Welttag der Kranken

Bürgermeister Corrarati empfängt Ulrich Seitz

Mittwoch, 11. Februar 2026 | 17:23 Uhr

Von: mk

Bozen – Krank zu sein bedeutet nicht nur, körperlich geschwächt zu sein, sondern oft auch, sich allein zu fühlen. Der Alltag wird kleiner, die Welt draußen läuft weiter – und viele Betroffene fühlen sich unsichtbar. In solchen Momenten ist es ein großes Geschenk, Menschen um sich zu haben, die sich kümmern und unterstützen. Anlässlich des Welttages der Kranken am 11. Februar betonen der Bürgermeister von Bozen, Claudio Corrarati, und der Referent für Menschen mit Behinderung, Ulrich Seitz, dass der Blick noch stärker auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sowie ihrer Angehörigen gerichtet werden muss.

In Bozen leben rund 7.500 Menschen mit einer Behinderung, einer Invalidität oder einer schweren Beeinträchtigung ihres Alltags – mit steigender Tendenz. Derzeit beziehen etwa 7.000 Personen in der Landeshauptstadt eine Pflegeeinstufung. Zudem warten rund 1.200 Boznerinnen und Bozner auf eine Antwort der Landesverwaltung auf ihren Antrag zur Entlastung in der Pflege. Die Wartezeiten sind sehr lang und betragen teilweise mehr als sechs Monate. Bozen ist mit seinem Landeskrankenhaus außerdem zentrale Anlaufstelle für zahlreiche komplexe Krankheitsbilder, die nur hier behandelt werden können.

Corrarati und Seitz danken in diesem Zusammenhang ausdrücklich dem ärztlichen wie auch dem nichtärztlichen Personal für seinen täglichen Einsatz und die hohe Professionalität. Zugleich unterstreichen sie, dass neben den Kranken insbesondere auch die Anliegen der pflegenden Angehörigen ernst genommen werden müssen.

In Bozen betreuen derzeit rund 4.500 Menschen ihre Angehörigen zu Hause – im Durchschnitt über einen Zeitraum von fünf Jahren und oft ohne nennenswerte Unterstützung von außen. „Hier braucht es mehr konkrete Hilfestellungen, sowohl personeller als auch finanzieller Art“, betonen Corrarati und Seitz. Pflege werde zunehmend kostenintensiver und stelle für die Betroffenen eine erhebliche körperliche und psychische Belastung dar.

Die Stadt Bozen steht damit vor großen Herausforderungen. Gemeinsam mit den zuständigen Diensten und in enger Zusammenarbeit mit dem aktiven Vereinswesen gilt es, die aktuellen Aufgaben noch konsequenter anzugehen. Dies betrifft insbesondere klinische Härtefälle sowie die sozialen Folgen von Krankheiten, etwa wenn durch Arbeitsplatzverlust oder Isolation im Alter soziale Armut entsteht. Die Fallzahlen steigen seit Jahren, und auch die Einbindung der Sozialdienste nimmt kontinuierlich zu.

Eine verlässliche medizinische Versorgung ist für Menschen mit chronischen Erkrankungen unerlässlich. Regelmäßige Arztbesuche sind entscheidend, um den Krankheitsverlauf zu überwachen und Therapien anzupassen. Nur so kann frühzeitig auf Veränderungen reagiert und die Behandlung optimiert werden. Hier, so sind sich Corrarati und Seitz einig, müsse angesetzt werden, um – nicht zuletzt durch politische Entscheidungen – jene Rahmenbedingungen zu sichern, die eine bestmögliche wohnortnahe Versorgung gewährleisten.

Abschließend erklärt Bürgermeister Corrarati: „Der Welttag der Kranken erinnert mich daran, dass eine Gesellschaft nur dann menschlich ist, wenn auch die Verletzlichen zählen. Und das beginnt mit einer kleinen Geste, einem freundlichen Blick oder einem aufmerksamen Wort – mitten in der Notaufnahme.“

Bezirk: Bozen

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