Fast die Hälfte aller Gemeinden vom Bettenstopp ausgenommen

“56 Gemeinden von 116 sind keine Ausnahme, sondern die Regel”

Mittwoch, 11. März 2026 | 12:34 Uhr

Von: mk

Bozen – Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Madeleine Rohrer zeigt sich entsetzt. Die Gemeinden, die vom Bettenstopp ausgenommen werden sollen, hat die Landesregierung nun in einer Liste zusammengefasst. Rohrer kritisiert vor allem die Länge der Liste.

Insgesamt geht es um 56 Gemeinden – also mehr als doppelt so viele, wie ursprünglich versprochen. In fast der Hälfte aller Südtiroler Gemeinden werde der Bettenstopp damit weiter ausgehöhlt, kritisiert Rohrer: „Es geht um jene Orte, in denen Unternehmen und Investoren weitere fünf Jahre Zeit bekommen, um ihr Chalet, Hotel oder Resort zu bauen.“

SVP-Obmann Dieter Steger habe noch vor wenigen Wochen gegenüber den Medien beruhigt, es würde sich um maximal 25 Gemeinden handeln, bemängelt Rohrer. So viele strukturschwache Gemeinden, die gleichzeitig von Abwanderung bedroht sind, gebe es in Südtirol gar nicht. Ausnahmen sollten „äußerst restriktiv“ gewährt werden.

Wörtlich schreibt Rohrer in einem Beitrag auf Facebook:

Es ist die klassische Ankündigungspolitik der SVP, die sich mittlerweile leider im Wochenrhythmus zeigt. Damit wird viel kaputt: die Sicherheit, dass man sich auf getroffene Entscheidungen und das Wort der Landesregierung verlassen kann; das Vertrauen, dass eine Landesregierung dem Druck einflussreicher Lobbys standhält; und die Zuversicht, dass die touristische Entwicklung Südtirols endlich wieder ins Gleichgewicht gebracht wird.

56 Gemeinden von 116 sind keine Ausnahme, sondern die Regel. Die Südtirolerinnen und Südtiroler verdienen sich eine Landesregierung, die ihr Wort hält. Wir werden uns weiter mit aller Kraft dafür einsetzen, dass der Tourismus in Südtirol endlich wieder in die Balance findet.

Bezirk: Bozen

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