Tod von Matilde Baldi: Franco Vacchina steht im Verdacht der Beweisvernichtung – VIDEO

Sportwagenlenker nach tödlichem Unfall bei Autobahnwettrennen festgenommen

Freitag, 09. Januar 2026 | 08:02 Uhr

Von: ka

Montegrosso/Asti – Knapp vier Wochen nach dem tödlichen Verkehrsunfall, bei dem die 20-jährige Matilde Baldi ihr Leben verlor, wurde Franco Vacchina verhaftet. Er ist der Fahrer des Porsches mit deutschem Kennzeichen, der den Unfall kurz vor Weihnachten auf der Autobahn Asti-Cuneo verursacht hatte. Ihm wird Beweisvernichtung vorgeworfen.

„Er hat versucht, die Beweise für den Unfall zu vertuschen, durch den die junge Frau aus Montegrosso in der Provinz Asti getötet wurde”, lautet die schwere Anschuldigung der Staatsanwaltschaft von Asti. Aus diesem Grund wurde der 60-jährige Reifenhändler unter Hausarrest gestellt.

Instagram/Matilde Baldi

Franco Vacchina saß am Steuer des Porsches, der am 11. Dezember des vergangenen Jahres den Unfall auf der Autobahn Asti–Cuneo verursacht hat, bei dem die 20-jährige Matilde Baldi ums Leben kam. Sie erlag fünf Tage später im Krankenhaus von Alessandria ihren schweren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft von Asti soll handfeste Beweise dafür haben, dass Franco Vacchina mit dem Fahrer eines zweiten Porsches, dem Kleinunternehmer Davide Bertello, auf der A33 Asti–Cuneo ein illegales Autorennen ausgetragen hat. Dabei wurden Geschwindigkeiten von bis zu 212,39 Kilometern pro Stunde erreicht.

Neben Franco Vacchina, dem fahrlässige Tötung im Straßenverkehr zur Last gelegt wird, wurde auch gegen Davide Bertello ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dieser war zwar nicht direkt in den Unfall verwickelt, muss sich jedoch wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten. Er hielt etwa fünfzig Meter nach dem Unfallort an, stieg dann jedoch wieder in sein Auto und fuhr davon, ohne sich um die Unfallopfer zu kümmern oder die Rettungskräfte zu verständigen.

Das Wettrennen der beiden Porsche-Fahrer, das am Abend des 11. Dezembers stattfand, begann in der piemontesischen Kleinstadt Asti und wurde dann auf der Autobahn Asti–Cuneo fortgesetzt. Kurz nach der Auffahrt fuhr der von Franco Vacchina gesteuerte Porsche mit hoher Geschwindigkeit auf einen Fiat 500 auf, in dem sich die 20-jährige Frau und ihre Mutter Elvia Pia befanden. Davide Bertello hingegen gelang es, einen Aufprall zu verhindern und dem Fiat 500 noch um Haaresbreite auszuweichen.

Während die Mutter schwere Verletzungen im Gesicht erlitt, wurde der Zustand von Matilde Baldi, die von einem Notarztteam versorgt wurde, sofort als lebensbedrohlich eingestuft. Die junge Frau, die sich im Innenraum des Autos heftig den Kopf gestoßen und ein irreversibles Hirntrauma davongetragen hatte, wurde mit höchster Dringlichkeitsstufe ins Krankenhaus von Alessandria gebracht. Sie verblieb fünf Tage lang im Koma und verstarb am Abend des 16. Dezembers – fünf Tage nach dem schrecklichen Unfall – trotz der Versuche der Ärzte, ihr Leben zu retten. Ihre Familienangehörigen stimmten der Entnahme ihrer Organe zu. Ihre Organspende verhalf nicht weniger als 15 Patienten zu neuer Hoffnung. Ihre Mutter musste sich hingegen einer Reihe von Operationen unterziehen, bevor sie das Krankenhaus verlassen konnte.

Instagram/Matilde Baldi

Die Autobahnpolizei nahm umgehend die Ermittlungen zu dem tödlichen Unfall auf. Schnell erhärteten sich die Verdachtsmomente, dass der Unfall, bei dem eine 20-jährige Studentin ums Leben kam, durch den Aufprall eines Sportwagens verursacht wurde, dessen Fahrer sich mit einem „Kollegen” auf der Autobahn ein illegales Rennen geliefert hatte.

Laut Anklage soll Franco Vacchina in den Tagen nach dem Unfall auch versucht haben, Beweise zu vernichten. Die Festnahme erfolgte auf Antrag der Staatsanwaltschaft von Asti nach Abschluss der ersten Phase der Ermittlungen zur Rekonstruktion des Unfallhergangs und wurde von der Verkehrspolizei von Bra bei Cuneo durchgeführt.

Matilde Baldi war Studentin der Wirtschaftswissenschaften. Um ihr Studium mitzufinanzieren, arbeitete sie im Caffè Vergnano des Einkaufszentrums Il Borgo in Asti. Die 20-Jährige liebte Volleyball und spielte in der Mannschaft ihrer Stadt, Club76 PlayAsti.

Instagram/Matilde Baldi

„Der Club76 PlayAsti nimmt mit Trauer im Herzen aufrichtig Anteil am großen Schmerz der Familie von Matilde Baldi, von Mutter Elvia und Vater Gianluca, von Bruder Lorenzo, unserem Mini-Volleyballtrainer, von den engsten Freunden und von ihrem Freund Francesco über ihren Verlust. Wir erinnern uns an Matilde als junge Sportlerin in unserem Verein. Es gibt keine Worte, die angesichts einer solchen Tragödie Trost spenden können. Ciao Matilde“, nimmt ihr Volleyballverein Abschied von Matilde Baldi.

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