Von: mk
Bozen – Bei der Vollversammlung vom Verkehrsamt in Bozen am 20. April 2026 sind erneut Rekordzahlen vermeldet werden. Neben einem Touristenplus von 6,5 Prozent bei den Ankünften hat Bozen im Jahr 2025 ein Plus von 10,3 Prozent bei den Nächtigungen geknackt. Die Millionenhürde sei geknackt worden, so die Verantwortlichen. Die Begeisterung teilt allerdings nicht jeder. „Sie haben immer noch nicht verstanden, wann genug ist“, schreibt der grüne Gemeinderat Rudi Benedikter in einer Aussendung.
Tourismuslandesrat Luis Walcher soll bei der Versammlung erklärt haben: „Der Tourismus muss auf die Menschen, die in Bozen leben, zugehen.“ Und weiter: „Wir müssen bei der Bevölkerung mehr Akzeptanz schaffen.“ Man müsse die „saisonalen Schwankungen“ ausgleichen und auch die anderen Stadtviertel bewerben.
„Die Grausbirn stehen mir auf bei solchen Floskeln!“, wettert Benedikter. „Wenn Jahr für Jahr mehr Touristenmassen auf die Menschen in Bozen zugehen, wenn hinter dem Euphemismus „saisonale Schwankungen ausgleichen“ auch noch die letzten halbwegs touristenschwachen Wochen im Jahr vollgestopft werden mit Amerikanern, Arabern und Chinesen – dann werden Sie das Gegenteil von Akzeptanz schaffen!“
Benedikter fragt weiter: „Warum sollten die Bozner auch das alles akzeptieren? Verkehrskollaps an den Stadt-Zufahrten, überfüllte Parkplätze, Parksuchverkehr, dem Menschengedränge in wenigen Straßen des Stadtzentrums, die überfüllten Restaurant, die Invasion der ratternden Rollkoffer mit Ziel Airbnbs im Stadtzentrum. Und dieser Zustand soll sich auf das ganze Jahr ausweiten?“
Statt in „Vogue, Forbes, The Guardian, Corriere della Sera, Fallstaff“ (Verkehrsamt-Direktorin Agosti) weiter Touristen anzulocken, brauche es seiner Ansicht zumindest ein Moratorium aller offiziellen Tourismuswerbung für die Stadt durch Verkehrsamt und IDM. „Die private und die inoffizielle in den sozialen Medien wuchert ohnehin immer stärker“, erklärt Benedikter abschließend.




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