chatnachrichten ans Tageslicht.

Nach dem Unfall tauschte Franco Vacchina, der wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr unter Verdacht steht, Nachrichten mit Freunden aus. „Beim Unfall habe ich den neuen GT3 geschrottet. Ich bin mal weg.“ – „Wie kannst du glauben, dass ich um 20.15 Uhr ein Rennen gefahren bin, bei dem der Verkehr total dicht war?” „In einem Jahr werden wir darüber lachen”, so einige Einträge im Chat des Porsche-Fahrers.

Vacchina wurde am 8. Januar – also rund vier Wochen nach dem tödlichen Unfall – wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr und des Versuchs, Beweise zu vertuschen, verhaftet und unter Hausarrest gestellt. Ihm wird vorgeworfen, mit dem Kleinunternehmer Davide Bertello auf der A33 Asti–Cuneo ein illegales Autorennen ausgetragen zu haben, bei dem Geschwindigkeiten von über 200 Kilometern pro Stunde erreicht wurden. Matilde Baldi erlitt schwerste Verletzungen, als der von Franco Vacchina gesteuerte Porsche mit hoher Geschwindigkeit auf den Fiat 500 auffuhr, in dem sich die 20-Jährige und ihre Mutter befanden. Sie starb fünf Tage später im Krankenhaus von Alessandria.

Instagram/Matilde Baldi

Alles steht schwarz auf weiß in den Ermittlungsakten. Da sind die Nachrichten von Freunden, die versuchen, ihn zu beruhigen: „In einem Jahr werden wir darüber lachen.“ Dann gibt es die Versuche, Kontakte auf höchster Ebene zu knüpfen: „Kennst du den Präfekten von Asti? Hast du einen direkten Draht zu ihm?” Und schließlich die Rechtfertigungen für das Geschehene: „Pech! Ich kann immer noch nicht fassen, wie das passieren konnte.“ Und schließlich mögliche Vertuschungen und Ausflüchte: „Wie kannst du glauben, dass ich um 20.15 Uhr bei dichtem Verkehr ein Rennen gefahren bin?” Auch die Verschiebung eines Abendessens wegen des Unfalls wird erwähnt: „Zwischen dem Chaos auf der Arbeit und dem Unfall, bei dem ich den neuen GT3 zu Schrott gefahren habe, bin ich ein bisschen neben der Spur.“ Über das Opfer, die 20-jährige Matilde Baldi, verlieren sie jedoch keinen Gedanken.

Es handelt sich um die Smartphone-Chats von Franco Vacchina, dem Reifenhändler, der am Abend des 11. Dezembers 2025 mit über 200 Kilometern pro Stunde auf der Autobahn Asti–Cuneo fuhr und dabei Matilde Baldi tötete. Sie wurden von der Turiner Tageszeitung La Stampa veröffentlicht. Die junge Frau saß in dem von ihrer Mutter Elvia Pia gefahrenen Fiat 500, als Vacchina – laut der Staatsanwaltschaft, die gegen ihn ermittelt – in einem Wettrennen mit einem anderen Porsche-Fahrer den Kleinwagen rammte. Und damit den schrecklichen Unfall verursachte.

Instagram/Matilde Baldi

In den von Staatsanwältin Sara Paterno koordinierten Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Asti sind die WhatsApp-Nachrichten gesammelt, die der Mann unmittelbar nach dem Unfall, in den fünf Tagen, in denen Matilde im Koma im Krankenhaus von Alessandria lag, sowie nach ihrem Tod mit einigen Freunden ausgetauscht hat. Gegen Franco Vacchina, einen 60-jährigen Reifenhändler, wird wegen des Unfalls ermittelt.

Nach Abschluss der Ermittlungsphase wurde er unter dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung und des Versuchs, die Beweise für die Geschehnisse jener Nacht zu manipulieren, unter Hausarrest gestellt. Neben Franco Vacchina wurde auch gegen den Fahrer eines zweiten Porsches, den Kleinunternehmer Davide Bertello, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dieser war zwar nicht direkt in den Unfall verwickelt, muss sich jedoch wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten. Er hielt etwa 50 Meter nach dem Unfallort an, stieg dann jedoch wieder in sein Auto und fuhr davon, ohne sich um die Unfallopfer zu kümmern oder die Rettungskräfte zu verständigen.

Es sind verstörende Nachrichten aus dem Chat, die in den Tagen unmittelbar nach dem Unfall geschrieben wurden, als Matilde noch auf der Intensivstation lag. Sie ist am 16. Dezember im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen. Die Männer, die sich diese Chatnachrichten schickten, dachten jedoch nur an das Auto. „Hallo, brauchst du Winterreifen? Zum Abendessen kommen wir gerne vorbei, lass erst mal diese Woche vorübergehen. Zwischen dem Chaos auf der Arbeit und dem Unfall am Donnerstag, bei dem ich den neuen GT3 zu Schrott gefahren habe, bin ich ein bisschen neben der Spur.“

Franco Vacchina wollte auch zum Präfekten durchkommen – ein Versuch, der nie gelungen war. „Hallo“, schrieb Vacchina an einen Bekannten, „hast du noch Kontakt zu Rasero, dem Bürgermeister?“

Instagram/Matilde Baldi

Dann gibt es noch jemanden, der versucht, ihm zu helfen, indem er mit der Polizei spricht: „Ich habe 30 Minuten mit dem Chef der Kriminalpolizei gesprochen. Die Tatsache, dass sie ihre Organe gespendet hat, hat sie vier Tage am Leben gehalten – genug Zeit, um Filmaufnahmen und alles andere zu sammeln und zu sehen, was zum Teufel ihr da gemacht habt … Ihr seid am Corso Savona losgefahren und sie haben die Radaraufnahmen von eurer Geschwindigkeit und davon, was ihr bis zum Unfall gemacht habt. 30 Leute haben ausgesagt, dass ihr ein Rennen gefahren seid … Es gibt Leute, die dich wirklich tot sehen wollen.“

Vacchina ist sich sicher: „Du kennst mich doch, wie kannst du glauben, dass ich um 20.15 Uhr bei dichtem Verkehr ein Rennen gefahren bin?“ Er spricht auch mit demjenigen, der ihm den Kontakt zu einem Sachverständigen vermittelt und ihm versichert, dass „das Wichtigste ist, zu beweisen, dass der Fiat 500 Probleme mit den Sicherheitsgurten und den Airbags hatte“. Und dabei nie ein Wort der Sorge um Matilde, die im Krankenhaus von Alessandria um ihr Leben kämpfte.

Die junge Frau studierte Wirtschaftswissenschaften. Um ihr Studium zu finanzieren, arbeitete sie im Caffè Vergnano im Einkaufszentrum Il Borgo in Asti. Die Studentin liebte Volleyball und spielte in der Mannschaft ihrer Stadt, dem Club76 PlayAsti. Sie wurde nur 20 Jahre alt.

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