Von: luk
Bozen – Die Gemeinderatsfraktion der Grünen hat am 5. Mai einen Beschlussantrag im Gemeinderat eingebracht, der die Stadt gezielt auf zunehmende Hitzewellen vorbereiten soll. “Ziel es, ein flächendeckendes Netz an öffentlich zugänglichen, kühlen Rückzugsorten zu schaffen und diese für alle Bürgerinnen und Bürger sichtbar und erreichbar zu machen.”
“Hitze ist längst kein Randthema mehr, sondern eine konkrete Gefahr für die Gesundheit – besonders für ältere Menschen, Kinder und sozial schwächere Gruppen”, erklärt Gemeinderätin Cornelia Brugger. “Nicht alle haben die Möglichkeit, sich in klimatisierte Räume zurückzuziehen. Genau hier muss die Stadt Verantwortung übernehmen.”
“Der Antrag sieht vor, alle kühlen und schattigen öffentlichen Orte wie Bibliotheken, Museen, Bürgerzentren, Grünflächen, Brunnen und Schwimmbäder systematisch zu erfassen und über eine interaktive Karte sowie eine gedruckte Übersicht zugänglich zu machen. Ergänzend sollen gezielt Zufluchtsorte vor der Sommerhitze eingerichtet werden, die während Hitzewellen kostenlos nutzbar sind – insbesondere in jenen Stadtvierteln, die sozial stärker belastet sind. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der sozialen Zugänglichkeit: So soll geprüft werden, ob Seniorinnen und Senioren über 70 Jahren sowie besonders gefährdete Personen an Tagen mit extremer Hitze freien Eintritt in die städtischen Schwimmbäder erhalten können. Auch eine bessere Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel ist vorgesehen”, so Brugger.
“Flankierend setzt der Antrag auf Information und Prävention. In Zusammenarbeit mit Sozialdiensten, Stadtviertelräten, Vereinen und Apotheken sollen gezielte Sensibilisierungskampagnen gestartet werden, um über Risiken von Hitzewellen und Schutzmaßnahmen aufzuklären. Gleichzeitig sollen bestehende Studien zu Hitzeinseln stärker kommuniziert und Maßnahmen wie Baumpflanzungen und Entsiegelung konsequent weitergeführt werden. Es geht nicht um einzelne Maßnahmen, sondern um ein Gesamtkonzept“, so Brugger. „Eine Stadt, die sich ernsthaft mit der Klimakrise auseinandersetzt, muss auch im Alltag dafür sorgen, dass Menschen gut durch den Sommer kommen. Leider hat der Gemeinderat unseren Beschlussantrag nicht angenommen.”




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