Verzweifelte Ehefrau muss Ermordung ihres Mannes mit ansehen – VIDEO

„Willst du jetzt auch mich umbringen?“

Dienstag, 04. April 2017 | 07:03 Uhr

Budrio/Emilia Romagna – Seit Samstagabend ist in Budrio, einer Kleinstadt in der Nähe von Bologna in der Emilia Romagna, nichts mehr so wie es war.

Twitter/Budrio

An diesem verhängnisvollen Abend gegen 21.30 Uhr schlug ein untersetzter, maskierter, militärisch gekleideter und mit einem Schrotgewehr bewaffneter Mann die Eingangstür der Bar „Gallo“ in Budrio auf, bedrohte den Barbetreiber sowie die Gäste und verlangte nach den Tageseinnahmen. Wahrscheinlich um der Überwachungskamera zu entgehen, drängte der Räuber den Besitzer der Bar, den 52-jährigen Davide Fabbri, in den hinteren Teil des Lokals. In diesem Moment kam es zur dramatischen Eskalation. Davide Fabbri versuchte sich zu verteidigen und ergriff das Schrotgewehr, wobei unabsichtlich mehrere Schüsse abgegeben und unter anderem mehrere Gäste und – so die Vermutung der Ermittler – auch der Räuber verletzt wurden. Aber es war nicht vorbei. Im Kampf mit dem Barbesitzer zog der Räuber eine zweite Waffe – eine verchromte Pistole – und schoss damit Davide Fabbri aus kürzester Distanz in den Kopf.

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Ohne einen Euro aus der Kasse zu entnehmen, wollte der Räuber aus der Bar flüchten, als die Ehefrau von Davide Fabbri, Maria Fabbri, durch die Schüsse aufgeschreckt und mit einem Besen „bewaffnet“ die Stiege herunterstürzte. Der Räuber drehte sich um und hielt der Frau die Handfeuerwaffe an den Hals.

Im Angesicht des Todes schleuderte Maria Fabbri dem Mörder ihres Mannes ein „Che fai? Vuoi ammazzare anche me?“(„Was tust Du? Willst du jetzt auch mich umbringen?“, Anmerkung der Redaktion) entgegen. Für einen Bruchteil einer Sekunde sah die Frau in die Augen des Räubers, in denen sie keinen Hauch von Gnade zu erkennen glaubte. Doch der Räuber drückte nicht ab und floh aus der Bar. Kurze Zeit später kehrte er kaltblütig zurück, um das Schrotgewehr, das er im Lokal, in dem nun Davide Fabbri tot in einer Blutlache am Boden lag, vergessen hatte, zurückzuholen. Anschließend suchte er zu Fuß endgültig das Weite.

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Seit dem Mord an dem im Ort sehr beliebten und bekannten Davide Fabbri steht Budrio unter Schock. In der ganzen Region wird nach einem dringend Tatverdächtigen, auf dem die Personenbeschreibung passt, gesucht. Ein bereits polizeibekannter Mehrfachtäter, der am letzten Donnerstag inder Nähe von Ferrara einem Wächter die Pistole, auf der die Beschreibung der Tatwaffe – eine verchromte Pistole der Marke Smith & Wesson – passt, gestohlen hatte, ist laut Angaben der Ermittler dringend tatverdächtig. Der bestohlene und bedrohte Wächter einer Wach- und Schließgesellschaft erkannte im Video der Überwachungskamera den Mann und seine Waffe wieder. Seit der Aussage des Wärters wird der vermutete Mörder, der 41-jährige „Igor der Russe“ genannte ehemalige Angehörige der russischen Armee Igor Vaclavic, von einer Vielzahl von Ordnungskräften gejagt.

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In Budrio selbst wurde für den ermordeten Davide Fabbri ein Fackelumzug organisiert. Der Tod des Barbesitzers löste in ganz Italien eine rege Diskussion um Kriminalität und Notwehr aus. Auch Mario Cattaneo, der am vergangenen 10. März einen Einbrecher, der in sein Landgasthaus eingedrungen war, erschossen hatte, SüdtirolNews berichtete – https://www.suedtirolnews.it/italien/einbrecher-erschossen-vorsaetzliche-toetung-oder-notwehr – meldete sich zu Wort und forderte ein Eingreifen des Staates.

 

Von: ka