Caprine Arthritis-Enzephalitis-Tests nur in Südtirol Pflicht

Blaas: Ausmerzprogramm für virusinfizierte Schafe und Ziegen ist zu überdenken

Freitag, 06. Juli 2018 | 17:18 Uhr

Bozen – In Südtirol werden jedes Jahr mehrere Schafe und Ziegen aufgrund von Viruserkrankungen notgeschlachtet. Dies erfolgt aufgrund eines vom Land vorgeschriebenen Ausmerzprogramms. Ziegen werden jährlich auf Lentiviren untersucht. Die so genannten Caprine Arthritis-Enzephalitis-Tests (CAE-Tests) sind aber nicht ganz unumstritten. Nachdem nun von mehreren Seiten Kritik an den CAE-Tests laut wurde, hat der Landtagsabgeordnete der Freiheitlichen Walter Blaas die Landesregierung mit der Angelegenheit befasst.

„Das Problem mit diesen Untersuchungen ist, dass die Zuverlässigkeit der Proben nicht immer gegeben ist. Es ist nämlich schon öfters vorgekommen, dass bei mehreren vorgenommenen Proben keine eindeutigen Ergebnisse angegeben werden konnten. Zwar hat Landesrat Arnold Schuler auf meine Anfrage hin erklärt, dass das Lentivirus eine sehr lange Inkubationszeit hat, aber für die Tierhalter bedeuten unzuverlässige Proben nur Schwierigkeiten“, so der Abgeordnete der Freiheitlichen.

Für Walter Blaas gilt es auch einen anderen Aspekt abzuklären. „Meiner Meinung nach ist die Sinnhaftigkeit der verpflichtenden Durchführung der CAE-Tests zu hinterfragen. In Südtirol sind die CAE-Tests aufgrund eines Dekretes des Landesveterinärdirektors vom 27. Oktober 2017 verpflichtend eingeführt worden. Im benachbarten Trentino und anderen Regionen Italiens gibt es hingegen keine derlei Ausmerzprogramme. In Tirol werden CAE-Untersuchungen nur vom Zuchtverband bei den eingeschriebenen Mitgliedsbetrieben vorgenommen“, so Blaas.

Landesrat Schuler verweist in seiner Antwort darauf, dass in Südtirol alle Ziegen, die älter als sechs Monate sind, jährlich vom Betriebsarzt oder vom Amtstierarzt auf CAE geprobt werden. Die Tests werden in Südtirol gänzlich von der öffentlichen Hand getragen und entstammen vom deutschen Referenzlabor Friedrich Löffler Institut.

Bezogen auf die letzten vier Jahre, wurden dem Abgeordneten Walter Blaas nachstehende Zahlen geliefert:

Mit Besorgnis blickt Blaas auf die in den Keller gefallenen Preise für Schafe und Ziegen. „Dazu beigetragen hat sicherlich auch das Verkaufsverbot von gesunden Tieren für einen Zeitraum von ganzen sechs Monaten, wenn es in einem Stall ein infiziertes Tier gegeben hat. Diese Regelung müsste meiner Ansicht nach unbedingt überarbeitet werden. Auch der Umstand, dass das Land keine Impulse für den freien Markt schaffen will, wird dazu führen, dass sich die Marktpreise längerfristig nicht erholen werden.“

Walter Blaas hofft abschließend, dass die Landesregierung von ihrer bisherigen Einstellung abgeht und den Tierhaltern von Schafen und Ziegen zur Seite springt. Es müsse eine Revision der CAE-Bestimmungen angepeilt werden, damit sich der Tiermarkt in Südtirol endlich aufraffen könne, fordert der freiheitliche Abgeordnete.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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3 Kommentare auf "Blaas: Ausmerzprogramm für virusinfizierte Schafe und Ziegen ist zu überdenken"


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amazone
amazone
Neuling
9 Tage 4 h

aber wehe der Wolf hätte sie gerissen

giftzwerg
giftzwerg
Universalgelehrter
8 Tage 11 h

hätte ja auch das land bezahlt.   weiss sonst nicht wie das geld loswerden

thomas
thomas
Universalgelehrter
8 Tage 12 h

gezielt entnehmen! alle Schwarzen Schafe entnehmen

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