Ein Kommentar

Begegnungen der tierischen Art

Dienstag, 08. Oktober 2019 | 09:44 Uhr

Bozen – Im Trentino sorgt wieder einmal das Großraubwild für erhitzte Gemüter. Erst vor wenigen Tagen wurde ein Spaziergänger von einem Bären überrascht und vor rund einer Woche ist im Valsugana-Tal ein Mann offenbar von einem Jungwolf verfolgt worden.

Während sich Tierschützer und Landwirte nach wie vor uneins über das Management von Großraubtieren sind, reagierten die direkt Betroffenen erst einmal perplex und dann verängstigt – fast so, als hätten sie ein UFO gesehen.

Der Kontakt mit der Natur ist für viele die Konfrontation mit einer Realität, die sie kaum mehr einschätzen können. Dies gilt umso mehr für Wälder, in denen Raubtiere leben, die bis vor Kurzem nicht da waren und nur in einer entfernten Vergangenheit bei uns existierten.

Auch wenn wir theoretisch wissen, dass sich in bestimmten Gegenden Bären und Wölfe herumtreiben, bleiben die Tiere unberechenbar. Grundsätzlich meiden sie zwar den Kontakt zum Menschen, trotzdem kann dies im Fall von Problemtieren rasch anders ausschauen. Kommen Bären etwa erst einmal auf den Geschmack von menschlichen Essensresten oder von Honig aus Bienenstöcken, ist die ursprüngliche Scheu bald überwunden.

Wichtig bleibt, dass man die Thematik nüchtern betrachtet. Während sich die Landwirtschaft den Vorwurf gefallen lassen muss, in Sachen Herdenschutz bislang recht wenig unternommen zu haben, müssen Tierschützer auch begreifen, dass Herdenschutz nicht überall möglich ist und dass es unter Umständen um die Lebensgrundlage von Familien geht. Ist man erst einmal zu Kompromissen fähig, verlieren andere Situation erst recht ihren Schrecken.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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4 Kommentare auf "Begegnungen der tierischen Art"


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Septimus
Septimus
Superredner
15 Tage 2 h

Es lebe der Bär 🐻 und der Wolf 🐺 in den Weiten Kannadas,in der Steppe Sibiriens oder sonst wo,dort eben wo jene Raubtiere ihrem natürlichen Trieb zu jagen ungestört nachgehen können.In unseren vom Menschen zu dicht besiedelten Breitengraden gibt es auf Dauer keine Zukunft…nur Konflikte…zum Schaden beider Spezies….😔😔

Tanne
Tanne
Tratscher
15 Tage 2 h
In einer Zeit wo dicke Geldscheine auf den Bäumen hängen, wo fast niemand mehr Hungern muss, wo fast jeder im Überfluss, da sollte ein miteinander schon möglich sein. Im Sommer hatte ich Besuch von Verwandten aus Australien, und wir haben uns über die zurückgekehrten Alpenbewohner, Bär, Wolf, Luchs, Bartgeier und so weiter Unterhalten. Ob sie da auch eine Gefahr sehen würden, war meine Frage. Sie lachten, und sagten, mein Gott, jede noch so kleine Spinne, Schlange usw. ist bei uns in Australien gefährlicher als die eure Großraubtiere. Wir Leben, wir Leben gut zusammen, auch wenn schon mal ein Schlangenbiss auch… Weiterlesen »
Popeye
Popeye
Universalgelehrter
14 Tage 10 h
Dieser Kommentar sagt viel aus. Ich bin absolut kein Tierschutzaktivist. Ich wandere viel im Trentino, kenne mich in manchen Gegenden recht gut aus. Was auffalt ist dass die Begegnungen total uebertrieben werden : – Ein Jungwolf ist aus Neugierde einen MTBer irgendwo inder Valsugana hinterher gelaufen, und sofort schreit man Mord und Brand. -Ein Jungbaer hat ein Bisschen Fallobst gefressen im Nonstal, und sofort weinen alle. – Wahrscheinlich der gleiche Jungbaer ist spielerisch hinter eine Joggerin hergelaufen, und man schreit dass “Sie es nur mit Glueck ueberlebt hat”. Es gibt Verhaltensregel und die werden meist nicht eingehalten. Alle raubtiere, auch… Weiterlesen »
Slotty
Slotty
Grünschnabel
13 Tage 6 h

@Popey
Super. Ich bin voll und ganz Ihrer Meinung. Nur das Regulieren von Hirsch- und Rehbestand durch den Wolf, sehe ich ein wenig kompliziert, obwohl Ihre Aussage vollkommen richtig ist. Denn, wenn heute die Bauern und einige “Ich bin gegen alles”-Menschen gegen den Wolf protestieren, sind es morgen auch unsere Jäger. Denn um  den Rotwildbestand usw. nicht zu gefährden aber den Wölfen genug Nahrung zu lassen, müsste man die Abschusszahlen nach unten korrigieren und damit hätten mit Sicherheit auch unsere Heger und Pfleger (aka Jäger) ein riesiges Problem.  

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