Freiheitliche widersprechen Ex-Senator Karl Zeller

Das Unterland soll zusammenbleiben

Dienstag, 25. August 2026 | 16:59 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen – Mit Genugtuung reagieren die Freiheitlichen auf die jüngsten Entwicklungen rund um die geplante Neuordnung der Senatswahlkreise in Südtirol. Die aktuellen Beratungen zeigen, dass parteiübergreifend nach Möglichkeiten gesucht wird, eine Teilung des Unterlandes zu verhindern und die historisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich gewachsene Einheit des Bezirks zu erhalten.

„Es ist erfreulich, dass nun alle Möglichkeiten ausgelotet werden, um das Unterland als Ganzes zu erhalten. Genau darum muss es in dieser entscheidenden Phase gehen”, erklärt der Landesparteiobmann der Freiheitlichen, Roland Stauder.

Die Freiheitlichen hatten in den vergangenen Tagen einen konkreten „Plan B” vorgeschlagen, sollte der bisherige Senatswahlkreis Bozen-Unterland nicht mehr in seiner bestehenden Form erhalten werden können. Dieser sieht vor, das Unterland keinesfalls auseinanderzureißen, sondern geschlossen mit dem Burggrafenamt und dem Vinschgau zu einem gemeinsamen „Wahlkreis an der Etsch” zusammenzufassen.

Die Freiheitlichen begrüßen deshalb ausdrücklich, dass dieser Lösungsansatz mittlerweile auch über die Parteigrenzen hinweg diskutiert und als mögliche Alternative zur Teilung des Unterlandes in Betracht gezogen wird.

„Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen. Die Menschen erwarten zu Recht, dass die Politik nicht in parteipolitischen Grabenkämpfen verharrt, sondern Lösungen findet. Wenn es gelingt, das Unterland geschlossen zu halten und gleichzeitig eine politisch tragfähige Regelung für die Senatswahlkreise zu finden, dann ist das ein Erfolg für Südtirol insgesamt”, so Stauder.

Für die Freiheitlichen stehe deshalb in den kommenden Verhandlungen ein Grundsatz im Mittelpunkt: „Das Unterland muss zusammenbleiben. Wenn unser Vorschlag dazu beitragen kann, dieses gemeinsame Ziel zu erreichen, dann unterstützen wir jede ernsthafte Bemühung in diese Richtung.”

Verwunderung über Argumentation von Karl Zeller

Mehr als verwundert zeigen sich die Freiheitlichen hingegen über die ablehnende Haltung des ehemaligen Abgeordneten Karl Zeller zum vorgeschlagenen „Wahlkreis an der Etsch”. Zeller sieht in einer Abtrennung des Unterlandes vom Wahlkreis Bozen eine Erschwernis für die „Wahl eines autonomiefreundlichen Italieners”.

Für die Freiheitlichen bleiben in einem möglichen Wahlkreis Bozen/Leifers die Wählerinnen und Wähler selbst entscheidend. Das auf italienischer Seite einigermaßen ausgeglichene Verhältnis zwischen den politischen Lagern links und rechts der Mitte würde dazu führen, dass gerade die deutschsprachigen Wählerinnen und Wähler weiterhin das entscheidende Zünglein an der Waage sein könnten.

„Die Befürchtung, ein Wahlkreis Bozen/Leifers würde automatisch die Wahl eines autonomiefreundlichen italienischen Kandidaten erschweren, teilen wir deshalb nicht. Im Gegenteil: Bei einem knappen Verhältnis zwischen den politischen Lagern kommt es umso mehr darauf an, Kandidaten aufzustellen, die auch über die eigene Sprachgruppe hinaus Vertrauen genießen und die Interessen Südtirols glaubwürdig vertreten”, so Stauder.

Auch der Verweis auf „autonomiefreundliche Italiener” gibt für die Freiheitlichen Anlass zu einer kritischen Rückschau. So wurde unter maßgeblicher Mitwirkung Karl Zellers bei den Parlamentswahlen 2018 Maria Elena Boschi in Südtirol als Kandidatin aufgestellt, obwohl sie nicht aus Südtirol stammte, zuvor als Ministerin sogar die Abschaffung der Autonomien propagierte. „Gerade dieses Beispiel zeigt, dass nicht ein politisches Etikett entscheidend sein darf, sondern die tatsächliche Haltung eines Kandidaten zu Südtirol und seiner Autonomie”, so die Freiheitlichen abschließend.

Bezirk: Bozen

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