Enel stellt zwei Millionen Euro für Familien der Opfer zur Verfügung

Weiter Vermisstensuche nach Kraftwerksexplosion in Italien

Freitag, 12. April 2024 | 01:23 Uhr

Von: apa

Die Zahl der Todesopfer nach der Explosion in einem italienischen Wasserkraftwerk am Suviana-See in den Apenninen bei Bologna vom Dienstag ist auf sechs gestiegen: Am Donnerstag wurden die Leichen von drei der vermissten Arbeiter geborgen. Ein letzter Vermisster wird noch gesucht, so die Rettungseinheiten. Es bestehe keine Hoffnung, ihn lebend zu finden. Der Betreiber des Werks Enel Green Power stellt indes zwei Millionen Euro für die Familien der Opfer zur Verfügung.

Der Konzern betonte, er werde alles unternehmen, um den Angehörigen der Todesopfer und der Verletzten Unterstützung zu leisten, hieß es in einer Presseaussendung. Der genaue Hergang des Unglücks ist noch unklar. Fest steht, dass sich die Explosion bei Arbeiten an einer Turbine etwa 30 Meter unterhalb des Wasserspiegels ereignete. Zeugen berichteten von einem lauten Knall, der auch in vielen Kilometern Entfernung noch zu hören war. Infolge der Explosionsschäden drang viel Wasser ins Werk ein, was die Bergungsarbeiten erschwert. Anfangs stand das Kraftwerk auch in dichtem Rauch.

Wasserdrohnen und Taucher waren bei der Suche im Einsatz. Der Staudamm an sich – etwa zwei Kilometer vom Wasserkraftwerk entfernt – wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Explosion wurde die Stromproduktion unterbrochen, was nach Angaben der Betreiberfirma aber keine größeren Auswirkungen auf die Stromversorgung der Region hatte. Das Kraftwerk beliefert sowohl die Region Emilia Romagna als auch die Toskana.

Bei den geborgenen Toten handelt es sich um Arbeiter, die für Subunternehmen tätig waren. Salvatore Bernabei, CEO von Enel Green Power, dem direkten Betreiber des Wasserkraftwerks, betonte, dass für die Arbeiten an den Turbinen die besten Unternehmen ausgewählt worden seien. Am Donnerstag fand in der Region Emilia Romagna, in der sich das Wasserkraftwerk befindet, ein achtstündiger Streik statt, mit dem die Arbeitnehmer mehr Sicherheit am Arbeitsplatz verlangten. Arbeitsministerin Marina Elvira Calderone erklärte, die italienische Regierung werde sich mehr für Arbeitssicherheit einsetzen.

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