Team K kritisiert IDM-Südtirol-Shop im Waltherpark

“260.000 Euro für ein Marketing-Experiment”

Montag, 01. Juni 2026 | 09:30 Uhr

Von: mk

Bozen – Das Team K übt Kritik am sogenannten Südtirol-Concept-Store im Waltherpark. Für den Landtagsabgeordneten Alex Ploner ist das Projekt ein Paradebeispiel für einen falschen Einsatz von Steuergeld und eine fragwürdige Marketingstrategie der IDM. Die Antwort auf eine Landtagsanfrage liefert Daten.

Aus der Antwort geht hervor, dass der Shop als einjähriges Pilotprojekt angelegt ist und insgesamt mehr als 260.000 Euro Steuergeld in Einrichtung, Umsetzung und Betreibervergütung fließen. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen, insbesondere zu Umsätzen und wirtschaftlichem Nutzen, unbeantwortet.

Der Shop wurde im Oktober 2025 von der IDM wie folgt beworben: “Ein Ort, an dem die Marke Südtirol lebendig wird. Ein besonderer Ort ist entstanden. Im Südtirol Shop wird die Marke sichtbar, erlebbar und greifbar. So wie sich auch die Marke in den letzten 20 Jahren weiterentwickelt hat und heute für die Vielfalt einer ganzen Region steht, so vielfältig sind auch die Produkte, die du dort findest.”

„Hier wird eine Viertelmillion Euro Steuergeld in ein Projekt gesteckt, das nach einem Jahr wieder verschwindet und niemand weiß, ob es überhaupt etwas bringt. Es gibt keine Zahlen zum Umsatz, keine Kennzahlen zur Wirkung und keine messbaren Ergebnisse. Das ist kein seriöses Wirtschaften, das ist ein Blindflug auf Kosten der Steuerzahler. Südtirol kämpft mit den Folgen von Übertourismus. Unsere Marke ist international extrem stark und bekannt, teilweise zu stark. Und ausgerechnet jetzt glaubt die IDM, mit einem Shop im Waltherpark noch mehr Aufmerksamkeit erzeugen zu müssen. Das ist völlig widersprüchlich und strategisch nicht nachvollziehbar“, so Alex Ploner vom Team K.

Der Shop verfolgt laut Landesregierung unter anderem das Ziel, die Markenbekanntheit zu steigern und die Nachfrage nach Südtirol-Produkten zu testen. Laut Antwort des Landesrates Marco Galateo betreibt das Unternehmen Kauri Store SRL den Shop, das über einen Wettbewerb ausgewählt wurde. Es erhält monatlich über 11.000 Euro aus öffentlichen Mitteln, behält jedoch alle Einnahmen aus dem Shop. Umsatzdaten sind dem Land nicht bekannt. Das Team K verweist auf internationale Beispiele, in denen Regionen und starke Marken bewusst anders vorgehen: „So setzen etwa Tourismusdestinationen oder Markenregionen häufig auf Lizenzmodelle, bei denen private Anbieter Produkte unter Verwendung der Marke vertreiben, während die öffentliche Hand über Lizenzgebühren direkt profitiert. Dieses Prinzip stelle sicher, dass die Marke wirtschaftlich genutzt wird, ohne dass Steuergeld für den operativen Verkauf eingesetzt werden muss“, erklärt das Team K.

„Ich werde eine weitere Anfrage einbringen, um klarzustellen, wer diese Entscheidung zu verantworten hat und auf welcher Grundlage sie getroffen wurde. Es braucht volle Transparenz über die Ausschreibung, die Auswahlkriterien und die Zielsetzung dieses Projekts. Dieses Projekt ist kein zukunftsweisendes Innovationsprojekt, sondern ein teures Marketing-Experiment ohne klare Zielsetzung und ohne messbaren Nutzen. In Zeiten knapper öffentlicher Mittel können wir uns solche Fehlentscheidungen schlicht nicht leisten“, so Alex Ploner abschließend.

Bezirk: Bozen

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