Von: red
Tief unter der glitzernden Wasseroberfläche des Gardasees soll ein mysteriöses Wesen leben – „Bennie“, das angebliche Seeungeheuer von Benaco. Der Name leitet sich vom lateinischen Namen des Gardasees – „Lacus Benacus“ – ab. Die Kreatur soll bis zu acht Meter lang, schlangenartig und mit vier Flossen ausgestattet sein. Augenzeugen berichten von einer dunklen Silhouette, die sich geräuschlos durchs Wasser bewegt – immer knapp unter der Oberfläche.
Woher kommt die Legende?
Die Ursprünge des Bennie-Mythos sind schwer zu datieren. Manche Historiker vermuten, dass alte Überlieferungen aus der Römerzeit auf ein „Wasserwesen“ hindeuten könnten. Andere sehen die Legende als moderne Erfindung, inspiriert vom weltberühmten Monster von Loch Ness in Schottland. Die ersten dokumentierten Sichtungen von Bennie tauchten in den 1960-er Jahren auf – zu einer Zeit, in der „Nessie“ weltweit für Schlagzeilen sorgte.
Sichtungen, Gerüchte und moderne Monsterjagd
Einheimische rund um Riva del Garda, Malcesine oder Limone sul Garda erzählen von seltsamen Wellenbewegungen auf spiegelglattem Wasser, von dunklen Schatten in der Tiefe – oder von einem Moment, in dem „die Natur plötzlich still wurde“. Offiziell gibt es keine wissenschaftlichen Belege für Bennies Existenz, doch die Faszination wächst. In Riva del Garda bieten einige Veranstalter spezielle Bootstouren an – mit dem augenzwinkernden Ziel, „Bennie zu finden“. Ideal für Kinder, aber auch für Erwachsene mit Sinn für das Geheimnisvolle.
Gardasee: Ein Ort voller geologischer Geheimnisse
Mit einer Tiefe von bis zu 346 Metern ist der Gardasee der tiefste See Italiens. An einigen Stellen fällt der Boden steil ab – wie ein Unterwasser-Abgrund. In diesen dunklen Tiefen könnte sich – zumindest in der Vorstellung – vieles verbergen. Die Nähe zu den Alpen, die tektonische Entstehungsgeschichte und die reiche Tierwelt verleihen dem See zusätzlich ein mystisches Flair.
Marmitte dei Giganti: Spuren aus einer anderen Zeit
Rund um Nago-Torbole, einem Hotspot für Surfer:innen und Wandernde, liegen die geheimnisvollen „Marmitte dei Giganti“ – kreisrunde Felstrichter, die während der letzten Eiszeit entstanden sind. Der Name bedeutet übersetzt „Töpfe der Riesen“ – ein Hinweis auf ihre mystische Wirkung. Schon die alten Siedler der Region hielten sie für das Werk übernatürlicher Kräfte. Kein Wunder also, dass sich auch Bennies Geschichte perfekt in diese Kulisse einfügt.
Bennie im Vergleich zu Nessie & Co.
„Bennie“ reiht sich in eine lange Liste berühmter Seeungeheuer ein:
Nessie (Loch Ness, Schottland)
Champ (Lake Champlain, USA/Kanada)
Ogopogo (Okanagan Lake, Kanada)
Diese Wesen gehören weltweit zur modernen Folklore – und auch Bennie ist längst Teil der touristischen und kulturellen Identität des Gardasees geworden.
Fakten oder Fantasie?
Ob Seeungeheuer oder bloß Lichtspiel und Wellenbrechung – eines ist sicher: Die Legende um Bennie lebt weiter. Sie inspiriert Kunst, zieht Tourist:innen an und erinnert daran, dass in jeder Landschaft ein kleines Stück Unerklärliches wohnen darf.
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