Krieg in Europa bis vor wenigen Jahren noch unvorstellbar

Bürgermeister Corrarati empfängt Vertreter der ukrainischen Gemeinschaft

Dienstag, 24. Februar 2026 | 18:54 Uhr

Von: mk

Bozen – Anlässlich des vierten Jahrestages des russischen Einmarsches begrüßte Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati heute eine Delegation der ukrainischen Gemeinschaft in Südtirol und die Vorsitzende des ukrainischen Vereins „Soniashnyck“ Luba Starovska im Rathaus.

Das Treffen stand ganz im Zeichen der Solidarität mit der Ukraine und des Gedenkens an die Opfer des russischen Angriffskriegs, der vier Jahre nach Beginn der Kriegshandlungen noch immer Tod und Leid über die Ukraine bringt. Bürgermeister Corrarati betonte in seiner Ansprache, dass es noch vor wenigen Jahren unvorstellbar gewesen sei, dass in Europa erneut ein Krieg ausbrechen könne. Besonders beeindruckt zeigte sich Corrarati von der Kraft der Frauen, die trotz enormer Belastungen eine bemerkenswerte moralische Stärke und Widerstandskraft zeigten, so Corrarati.

Corrarati betonte in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung offizieller Gedenkveranstaltungen. Doch nicht immer reiche die Erinnerung an das, was war, aus, um weitere Gewalt und Angriffe zu verhindern. Er äußerte die Hoffnung, dass man in den kommenden Monaten zu einem echten und dauerhaften Frieden komme, der den ins Ausland geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern die Möglichkeit gebe, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Die Stadt Bozen stehe weiterhin fest an der Seite der ukrainischen Gemeinschaft, so Corrarati.

Freiheit gebe es nur dort, wo es unterschiedliche Kulturen und Weltanschauungen sich austauschen und friedlich zusammenleben. Südtirol sei ein Beispiel dafür, so Corrarati, der sich besorgt zeigte über das Schicksal der Kinder und Jugendlichen, deren Aufwachsen von Krieg, Angst und Bedrohung geprägt ist.

Abschließend dankte der Bürgermeister der ukrainischen Delegation für ihren Besuch an diesem so schmerzhaften Tag. „Kein Grund, sei er politischer oder ideologischer Natur, kann jemals einen Krieg rechtfertigen. Ich danke den Menschen in der Ukraine für ihre Stärke und für ihre Fähigkeit, unerschütterlich, mit Haltung und Würde nach Gerechtigkeit zu streben.“

Bezirk: Bozen

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