"Geltende Regeln strikt einhalten"

Coronavirus: Mehr Kontrollen und mehr Strafen in Südtirol

Dienstag, 13. Oktober 2020 | 16:36 Uhr

Bozen – In Südtirol wird es vorerst keine verschärfte Regeln zur Vorbeugung gegen die Verbreitung des Coronavirus geben. Sehr wohl aber sollen die Kontrollen noch einmal verschärft und auch Verletzungen der Regeln stärker sanktioniert werden.

Dies hat die Landesregierung in ihrer heutigen Sitzung noch einmal bekräftigt. Wie Landeshauptmann Arno Kompatscher und Gesundheitslandesrat Thomas Widmann in der anschließenden Pressekonferenz mitteilten, hat die Landesregierung die heute von der italienischen Regierung verschärften Vorbeugemaßnahmen ebenso unter die Lupe genommen wie die Infektionszahlen in Südtirol.

Regeln bleiben – mehr Kontrollen, mehr Strafen

Landeshauptmann Arno Kompatscher sieht vorerst keinen Bedarf, die bestehenden Regeln in Südtirol nachzubessern: “Wir haben die gestern durch das Dekret des Ministerpräsidenten verstärkten Regeln in Italien mit den geltenden Südtiroler Regeln verglichen und sind zum Schluss gekommen: Alle aktuell notwendigen Regeln sind schon da. Sie müssen nur eingehalten werden!” Die Landesregierung setzt nun auf stärkere Kontrollen: “Wir haben mit den Ordnungskräften bereits vereinbart, dass mehr kontrolliert wird und notwendige Strafen ausgestellt werden.” Die Landesregierung behält die Infektionszahlen täglich im Auge. “Sofern wir in einzelnen Bereichen der Gesellschaft negative Trends feststellen, werden wir an diesen Stellen punktuell und mit Verordnung des Landeshauptmanns schärfere Maßnahmen ergreifen.”

Aktuell trage insbesondere die Unachtsamkeit bei Feiern und Festen zur verstärkten Verbreitung des Virus bei. „”Im öffentlichen Nahverkehr und auch bei Sportveranstaltungen werden die Regeln laut den uns vorliegenden Rückmeldungen dagegen bis auf wenige Ausnahmen gut eingehalten”, berichtete der Landeshauptmann.

Infektionszahlen bei genauer Analyse unter Kontrolle

Grundlage für die Entscheidung der Landesregierung war auch eine von Gesundheitslandesrat Thomas Widmann vorgelegte Analyse der Infektionszahlen der vergangenen zehn Tage. Widmann gab dabei eine teilweise Entwarnung: “Die absoluten Infektionszahlen sind zwar gestiegen, aber der Großteil ist eindeutig den bestehenden Herden in einzelnen Gemeinden, Firmen oder Schulen zuzuordnen.” So lagen in den jüngsten zehn Tagen die Meldungen symptomatischer Fälle durch die Hausärzte und Notaufnahme bei maximal 25 Fällen täglich. “Damit liegen wir bei diesen routinemäßigen Kontrollen weiterhin auf dem Niveau der vergangenen Monate”, bestätigte der Gesundheitslandesrat. Rund ein Prozent aller festgestellten Infizierten komme ins Krankenhaus. Dies hätten sowohl die Daten der Infektionsherde als auch die Meldungen durch Hausärzte und Notaufnahme ergeben. “Diese Zahl ist jene, die wir im Auge behalten müssen”, sagte Widmann, “denn sie zeigt, wie hoch der Druck auf die Krankenhäuser ist.”

Test- und Bettenkapazitäten laufend erhöht

Der Landesrat erinnerte daran, dass man jetzt wesentlich besser vorbereitet sei und zielgenauer testen könne: “Von 30 Tests pro Tag zu Beginn der Epidemie sind wir jetzt bei einer Kapazität von 2500 angelangt. Wir haben die nötigen Testschleusen in den Krankenhäusern, eine ausreichende Bettenkapazität in den Intensivstationen …” Es sei nun möglich, die Herkunft der Infektionen weitgehend zuzuordnen.

“Im Frühjahr sind wir dem Eisberg hinterhergelaufen, jetzt haben wir ihn im Blick”, erklärte der Gesundheitslandesrat und zeigte sich zuversichtlich, die Testkapazität noch weiter erhöhen zu können, sobald aus Rom grünes Licht für den Vorstoß von Landeshauptmann Kompatscher komme: “Wenn die Quarantänezeit von 14 auf zehn Tage reduziert wird und vor allem statt zwei negativen Tests nur mehr einer nötig ist, werden rund 500 Tests für andere Fälle frei.”

Kompatscher und Widmann wiederholten den Appell an die Bevölkerung, die Regeln in allen Lebensbereichen zu befolgen, vor allem das Tragen von Mund-Nasen-Schutz bei Menschenansammlungen und bei Begegnungen, bei denen der Sicherheitsabstand von einem Meter unterschritten wird. “Dies gilt auch dann, wenn wir mit nur einer einzigen Person in Kontakt kommen, die nicht im gleichen Haushalt lebt”, erinnerte Kompatscher an eine der Grundregeln.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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27 Kommentare auf "Coronavirus: Mehr Kontrollen und mehr Strafen in Südtirol"


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sarnarle
sarnarle
Superredner
14 Tage 22 h

Ah perfekt, die Gäste sind weg da kann man ja wieder die ganzen Ordnungskräfte samt Militär aufs eigene Volk hetzten wie im Lock-down
Bravo

Missx
Missx
Kinig
14 Tage 21 h

@sarna
Gegen die Gäste darfst du nichts sagen. Sonst drohen sie, dass sie weg bleiben

Smirre15
Smirre15
Grünschnabel
14 Tage 22 h

Nun ich finde die Aussage von den Herren welche schon selbst OHNE Maske anzutreffen waren als ein wenig zynisch wenn genau diese dann mehr strafen wollen…… nichts desto trotz braucht es ausreichende Kontrollen ……. man kann aber auch mit Hausverstand und Aufklärung und nicht immer nur mit Strafen antworten

olter
olter
Grünschnabel
14 Tage 20 h

hausverstand und Verantwortung haben aber leider nicht mehr so viele

marher
marher
Universalgelehrter
14 Tage 21 h

Mehr Kontrollen und mehr Strafen und dann ist es getan oder wie? Wennschon plädieren für mehr mehr Eigenverantwortung und Sicherheit gegenüber den Nächsten, aber so dass es die Bevölkerung auch versteht.

Gievkeks
Gievkeks
Tratscher
14 Tage 20 h

@marher:
Ernsthaft? Mehr plädieren? Und das nach diesem Frühling/Sommer des Plädierens?

Also, wer das bis jetzt noch nicht verstanden hat, will es ganz einfach nicht verstehn.

sophie
sophie
Superredner
14 Tage 19 h

Marher

Ja nach fast 8 Monaten Corona glaube ich müsste die Bevölkerung schon mal verstehen

josef.t
josef.t
Superredner
14 Tage 16 h

Die Mehrheit hat auch verstanden, es gibt eben immer
die Besserwisser und Unverbesserlichen, und
denen haben dann, schärfere Gesetze und Strafen
zu verdanken……
Der Feind ist das Virus und nicht Wissenschaftler und
Politiker die die Pandemie irgendwie versuchen in den
Griff zu bekommen !

pingoballino1955
14 Tage 8 h

Strafen bringen Geld in die Kasse ,das ist denen das Wichtigste!

rantanplan
rantanplan
Tratscher
14 Tage 20 h

mit mehr strafen drohen, private feiern verbieten, gleichzeitig die weihnachtsmärkte planen….bin ich froh hier keine entscheidungen treffen zu müssen, wo man sich alle tage von mal zu mal selbst widerspricht….mündige bürger gibs auch noch

ghostbiker
ghostbiker
Superredner
14 Tage 19 h

Und die Weihnachtsmärkte genehmigen…i glabs net😬

wellen
wellen
Universalgelehrter
14 Tage 19 h

GANZ FALSCHES Signal Herr Kompatscher: weiterfeiern bis der Arzt kommt.Toll. Aus Sexten nix gelernt?

einesie
einesie
Tratscher
14 Tage 18 h

dieselbe partei

allesnurzumschein
allesnurzumschein
Grünschnabel
14 Tage 20 h

David gegen Goliath, eindeutig….. Mal schauen, wie lange es dauern wird, bis Conte unseren Möchtegern-Revoluzzern die Ohren langzieht 😏

PuggaNagga
14 Tage 20 h

Wichtig ist strafen! Das ist das erste was man tun sollte!🤔
😜

Fahrenheit
Fahrenheit
Universalgelehrter
14 Tage 18 h

Dann bitte auch in den Schulen kontrollieren. ODER dort die Maßnahmen sofort abschaffen!
Entweder es gibt die Regeln und Lehrer und Schüler halten sie ein, oder wir schaffen sie ab!

durchdacht
durchdacht
Tratscher
14 Tage 8 h

Mehr wia sem genau olls ingholten werd, geaht net. Zumindest ischs in der Stodt so.

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
14 Tage 18 h

Hallo zum Abend
der Südtiroler Sonderweg mit dem Kern „Einmeter sonst Maske „ hat sich bewährt und heute tausende ins Freie gelockt. Gerade in den Bergen geht sich diese Regel gut aus, es ist der Weg von Hausverstand und Vernunft
Berghofgruss aus Südtirol

Tratscher
14 Tage 18 h

„Mehr Kontrollen“ … „mehr Strafen“… Geld muss in die leeren Staatskassen. Jetzt sollte so langsam jeder Bauer dahinter kommen, woher der Wind weht. 

Bla bla blubb… Mal sehen ob sie mich erwischen wenn ich brav auf die Regeln sc*****e 😉 

Rabe
Rabe
Tratscher
14 Tage 17 h

gelten mehr Kontrollen und Strafen auch für Einbrecher und Kriminelle auch

anniho63
anniho63
Neuling
14 Tage 20 h

wer holtet sich schon drun vielleicht v 100 30 Prozent holtn sich drun Rest isches egal denken lai an sich

bislhausverstond
bislhausverstond
Grünschnabel
14 Tage 17 h

Wenn die politiker welln, dass die leit regln einholtn, noar missnse mir guatn beispiel voron gian….de kennen net privat olls verbietn, die kindor und oltn einsperrn und noar weihnachtsmärkte oholtn…. Solong i net sig, dass für OLLE is gleiche gilt, holt i mi sichor net drun

OrB
OrB
Universalgelehrter
14 Tage 18 h

Bis jetzt wurde sogut wie gar nicht kontrolliert.
Obstplatz Bozen, Disco im Burggrafenamt, typische Feierabendbier Bars in den Dörfern nur mal um einige Beispiele zu nennen.

Fuzzi
Fuzzi
Neuling
14 Tage 15 h
Da blickt ja bald keiner mehr durch. Die wissen ja selber nicht mehr, allen voran die Politiker, was sie als nächstes in die Kanone schieben und “raus schießen”. Wenn die Gastlokale jetzt um Mitternacht oder noch früher zusperren müssen, wo glaubt ihr, wo die Leute hin gehen bzw. bleiben. Da wird erst recht privat gefeiert, die Leute lassen sich nicht mehr veräppeln, was glaubt ihr, was heuer im Sommer alles abgegangen ist, von der Party am Meer bis zur Hüttengaudi am Berg, um nur zwei zu nennen, aber da hast nichts gehört, und jetzt auf einmal kommen mich die Dorfpolizisten… Weiterlesen »
Krissy
Krissy
Superredner
14 Tage 19 h

Auch auf dem Tschaiamarkt ???

isthaltso
isthaltso
Grünschnabel
14 Tage 18 h

Logisch iets konnma ober loslegen,lei mehr zu😂😂😂

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
14 Tage 8 h

Jetzt wo die Saison um ist, wird gestraft. War ja vorhersehbar. 🤔

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