"Es reicht"

Coronakrise: “Fahrplan für die Kinder höchst an der Zeit”

Donnerstag, 21. Mai 2020 | 13:36 Uhr

Rom/Bozen – In der Coronakrise sind sie wohl die stillsten Opfer, die sich nicht wehren können: die Kinder. „Wenn wir unseren Kindern ihre sozialen Kontakte und ihr Recht auf Bildung nehmen, dann treten wir ihre Rechte mit Füßen“, so die SVP-Kammerabgeordnete Renate Gebhard, die bei der Anhörung von Ministerpräsident Giuseppe Conte am heutigen Donnerstag einen klaren Fahrplan für Kinder, Jugendliche und Familien gefordert hat, “deren Bedürfnisse von der Regierung bisher nur halbherzig und ohne erkennbare Strategie berücksichtigt worden sind.“

svp

Schritt für Schritt werden alle Zweige des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben wieder hoch gefahren. “Nur die Bedürfnisse der stillsten Opfer der Krise, der Kinder, werden weiter unter den Tisch gekehrt: Die Sensibilität für die Notwendigkeit einer Kinderbetreuung, das Recht der Kinder auf soziale Kontakte mit Gleichaltrigen und auf Bildung, und auch für das Thema des Kinderschutzes, fehlt. Auch wenn einige Ministerinnen sich sehr bemühen, eine klare Strategie fehlt”, so Gebhard.

Kinder dürfen sich im Einkaufszentrum treffen, aber nicht in der Schule

„Wenn wir nach Norden blicken, dann sehen wir, wie andere Länder den regulären Schulunterricht wieder aufnehmen“, erklärt Renate Gebhard. „Wieso soll das nicht auch in Italien möglich sein? Es gibt mittlerweile acht Regionen ohne Neuansteckungen. Wieso soll in diesen Regionen nicht ein regulärer Schulbeginn, unter Einhaltung besonderer Hygienemassnahmen, möglich sein?”

Der Umgang mit den Kinderrechten zeigt laut Renate Gebhard vor allem eines auf: “Die Widersprüchlichkeit der italienischen Regierung und die Unfähigkeit des wissenschaftlichen Komitees in diesem Zusammenhang.” „Denn was macht es für einen Sinn, wenn sich unsere Kinder im Einkaufszentrum treffen dürfen, aber nicht zusammen in die Schule gehen?“

„…für wen, wenn nicht für unsere Kinder und Kindeskinder?“

„Unsere Kinder sind die Erwachsenen von morgen“, so die SVP-Politikerin, „und wenn wir morgen auf sozial kompetente Menschen – auch in Wirtschaft und Politik – zählen wollen, dann dürfen wir die Entwicklung der Kinder nicht weiter hemmen“, fordert Gebhard eine Ausdehnung des Betreuungsnotdienstes, klare, anwendbare Richtlinien für den Sommer und – sollte Rom weiter säumig bleiben – einen eigenen autonomen Weg zur Wiederaufnahme des regulären Kindergarten- und Schulbetriebes im Herbst.

Frauenpolitik um Jahrzehnte zurückgeworfen

Nicht zuletzt gibt die SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard zu bedenken, dass in Ermangelung von entsprechenden Massnahmen die Gefahr besteht, dass durch die Coronakrise die Frauenpolitik um Jahrzehnte zurückgeworfen wird. Dem gelte es entgegen zu wirken. „Wer glaubt, dass Home Office und Smart Working mit der Kinderbetreuung zu Hause auf Dauer vereinbar sind, hat noch nie versucht mit zwei Kindern auf dem Schoß an einem längeren Text zu arbeiten“, verweist die Politikerin auf die Schwierigkeiten vieler Frauen und Mütter. „Es reicht!“, sprach daher Renate Gebhard bei ihrer Rede in der Abgeordnetenkammer die fehlende Strategie an. „Die Geduld der Kinder, der Eltern und insbesondere der berufstätigen Mütter ist jetzt am Ende.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "Coronakrise: “Fahrplan für die Kinder höchst an der Zeit”"


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natti
natti
Grünschnabel
14 Tage 11 h

…und des pathetische Gelaber nervt a…1.wenn jemand schun Kinder hot, nor weard er zuerst seine Interessen hinter die seines Kindes stellen und nit in Karriere denken, nor soll es in erster Linie sein Bedürfnis sein so h selber um die Kinder kümmern zu können und nit lei für’s Foto mochn für Facebook und Co.irgendwo abzuholen…und die Politik kannt endlich amol die Familien unterstützen, dass ein Elternteil des mochn konn, ohne drauf zu zohlen…und etwas konkretes tun, nit lei schwafeln…

andr
andr
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

Die schweiz hat gesagt so schnell wie möglich die schulen aufsperren bei uns bleibt die schule fast 8 monate geschlossen das ist doxh wahnsinn

Gustl64
Gustl64
Grünschnabel
14 Tage 8 h

In erster Linie sind die Eltern die Sorgepflicht für ihr Kinder. In dieser Krisenzeit kommt dies mal richtig zum Ausdruck. Leider wollen das einige,vor allem Frauen, nicht wahrhaben. Man ist es gewohnt, die Kinder der Schule zu übergeben, es ist auch bequem . Die Scule wird es schon machen. Geht etwas in der Erziehung daneben, dann finden die Eltern die Schuld beim Lehrer. Es bietet sich in diesen Monaten für die Erziehungsberechtigten die Gelegenheit die Stärken und Schwächen ihrer Schutzbefohlenen kennenzulernen. Das ständige Jammern und Klagen sind fehl am Platze.

Fahrenheit
Fahrenheit
Superredner
14 Tage 11 h

Guten Morgen, gnädige Frau!

Costa
Costa
Superredner
14 Tage 8 h

Ist mal angedacht worden die Musikschulen teilweise in Betrieb zu nehmen? Nicht alle Kurse werden möglich sein, aber wenn 2 Leute in 1 Raum sind, warum geht das nicht?

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