Trump wieder im Ukraine-Lager?

CIA stellt klar: Kein Angriff auf Putin-Residenz

Freitag, 02. Januar 2026 | 16:01 Uhr

Von: idr

Moskau/Kiew/Washington – Im Fall der vermeintlichen ukrainischen Drohnenangriffe auf Wladimir Putins Residenz versuchen nun die USA Klarheit zu schaffen: Der CIA bestätigte nun die Darstellung der Ukraine, nach der es keinen Angriff auf das Luxusanwesen gegeben habe und bricht damit den sonst Russland-freundlichen Kurs der US-Administration. Anschuldigungen stehen im Raum, dass Moskau einen Verwand schafft, mit dem sie Verhandlungen über eine Beilegung des Ukrainekriegs ablehnen können.

In der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember will Russlands Luftabwehr 91 ukrainische Drohnen abgefangen haben – alle angeblich auf dem Weg zu Putins Waldai-Residenz in der Region Nowgorod, rund 350 Kilometer nordwestlich von Moskau. Außenminister Sergej Lawrow sprach von einem versuchten. Der russische Machthaber selbst informierte US-Präsident Donald Trump telefonisch über den Vorfall. Der Kreml drohte mit einer Neubewertung der laufenden Friedensverhandlungen.

Trump überraschend Putin-kritisch

Doch laut Wall Street Journal, PBS und CNN kam die CIA zu einem ganz anderen Ergebnis: Der ukrainische Drohnenangriff habe einem militärischen Ziel in derselben Region wie Putins Residenz gegolten – allerdings nicht in der Nähe des Anwesens. CIA-Chef John Ratcliffe informierte Trump am Mittwoch über die Erkenntnisse. Am selben Tag teilte der US-Präsident überraschend einen russlandkritischen Artikel der New York Post auf seiner Plattform Truth Social. Die Überschrift: „Putins Prahlerei über den Angriff“.

Die Ukraine hatte von Anfang an vehement bestritten, die Residenz angegriffen zu haben. Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte die Vorwürfe eine Lüge. Der ukrainische Auslandsgeheimdienst warf Moskau eine Desinformationskampagne vor, um die Friedensverhandlungen zu torpedieren. Auch EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sprach von bewusster Manipulation.

Gegendarstellung der Russen

Russland legte darauf angebliche Beweise vor. Admiral Igor Kostjukow, Chef des russischen Militärgeheimdiensts GRU, übergab einem Vertreter des US-Militärattachés in Moskau Navigationsdaten einer abgeschossenen Drohne samt Bauteilen. Die entschlüsselten Daten würden belegen, dass die Residenz das Ziel gewesen sei, so Kostjukow. Ein Video zeigte zudem Trümmer einer Drohne im Schnee – ohne Angaben zu Ort oder Datum.

Experten bleiben skeptisch. Das russische Verteidigungsministerium meldete zunächst 89 abgeschossene Drohnen landesweit, darunter 18 in der Region Nowgorod. Erst später wurde die Zahl auf 91 korrigiert – alle angeblich auf die Residenz gerichtet. Weder der Gouverneur von Nowgorod noch das Ministerium hatten zunächst einen Angriff auf die Residenz erwähnt. Satellitenaufnahmen der NASA zeigen keine Brände oder Explosionen in der fraglichen Region.

Trump wieder im Ukraine-Lager?

Der Vorfall ereignete sich ausgerechnet einen Tag, nachdem Selenskyj in Mar-a-Lago Optimismus über Fortschritte bei Friedensgesprächen geäußert hatte. Europäische Beamte vermuten, Putin wolle die Verhandlungen sabotieren, ohne Trump direkt zu beschuldigen. Trumps erste Reaktion war Solidarität mit Putin gewesen – doch die CIA-Erkenntnisse scheinen ihn zum Umdenken bewegt zu haben.

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