Sabotage und Einflussoperationen

Bericht: Ex-Wagner-Netzwerke sollen Sabotageakte in Europa unterstützen

Montag, 16. Februar 2026 | 11:42 Uhr

Von: luk

Moskau – Ehemalige Mitglieder und Unterstützer des russischen Söldnernetzwerks “Wagner” könnten laut Geheimdienstquellen verstärkt in Sabotageaktivitäten in Europa eingebunden sein. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf westliche und europäische Sicherheitsbeamte.

Demnach hätten Rekrutierer und Propagandisten, die früher für das Netzwerk tätig waren, neue Aufgaben erhalten: Sie sollen Menschen in europäischen Ländern anwerben, die aus finanziellen Gründen bereit seien, Gewalt- oder Störaktionen auszuführen. Der Status der Wagner-Strukturen ist seit der gescheiterten Meuterei im Juni 2023 unklar, nach der ihr Gründer Jewgeni Prigoschin ums Leben kam.

Sabotage und Einflussoperationen

Nach Angaben der zitierten Geheimdienstmitarbeiter soll der russische Militärnachrichtendienst GRU auf bestehende Kontakte und Fähigkeiten zurückgreifen. Diese Netzwerke hätten sich als effektives Instrument erwiesen, um auf einfache Weise Operationen umzusetzen.

Zu den mutmaßlichen Aufgaben gehörten Brandstiftungen gegen Fahrzeuge von Politikern oder Lager mit Hilfsgütern für die Ukraine sowie Täuschungsaktionen, etwa das Auftreten als extremistische Propagandisten. Rekrutiert würden häufig gesellschaftlich marginalisierte Personen, die gegen Bezahlung handeln.

Digitale Rekrutierung und Desinformation

Das Umfeld des Netzwerks war zudem eng mit Online-Einflusskampagnen verbunden. Prigoschin stand auch hinter der in Sankt Petersburg ansässigen Internet Research Agency, die bereits seit Jahren mit Desinformation westliche Zielgruppen ansprach. Laut Bericht sollen über Social-Media-Konten, die Wagner zugerechnet werden, etwa Ende 2023 britische Staatsbürger angeworben worden sein.

Europäische Sicherheitsbehörden zeichnen inzwischen das Bild eines weit verzweigten Systems aus sogenannten „Wegwerf-Agenten“, das über mehrere Länder hinweg aktiv sein könnte. Die Angaben beruhen auf Einschätzungen von Geheimdiensten. Unabhängige Bestätigungen im Detail liegen nicht vor.

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