Autonomie bietet „Motivation“

Besuch aus Israel: Autonomiemodell als Hoffnungsspender

Donnerstag, 15. November 2018 | 13:06 Uhr
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Bozen – Vor dem Hintergrund der militärischen Auseinandersetzungen dieser Woche in Gaza, der anschließenden Feuerpause, die den Rücktritt von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman zur Folge hatte, besucht derzeit eine Delegation aus Israel, die sich aus jüdischen und arabisch-palästinensischen Mitgliedern zusammensetzt, Südtirol.

Im Rahmen ihres Besuchs ist die Abordnung heute Morgen mit Landeshauptmann Arno Kompatscher zu einem längeren Gespräch zusammengetroffen. Dabei gab Landeshauptmann Kompatscher Einblick in die Geschichte Südtirols, in die Autonomie  und deren Eckpfeiler. “Die Delegation aus Israel möchte die Südtirolautonomie als Modell kennenlernen, um daraus hilfreiche Ansätze zur Verbesserung der Beziehungen zwischen der jüdischen Mehrheit und der palästinensisch-arabischen Minderheit in Israel zu gewinnen”, informierte Landeshauptmann Kompatscher nach dem Treffen. “Ich habe aufgezeigt, welche Lösungen für Südtirol gefunden wurden, um das friedliche Zusammenleben zu garantieren. Es gibt große Unterschiede zwischen der Situation in Israel, aber auch einige Gemeinsamkeiten. Das Bemühen um Minderheitenrechte und die Anerkennung der Minderheiten darf nie enden. Die Lösung von Konflikten erfordert vor allem aber auch die Kompromissbereitschaft aller Beteiligten.”

Eyal Ben Reuven, der für die Mittellinkspartei Zionist Union im israelischen Parlament, der Knesset, sitzt, zeigte sich beeindruckt vom Erfolg des Südtiroler Autonomiemodells, das “Hoffnung und Motivation ist, um den Weg der Befriedung unseres Konflikts fortzusetzen”.

Der Parlamentarier Yousef Jabareen von der arabischen Joint List verwies darauf, dass den 20 Prozent arabisch-palästinensischer Bevölkerung Israels wesentliche individuelle und kollektive Rechte vorenthalten würden. Allein die Tatsache, dass Arabisch nicht als offizielle Sprache anerkannt werde, schließe von einer Teilhabe in vielen Bereichen aus. Was in Südtirol gelungen sei, gebe aber Hoffnung und Antrieb, die Bemühungen fortzusetzen.

Bei der heutigen Zusammenkunft wurde die Errichtung einer Plattform angeregt für einen kontinuierlichen Austausch über Minderheitenangelegenheiten und Best-Practice-Projekte. Besonders im Bereich von Schule, Kultur und Jugendarbeit könne erfolgreich am Abbau von Vorurteilen und für das Zusammenleben gearbeitet werden.

Im Rahmen ihres Südtirolbesuchs findet morgen im Forschungszentrum Eurac Research in der Bozner Drususallee eine öffentlich zugängliche Konferenz statt. Mitglieder des israelischen Parlaments, palästinensische Journalisten und Autoren, Unternehmer und Vertreter von nichtstaatlichen Organisationen werden sich dabei mit Forschenden der Eurac über das Zusammenleben aus politischer und sozialer Sicht austauschen. Diese Konferenz wird vom Verein Antenna, Eurac Research und dem Italienischen Zentrum für den Frieden in Nahost (CIPMO) organisiert und in englischer Sprache abgehalten.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "Besuch aus Israel: Autonomiemodell als Hoffnungsspender"


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Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

Autonomiemodell? Bittschie net….

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Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

die ukraine haben sie jedenfalls nicht überzeugt😀

Wolke
Wolke
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Schön wär’s ja, aber ich glaube nicht, dass solche Ansätze von den Machthabern in Israel auch nur im Entferntesten gewollt sind. Früher hätte ich das ja vielleicht noch für möglich gehalten, aber seit ich selbst mehrere Wochen dort war, die Situation mit all den neuen jüdisch-israelischen Siedlungen im Westjordanland, die auch weiterhin wie Pilze aus dem Boden sprießen und wie der Alltag dort für die palästinensische Bevölkerung ausschaut, sehe ich die Situation realistischer.
Und in den gleichgeschalteten, einseitig berichtenden Medien sehen wir ja auch immer nur Bilder von steinewerfenden Palästinensern und niemals von den militanten, gewalttätigen Siedlern:

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Tratscher
1 Monat 3 Tage

Südtirol poltern in alle Richtungen von ihrem Autonomie System um den sie bei jedem Regierung’s Wechsel aufs neue zittern müssen …

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Israel braucht kein Autonomiemodell sondern soll sich an die Einhaltung der Menschenrechte halten

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