Von: apa
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger nimmt am Montag am “EU-Ethiopia Business Forum” in Addis Abeba teil. Bei dem Gipfel in der Hauptstadt Äthiopiens wird die NEOS-Politkerin auch mit dem EU-Kommissar für internationale Partnerschaften, Jozef Sikela, und ihrem äthiopischen Amtskollegen Gedion Timothewos konferieren. Weiters ist ein Termin im Rahmen der Afrikanischen Union geplant. “Afrika ist ein Chancenkontinent und ein wichtiger Partner für Österreich”, so Meinl-Reisinger.
Dies Reise stehe auch im Zusammenhang “mit der Erarbeitung einer gesamtstaatlichen Afrikastrategie” und unterstreiche das Ziel Österreichs, die Beziehungen zu afrikanischen Partnerstaaten wirtschafts- und sicherheitspolitisch weiterzuentwickeln, hieß es im Vorfeld. Es liegt “in unserem Interesse, in Afrika politisch und wirtschaftlich stärker präsent zu sein”, betonte die Außenministerin.
“Österreich und Europa müssen dem wachsenden Einfluss Russlands und Chinas in Afrika mit einer aktiven, glaubwürdigen und langfristigen Partnerschaft begegnen.” Bereits am Sonntag besuchte Meinl-Reisinger in Addis Abeba vertretene österreichische Unternehmen und ein Entwicklungszusammenarbeitsprojekt der in Äthiopien engagierten Austrian Development Agency (ADA).
Österreich baut auf “Afrika-Strategie”
Die österreichische Bundesregierung arbeitet derzeit an einer “Afrika-Strategie”, weil Afrika mit seiner jungen und dynamischen Bevölkerung ein enormes wirtschaftliches Potenzial von über 2,5 Milliarden Euro biete. Afrika und liege damit in einer ähnlichen Größenordnung wie der Mercosur-Raum, hieß es dazu im Vorfeld der Reise aus dem Außenministerium. “Besonders für ein exportorientiertes Land wie Österreich eröffnen sich dadurch große Wirtschaftschancen. Diese liegen insbesondere in den Bereichen Umwelttechnologien, Wassermanagement, Infrastruktur, Agribusiness und Tourismus.”.
Schon heute zählen elf afrikanische Staaten zu den 20 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt, wird betont. “Bis 2050 wird voraussichtlich ein Viertel der Weltbevölkerung in Afrika leben.” In den Vereinten Nationen verfügten die afrikanischen Länder zudem über mehr als ein Viertel der Stimmen. Zudem hätten die Entwicklungen in Afrika direkten Einfluss auf die sicherheits- und wirtschaftspolitischen Interessen Europas und Österreichs. “Ohne Stabilität auf dem Kontinent wird der Migrationsdruck auf Europa nicht abnehmen. Terrorismus, organisierte Kriminalität und regionale Konflikte wirken sich auch auf Österreich aus.”
Schwerpunktländer der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit sind neben Äthiopien auch Burkina Faso, Mosambik und Uganda. Wichtig sei auch die Kooperation im Rahmen der “EU Global Gateway Strategie”. Der österreichische Fokus liegt vor allem auf Konnektivität und Erneuerbarer Energie: Ein österreichisches “Flaggschiffprojekt” stehe im Zusammenhang mit dem “südlichen Wasserstoffkorridor” Dabei soll grüner Wasserstoff soll aus Tunesien und Algerien über Pipelines nach Italien, Österreich und Deutschland geliefert werden.
Punkto Sicherheit wird vom Österreichischen Außenministerium (BMEIA) die Beteiligung an EU- und UN-Missionen hervorgehoben. Dazu zählen die Missionen EUBAM in Libyen, EUNAVFOR Aspides im Roten Meer und dem Golf von Aden, EUMAM in Mosambik und MINURSO in der Westsahara. Österreich unterstütze aber auch die Mission der afrikanischen Union (AU) im äthiopischen Bundesstaat Tigray und setze sich für den Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Österreich und der Afrikanischen Union ein, wurde im Vorfeld der Reise betont.
Äthiopien mit hohem Wirtschaftswachstum
Äthiopien bietet mit über 130 Millionen Einwohnern und hohem Wirtschaftswachstum von bis zu acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ökonomische Potenziale in den Bereichen Infrastruktur, Energie, Gesundheit, Maschinenbau und Agrarwirtschaft. Der direkte Warenaustausch ist zwischen Österreich und Äthiopien ist indes eher gering. Das Exportvolumen nach lag 2024 aus österreichischer Sicht bei rund neun Millionen Euro, die Importe bei etwa fünf Millionen.




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