Der Fall Cantone zeigt die Gefahr des Cybermobbings

Vom Sexvideo zum Suizid

Freitag, 16. September 2016 | 06:49 Uhr

Neapel – Die Staatsanwaltschaft von Neapel ermittelt gegen vier Personen wegen Anstiftung zum Suizid in Zusammenhang mit der 31-jährigen Tiziana Cantone. Die Junge Frau hat sich nach monatelangem Cyber-Mobbing in der Wohnung ihrer Mutter erhängt.

Schuld daran sollen mehrere Videos mit sexuellem Inhalt sein, die die 31-Jährige im vergangenen Jahr an einige Bekannte verschickt hat – allerdings mit der klaren Bitte, die Aufnahmen für sich zu behalten. Gegen diese sogenannten “Freunde” wird nun ermittelt.

Die Videos, in denen Tiziana klar zu erkennen ist, landeten jedoch schnell im Internet und wurden in Italien bald sehr bekannt. Zehntausende Websites haben das Video aufgegriffen. Nach der Veröffentlichung verlor die 31-Jährige, die Tochter eines Barbetreibers in einer kleinen Gemeinde in der Provinz Neapel ist, ihre Arbeit.

Zudem wurde sie auf Facebook gemobbt, worauf sie unter Depressionen und Panikattacken litt. Die sensible und lebenslustige Frau wurde zum Schatten ihrer selbst.

Um der unseligen Geschichte ein Ende zu bereiten, versuchte Tiziana sogar, ihren Namen zu ändern, und sie zog in eine andere Region. Zwar ging sie siegreich aus dem Kampf hervor, bei dem sie versuchte, die Sex-Videos auf Facebook, YouTube und anderen Internetseiten entfernen zu lassen. Allerdings musste sie Prozessspesen in Höhe von 20.000 Euro zahlen.

Mit dem Fall befasst sich nicht nur die Justiz, sondern auch die Politik. Mit dem Erfolg sozialer Netzwerke hätten auch negative Effekte wie das Cybermobbing deutlich zugenommen. Oft sind jüngere Menschen und vor allem Frauen das Opfer.

Wichtig sei es vor allem, Kinder und Teenager zu schützen und diese zu befähigen, die Risiken bestimmter Handlungen im Internet zu erkennen, hieß es in Rom. Zugleich wurde auch die Forderung nach einem Gesetz zur Verteidigung des sogenannten „Rechts auf Vergessenwerden“ laut: Damit ist gemeint, dass digitale Informationen mit Personenbezug nicht dauerhaft online gespeichert werden und abrufbar sind.

Von: mk

Kommentare

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11 Kommentare auf "Vom Sexvideo zum Suizid"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Calimero
Grünschnabel
11 Tage 18 h

Wer sich in die Höhle des Löwen begibt kann darin umkommen !

Dublin
Tratscher
11 Tage 17 h

Wer lasst sich denn schon beim Schnackseln filmen. Der muss ja mit sowas rechnen.

Marc
Grünschnabel
11 Tage 16 h

Traurig aber wahr.
Solche Inhalte sind privat und gehören nicht verschickt, geteilt oder veröffentlich. Das war eine Kettenreaktion mit, leider, vorhersehbaren Ereignissen

eisocktoler
Grünschnabel
11 Tage 17 h

Diese Schweine, welche andere Mobben! Solche Leute haben andere auf dem Gewissen und sind genau so erbärmlich! 

Septimus
Grünschnabel
11 Tage 17 h

Die sogenannten “Bekannten” hielten sich nicht an die Vereinbarung,und haben das Vertrauen von Tiziana missbraucht,und mit der Veröffentlichung der Videos Profit zu machen. Egal welche sexuellen Neigungen jemand hat,(sofern sie nicht ins Pädophiele gehen) spielt dabei nicht so eine grosse Rolle…es sind immerhin Private und sehr intime  Angelegenheiten,die niemanden etwas angehen. Schade um die junge Frau… 
Wieviele öffentlich uns Bekannte und nach ausenhin scheinheilige Personen,Menschen müssten wohl Selbstmord begehen,wenn man aufdecken würde wieviele Leichen sie im Keller versteckt halten???

giftzwerg
Grünschnabel
11 Tage 15 h

wos i net versteah isch,wiesso kriagn die ondren die schuld ,hot jo sie den video verschikt

Kurios
Grünschnabel
11 Tage 11 h

Man darf niiiiemals intime Videos verschicken, an niemanden. Wenn man das macht und es verbreitet sich dann in Netzwerken wie Lauffeuer, muss man einfach dazu stehn aber niemals daran zugrunde gehn.

Tomturbo
Neuling
11 Tage 10 h

sucht des Schwein und sperrtn in lebenslänglich

WM
Tratscher
11 Tage 10 h

Suizid ist nie a lösung!!! Schade um der gitsch hot no es ganze leben vor ihr gehabt

herbstscheich
Grünschnabel
11 Tage 9 h

ganz einfach nur mehr krank diese Gesellschaft . .

wuestenblume
Tratscher
10 Tage 20 h

wie weit fällt unsere Gesellschaft noch?

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