Von: luk
Bozen – An ihr Versprechen, Fachgutachten von landeseigenen Kommissionen bei der Genehmigung von Projekten zu respektieren, erinnern Alpenverein Südtirol, Dachverband für Natur- und Umweltschutz und Heimatpflegeverband Südtirol die Landesregierung.
Demnächst soll über das Projekt einer Zufahrtsstraße zur Eppacher- und Tristenalm in Rein in Taufers befunden werden.
“Zum Projekt liegt ein negatives Gutachten der Dienststellenkonferenz vor. Alle drei Verbände haben bereits in den vergangenen Tagen einen direkten schriftlichen Appell an die Mitglieder der Landesregierung gerichtet”, heißt es in einer Aussendung.
„Tristen- und Eppacheralm befinden sich im Naturpark Rieserferner-Ahrn und im Natura 2000-Gebiet und liegen am plattenbelegten Wanderweg zur Kasseler Hütte, der landschaftlich perfekt in das Gelände eingefügt ist. Das Projekt sieht einen neuen teilweise sehr steilen, zwei Kilometer langen Zufahrtsweg (bis zu 28 Prozent) für die beiden Almen vor, der nur durch einen hohen technischen Aufwand und damit verbundene massive Eingriffe in die einmalige und naturbelassene Landschaft des Naturparks machbar ist“, sagt AVS-Präsident Georg Simeoni.
Für den Wegebau seien Felssprengungen erforderlich und es müssten hohe Stützmauern und eine Brücke über eine kleine Schlucht errichtet werden. “Seit 15 Jahren wird dieses Projekt in unterschiedlichen Varianten immer wieder diskutiert. Die zuständige Kommission hat nun bereits das zweite Projekt negativ bewertet.” In diesem Fall werde nicht nur der Bau der Straße mit hohen Kosten auch für den Steuerzahler zu Buche schlagen, sondern auch in der Instandhaltung kostspielig sein, so die drei Verbände unisono.
„Auch eine Zufahrtsstraße wird die längerfristige Almbewirtschaftung nicht sicherstellen, wie andere Beispiele zeigen“, sagt Claudia Plaikner, Obfrau des Heimatpflegeverbandes.
„Aus der Sicht des Naturschutzes ist diese Almerschließung ein No-Go und die Entscheidung der Landesregierung wird wegweisend sein. Die vernünftige Erschließung unserer Bergwelt ist schon seit langem abgeschlossen. Uns ist kein anderes Land bekannt, wo beinahe jede Alm mit einer aus Steuermitteln gebauten Straße erschlossen ist. Jeder Straßenbau vernichtet gewachsenen Boden, bedarf grauer Energie und ist sowohl in der Bauphase als auch im Betrieb ein Störfaktor für wildlebende Tiere und Pflanzen. Das wollen und dürfen wir nicht mehr akzeptieren und daher erwarten wir uns im Sinne einer kohärenten Naturschutzpolitik, die endgültige und ablehnende Beschlussfassung der Landesregierung“, sagt Elisabeth Ladinser, Vorsitzende des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz.




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