Brandanschlag

Zwei Festnahmen nach Tod von Landarbeitern in Italien

Dienstag, 02. Juni 2026 | 11:45 Uhr

Von: apa

Nach dem Tod von vier pakistanischen Landarbeitern in der süditalienischen Region Kalabrien haben die Ermittler zwei pakistanische Staatsangehörige festgenommen. Die Männer stehen im Verdacht, an dem Tötungsdelikt beteiligt gewesen zu sein, teilte die Staatsanwaltschaft der Stadt Castrovillari am Dienstag mit. Den Ermittlungen zufolge wurden die vier Opfer in einem Kleinbus eingeschlossen und anschließend bei lebendigem Leib verbrannt.

Videoaufnahmen einer Überwachungskamera an einer Tankstelle in der Ortschaft Amendolara in der Provinz Cosenza sollen den Ablauf der Tat dokumentieren. Auf den Bildern ist laut Polizei zu sehen, wie zwei Personen die Fahrzeugtüren von außen blockieren, während über die Heckklappe offenbar brennbare Flüssigkeit in das Fahrzeug gelangt. Kurz darauf ist eine Stichflamme zu erkennen. Die Täter flüchten anschließend vom Tatort.

Überwachungssystem ließ Tatverdächtige auffliegen

Die Verdächtigen wurden stundenlang auf der Polizeistation von Cosenza vernommen. Die Ermittler waren ihnen nach eigenen Angaben mithilfe der Aufnahmen des Tankstellen-Überwachungssystems auf die Spur gekommen.

Der Brand war an einer Tankstelle entlang der viel befahrenen Staatsstraße SS106 ausgebrochen. Feuerwehrkräfte gingen zunächst von einem Fahrzeugbrand aus. Erst nach dem Löschen des Feuers entdeckten sie die verkohlten Überreste von vier Menschen im Inneren des Kleinbusses.

Identitäten der Opfer nicht veröffentlicht

Die Opfer waren nach bisherigen Erkenntnissen pakistanische Landarbeiter, die in der Region beschäftigt gewesen waren. Ihre Identitäten wurden zunächst nicht veröffentlicht. Ob die Männer bereits vor dem Brand getötet wurden oder noch lebten, als das Feuer gelegt wurde, ist Gegenstand der Ermittlungen. Aufgrund des Zustands der Leichen konnten erste Untersuchungen keine eindeutigen Hinweise liefern.

Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft Castrovillari und der Kriminalpolizei von Cosenza geführt. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte die Tat im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen innerhalb der Arbeitsgemeinschaften von Migranten in den Landwirtschaftsgebieten der Gegend stehen.

Zuletzt mehrfach Brandanschläge auf Fahrzeuge

Die Ermittler prüfen insbesondere die Spur eines gewaltsamen Konflikts um Arbeitsmöglichkeiten, Aufenthaltsdokumente oder Unterkünfte. In den vergangenen Monaten waren in der Gegend bereits mehrere Brandanschläge auf Fahrzeuge pakistanischer Migranten registriert worden.

Eine Beteiligung der kalabrischen Mafiaorganisation ‘Ndrangheta halten die Ermittler derzeit für unwahrscheinlich. Als Begründung verweisen sie unter anderem auf die ungewöhnliche Tatbegehung am helllichten Tag an einem Ort mit Videoüberwachung.

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