Von: ka
Bordighera – Der schreckliche Tod der erst zwei Jahre alten Beatrice aus Bordighera in Ligurien erschüttert die italienische Öffentlichkeit. Das Mädchen wurde der Autopsie zufolge nach monatelangen Misshandlungen durch „zahlreiche und heftige Schläge“ getötet. Die Mutter des Mädchens, Manuela Aiello, wurde bereits am 9. Februar, dem Tag der Auffindung der Leiche, wegen schwerer Misshandlungen mit Todesfolge festgenommen.
Am Samstag wurde auch ihr Lebensgefährte Manuel Iannuzzi wegen desselben Verbrechens verhaftet. Die Festnahme des 42-Jährigen erfolgte nach wochenlangen Ermittlungen, bei denen auch erschütternde und verstörende Fotos und Videos entdeckt wurden, die Blutergüsse und Misshandlungen zeigen. Das schlimmste Video zeigt, wie das weinende Mädchen unter dem Gelächter der beiden zum Rauchen gezwungen wird. Die beiden Schwestern des Opfers wurden von ihrer Mutter und deren Lebensgefährten dazu angehalten, gegenüber den Ermittlern zu schweigen. Nach wochenlangen Bemühungen und mit Unterstützung eines Psychologen berichteten die Mädchen schließlich über das unaussprechliche Martyrium, das Beatrice bis zu ihrem schrecklichen Tod erleiden musste.

Nach der Mutter des zweijährigen Mädchens, Beatrice, das am 9. Februar 2026 tot in Bordighera aufgefunden wurde, wurde am Samstag auch ihr Lebensgefährte Manuel Iannuzzi verhaftet. Ihm wird „Misshandlung mit Todesfolge des Kindes“ vorgeworfen, derselbe Straftatbestand, der auch der Mutter zur Last gelegt wird. Sie wurde bereits am Tag der Entdeckung festgenommen.
Das kleine Mädchen wurde tot im Haus seiner Mutter aufgefunden. Die Frau hatte Rettungskräfte gerufen und angegeben, das Kind habe Atembeschwerden. Der Notarzt und sein Team stellten jedoch Prellungen und Flecken am Körper des Kindes fest. Der Gerichtsmediziner kam nach der äußerlichen Untersuchung zum Schluss, dass der Tod einige Stunden zuvor, also in der Nacht, eingetreten sei. Laut der Rekonstruktion des Ermittlungsrichters des Gerichts von Imperia soll die Frau mehrere Stunden mit ihrer bereits verstorbenen Tochter im Auto verbracht haben, bevor sie Alarm schlug.
Manuela Aiello gab gegenüber den Carabinieri an, die Blutergüsse am Körper des Mädchens seien auf einen Sturz von der Treppe einige Tage zuvor zurückzuführen. Sie habe die Nacht vom 8. auf den 9. Februar mit ihren drei Töchtern im Haus ihres neuen Partners in Perinaldo verbracht. Als sie aufwachte, habe sie die drei Mädchen mitgenommen und sei mit dem Auto nach Hause gefahren. Die Widersprüche in der Aussage der Frau, der Vergleich ihrer Darstellung mit den Aufnahmen der Überwachungskameras sowie die Aussagen einiger Zeugen veranlassten die Carabinieri, die Frau zu verhaften. Auf richterliche Anordnung wurde sie in Untersuchungshaft genommen und in das Gefängnis von Genua verlegt, in dem sie sich noch immer befindet.
Die Obduktion der Leiche des Mädchens bestätigte den Anfangsverdacht der schweren Misshandlung mit Todesfolge. Es wurden zahlreiche Verletzungen sowie ein Schädeltrauma als Todesursache festgestellt. Die mit den Untersuchungen und Beschlagnahmungen beauftragten Spurensicherer der Carabinieri fanden Blutspuren im Auto der Frau sowie im Haus ihres Partners in Perinaldo. Das gegen ihn eingeleitete Ermittlungsverfahren mündete am Samstag in seine Verhaftung.

Laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA enthielt das bei Iannuzzi sichergestellte Smartphone Fotos des kleinen Mädchens mit geschwollenem Gesicht sowie Bilder von ihr nach mutmaßlichen Misshandlungen. Unter den Dateien befand sich sogar ein Video, das zeigt, wie die Zweijährige gezwungen wird, eine Zigarette zu rauchen, während die Erwachsenen lachen und das Kind in Tränen ausbricht. Den Ermittlern zufolge ist der Tod des Kindes die Folge einer Reihe von gewalttätigen und schikanösen Vorfällen über einen längeren Zeitraum. Laut der Anklage umfassten diese Ohrfeigen, Schläge, das Ziehen der Haare, Schläge mit Gegenständen und wiederholte Übergriffe, die im Laufe der Zeit zu Verletzungen führten und schließlich tödlich endeten. Der Tod wurde demnach durch ein Schädeltrauma infolge der wiederholten Verletzungen verursacht. Die vom Smartphone des Verdächtigen sichergestellten Inhalte stellen laut den Ermittlern direkte Beweise für den Kindesmissbrauch dar. Die Ermittler bezeichneten dieses Detail als „eines der verstörendsten in dem gesamten Fall”.
Die Ermittlungen ergaben eine allmähliche Verhaltensänderung bei Aiello nach Beginn ihrer Beziehung mit Iannuzzi im November 2025.
Die Ermittler beschreiben ein von Alkohol- und Drogenkonsum geprägtes Umfeld. Die Frau, die getrennt von dem Vater der Mädchen lebt – der Vater der Mädchen befindet sich derzeit wegen anderer Straftaten im Gefängnis – soll viel Zeit mit ihrem neuen Partner in einem illegal besetzten Bauernhaus in Perinaldo bei Imperia verbracht haben. Das Haus wird als heruntergekommen und für die Unterbringung von Minderjährigen als ungeeignet beschrieben.
Laut dem Mailänder Corriere della Sera empfand Iannuzzi die drei Mädchen zunehmend als Belastung und missbilligte ihre Anwesenheit. Aus diesem Grund soll Aiello ihre drei Töchter oft allein in ihrem Haus in Montenero gelassen und sie der Obhut ihrer neunjährigen älteren Schwester anvertraut haben, insbesondere nachts. In einem in der Akten dokumentierten Gespräch soll das Mädchen gefragt haben, wie es mit Beatrices untröstlichem Weinen umgehen solle. Die Antwort, die sie erhielt, war angeblich kurz angebunden: „Kümmere du dich darum!”
Der 33-seitige Haftbefehl beschreibt ein Muster fortgesetzter Misshandlung und körperlicher Gewalt. Demnach gipfelten die Gewalttätigkeiten am Abend des 7. Februars, als das Kind einen heftigen Schlag auf den Kopf erlitt, der zu einem schweren Schädel-Hirn-Trauma führte. Trotz der Schwere der Situation soll Iannuzzi laut den Ermittlern verhindert haben, dass jemand den Notruf wählte. Die Schwestern des Kindes flehten ihre Mutter wiederholt an, Beatrice ins Krankenhaus zu bringen, doch die Frau folgte den Anweisungen ihres Partners. Anstatt den Notruf zu wählen, wurden improvisierte und erfolglose Wiederbelebungsversuche unternommen, darunter das Eintauchen in kaltes Wasser und die Verabreichung von Zuckerwasser.
Die Ermittlungen ergaben außerdem, dass den beiden Schwestern unmittelbar nach dem Vorfall eingeschärft worden war, den Carabinieri nichts zu sagen: „Sagt ihnen bitte, sie sei die Treppe hinuntergefallen!“ Während der ersten Vernehmungen wurde diese Darstellung beibehalten, doch nach wochenlangen beaufsichtigten Gesprächen und psychologischer Betreuung berichteten die Mädchen schließlich über das unaussprechliche Martyrium, das Beatrice bis zu ihrem schrecklichen Tod erleiden musste.
Wie La Repubblica berichtet, befinden sich die beiden Mädchen heute in einem Schutz- und Betreuungsprogramm. „Es geht ihnen besser, und sie erholen sich erstaunlich gut“, erklärte Alberto Lari, Generalstaatsanwalt von Imperia. Bislang liegen keine Vorwürfe direkter körperlicher Gewalt gegen sie vor. Doch beide schilderten den Behörden Monate voller Angst, Anspannung und zutiefst traumatischer Erlebnisse.
Weit über Bordighera hinaus sind Trauer und Entsetzen groß. In den Tagen nach dem Tod des kleinen Mädchens wurde eine berührende Nachricht an einem Baum gefunden: „Ruhe in Frieden, kleiner Engel. Möge mein Mutterherz dir Frieden schenken, kleine Beatrice. Ruhe in Frieden, Engel. Eine Mutter, die immer an dich denkt.“




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