Biden wirft Trump Verwendung von Nazi-Rhetorik vor

Biden läutet mit Angriff auf Trump heiße Wahlkampfphase ein

Samstag, 06. Januar 2024 | 03:45 Uhr

US-Präsident Joe Biden hat mit einem scharfen Angriff auf den Republikaner Donald Trump die heiße Phase des Wahlkampfs eingeleitet. Trump sei bereit, “unsere Demokratie zu opfern”, um wieder an die Macht zu kommen, sagte Biden am Freitag in einer Rede im Bundesstaat Pennsylvania. Am Vorabend des dritten Jahrestags des Sturms von Trumps Anhängern auf das Kapitol warf der Demokrat seinem Vorgänger vor, mit Lügen “die Geschichte stehlen” zu wollen.

“Wir wissen alle, wer Donald Trump ist”, sagte Biden. “Die Frage lautet, wer sind wir?” Eine Stellungnahme von Trump lag nicht vor. Sein Wahlkampfteam veröffentlichte kurz vor der Rede einen Spot, in dem Biden als “der wahre Zerstörer der Demokratie” bezeichnet wurde.

Biden warf Trump eine Wiederwahlkampagne mit dem Ziel vor, “Rache und Vergeltung” an politischen Gegnern zu üben. Der Republikaner habe seine Widersacher als “Ungeziefer” bezeichnet, “genau die gleiche Sprache, die in Nazi-Deutschland verwendet wurde”. Biden sagte fast flüsternd: “Wie kann er es wagen? Wer in Gottes Namen glaubt er, wer er ist?”

Die Demokraten warnen seit Monaten vor einem Abgleiten der USA in die Autokratie, sollte Trump wiedergewählt werden. Dieser hatte Anfang Dezember gesagt, er wolle am “ersten Tag” nach einer Wiederwahl wie ein Diktator handeln. Er hat zudem erklärt, er werde gegen seine politischen Gegner Ermittlungen einleiten lassen, sie in Haft nehmen und auch anderweitig gegen sie vorgehen.

Biden sollte seine Rede ursprünglich am Samstag halten, dem eigentlichen Jahrestag des Kapitolsturms vom 6. Jänner 2021. Allerdings wurde der Termin wegen eines anrückenden Sturms vorgezogen.

Biden hat in den vergangenen Monaten wiederholt auf die Gefahr verwiesen, die nach seiner Darstellung der US-Demokratie von Trump droht. Trump und seine Anwälte haben den Vorwurf eines Aufstandes gegen die USA zurückgewiesen. Seine Aussagen am 6. Jänner 2021 seien durch die Meinungsfreiheit gedeckt gewesen. Gegen Trump ist keine Anklage erhoben worden wegen “insurrection”, also eines Aufstandes im Sinne der Verfassung. Der Geschäftsmann hat mehrere Anklagen gegen ihn als Teil einer politischen Verschwörung bezeichnet.

Bidens Wahlkampfteam hat angedeutet, die Warnung vor einer Gefahr für die Demokratie mit Alltagsthemen in den USA zu verbinden wie Arbeitsplätze und Inflation, jedoch auch Waffengewalt, die Gesundheitsversorgung und Abtreibung. Eine Reuters/Ipsos-Erhebung von Mitte Dezember bestätigte die Bedeutung dieser Themen für die Wähler: Neun von zehn Befragten gaben an, dass die Wirtschaft für ihr Wahlverhalten wichtig sein werde. Etwa 45 Prozent der Befragten sagten, dass Trump einen besseren Ansatz für die Wirtschaft habe, 33 Prozent Biden.

Trump griff unterdessen Biden scharf an. “Nicht eine Sache ist unter dem korrupten Joe Biden besser geworden. Alles ist ein Schlamassel”, sagte Trump vor mehreren hundert jubelnden Anhängern auf der Kundgebung im ländlichen Nordwesten von Iowa. Er ging in seiner Rede hingegen nur kurz auf die Ereignisse des 6. Jänner ein. Stattdessen wiederholte er die unbegründete Behauptung, dass der Wahlkampf 2020 durch weit verbreiteten Wahlbetrug verfälscht worden sei.

In seiner Rede zehn Tage vor der ersten Runde der republikanischen Vorwahlen zeichnete der ehemalige Präsident ein düsteres Bild von den Vereinigten Staaten. Er bezeichnete die USA als eine “scheiternde” Nation, die von “Terroristen” und Einwanderern aus “Irrenhäusern” heimgesucht werde, die über die Grenze aus Mexiko in die USA strömten. Er scherzte über eine frühere Bemerkung, in der er sagte, er werde am ersten Tag seiner Präsidentschaft ein Diktator sein. Er nahm diese Bemerkung jedoch nicht ausdrücklich zurück.

Zehn Monate vor der Wahl liegen die beiden Bewerber insgesamt faktisch Kopf-an-Kopf: Trump führt in der jüngsten Reuters/Ipsos-Umfrage zwar mit 38 Prozent zu 36 Prozent vor Biden. Die übrigen 26 Prozent zeigten sich jedoch unentschlossen.

Von: APA/Reuters

Kommentare

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22 Kommentare auf "Biden läutet mit Angriff auf Trump heiße Wahlkampfphase ein"


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Privatmeinung
Privatmeinung
Universalgelehrter
1 Monat 27 Tage

Bei Biden weiss man leider manchmal nicht mehr, von welcher Epoche er spricht.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 27 Tage

Dasnist bei dir auch nicht so sicher! Vor allem von was du sprichst!
Wer für die Demokraten als Spitzenkandidat antritt hat das Vertrauen seiner Leute. Hat die letzte Wahl gewonnen und die Wähler standen und stehen hinter ihm.
Jemanden derart zu unterschätzen, nur weil er alt ist, ist äußerst dumm!

Faktenchecker
1 Monat 27 Tage

” Biden läuft für Wahlkampf warm Trump “ist bereit, unsere Demokratie zu opfern” ”

https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Trump-ist-bereit-unsere-Demokratie-zu-opfern-article24643314.html

XBU_CobraElite
XBU_CobraElite
Tratscher
1 Monat 27 Tage

Biden wird lächerlich untergehen 😂

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 27 Tage

Nicht mal die Simpsons konnten vorausahnen, welche Konsequenzen Trumps Präsidentschaft für die USA haben würde. In ihrer Version hatte das nur zum Bankrott geführt.

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 27 Tage

…sogar ein Besenstiel ist besser als der orange 🏀 Dodel…

Hut
Hut
Grünschnabel
1 Monat 27 Tage

deine Redensart ist vielmehr als verwerflich,möchte nicht wissen was bei dir so abgeht-

Faktenchecker
1 Monat 26 Tage

@Hütchen immer noch nicht geknackt dass hier aus gutem Grunde dauernd verhanselt wirst??😂

sarnarle
sarnarle
Universalgelehrter
1 Monat 27 Tage

Biden wäre in einem Altersheim besser aufgehoben.

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 27 Tage

…der 🏀 in der Psychiatrie…viel jünger ist er nebenbei ah net…
🤪

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 26 Tage

Im Gegensatz zu dem altrn Mann bist du doch ein Nichts, nicht war? Also wen kritisierst du?

Faktenchecker
1 Monat 26 Tage

NG Warum fragst Du?

hundeseele
hundeseele
Universalgelehrter
1 Monat 27 Tage

Kann der sich glatt noch erinnern was er tut oder tat oder wer er ist?

spotz
spotz
Tratscher
1 Monat 27 Tage

und ,bitte was ist unter binden besser geworden??

Goennenihrwichtigtuer
Goennenihrwichtigtuer
Universalgelehrter
1 Monat 27 Tage

Zu kuan Bürgerkrieges kemmen… 😉 und nimmer des gstresse mit den Twitter… schun Grund genua in orangen nit zu wählen…

Hustinettenbaer
1 Monat 27 Tage

@spotz
Es wird in staatliche Infrastruktur, Klimaschutz, neue Fabriken – etwa zur Chip-Produktion – im eigenen Land investiert. Er versucht mit dem Inflation Reduction Act (IRA), gezielt Industrieproduktion in die USA zurückzuholen.

https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/bidenomics-100.html

Zugspitze947
1 Monat 26 Tage

spotz: Jede Menge ! Die Umwelt wurde besser geschützt und das RECHT der Demokratie ausgebaut ! TRUMPL will alles zerstören,er gehört ins Gefängnis zu seinen Kapitolkumpanen 🙁

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 27 Tage

…nicht zu glauben, dass in diesem riesigen Land, weder die Republikaner, noch die Demokraten, halbwegs akzeptable Kandidaten präsentieren können…

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 27 Tage

Du weißt nicht mal was Biden in seiner Regierungszeit geleistet hat. Ib gut ider schlecht! Also red nicht Quatsch! Unf sinst erklär was dich stört.

fingerzeig
fingerzeig
Superredner
1 Monat 27 Tage

@doolin
teile selten ihrer meinung oder humor…je nach dem…
dennoch….dieses mal haben sie es auf den nenner gebracht.

Zugspitze947
1 Monat 26 Tage

Doolin: Im Prinzip hast du Recht,aber bis auf das Alter ist BIDEN ein guter Präsident 🙂

krokodilstraene
krokodilstraene
Universalgelehrter
1 Monat 27 Tage

wie kann es sein, dass es bei diesen vielen Millionen Amerikanern nur diese beiden Seniorenclub-mitglieder gibt…??

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