Lebenserwartung steigt kontinuierlich

Demografischer Wandel: Zehn Handlungsempfehlungen für Südtirol

Dienstag, 05. Juni 2018 | 16:58 Uhr

Bozen – Die Lebenserwartung steigt kontinuierlich, es gibt aber immer weniger junge Menschen. Besonders stark vom demografischen Wandel betroffen ist die Arbeit.

Haben wir auch in Zukunft genügend Arbeitskräfte? Wer pflegt die steigende Zahl an älteren Menschen? Wie lange müssen wir arbeiten? Können wir durch einen gesunden Lebensstil ein hohes Alter mit einer hohen Lebensqualität erreichen? Der demografische Wandel ist Chance und Herausforderung zugleich. “Nie zuvor haben Menschen so lange gesund gelebt, und noch nie zuvor wurden so wenige Kinder geboren, – auch wenn die Geburtenrate in Südtirol mit 1,75 immer noch wesentlich höher ist als im restlichen Staatsgebiet”, sagte Arbeits- und Soziallandesrätin Martha Stocker heute in der Pressekonferenz der Landesregierung. “Zusammen mit dem Klimawandel und der Digitalisierung gehört der demografische Wandel zu den großen Herausforderungen unserer Zeit”, fuhr sie fort und präsentierte die Handlungsempfehlungen, die eine Expertengruppe aus Vertretern von Wissenschaft, Verwaltung und Sozialpartnerschaft ausgearbeitet hat.

Ziel der Arbeitsgruppe war es, aufzuzeigen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Chancen der Bevölkerungsentwicklung zu nutzen und welche Handlungsfelder für die politische Gestaltung des demografischen Wandels wichtig sind. “Auch wenn die Geburtenrate in Südtirol noch höher ist als im restlichen Staatsgebiet, so wird die Gesellschaft natürlich auch hierzulande älter“, sagte Stocker und führte folgende Daten an: Während im Jahr 1975 noch rund zehn Prozent der Bevölkerung älter war als 65, sind es jetzt etwa 19 Prozent. Und 2030 wird ein Viertel der Südtiroler 65 Jahre alt sein oder älter. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Erwerbstätigen: Die Mitarbeiter im Handel waren 1998 im Durchschnitt noch 32 Jahre alt, heute sind sie 40, die Mitarbeiter der Landesverwaltung seien im Durchschnitt sogar schon knapp über 48.

 Arbeits- und Fachkräftebedarf

“Diese Zahlen machen deutlich, dass es genauso wichtig sein wird, ältere Menschen länger auf dem Arbeitsmarkt wie jüngere für den Arbeitsmarkt zu gewinnen”, sagte Stocker. Nur wenn der Arbeits- und Fachkräftebedarf gedeckt werden kann, könne die Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden. Um dies schaffen, müssten etwa individuelle Teilzeit- und Vorruhestandsregelungen gefunden und gefördert werden, mit denen Familie und Beruf in den verschiedenen Lebensphasen bestmöglich vereinbart werden können. Als mögliche Lösung führte die Expertengruppe die Aktiverhaltung älterer Arbeitnehmer genauso an wie die Verhinderung der Abwanderung von Fachkräften ins Ausland und die noch bessere Einbindung von Frauen und auch Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt.

“Aufgrund des demographischen Wandels und der wachsenden Zahl älterer Menschen wird die Nachfrage im öffentlichen und privaten Dienst nach qualifiziertem Personal für die zusätzlichen personenspezifischen Gesundheits-, Betreuungs- und Pflegeleistungen steigen”, sagte Stocker. Allein der Anteil der Über-75-Jährigen werde von derzeit von 9,5 Prozent auf 11,7 Prozent im Jahr 2030 steigen. “Wir brauchen deshalb natürlich auch mehr Menschen, die in diesem Bereich arbeiten wollen. Und wir müssen auch für diese sozialen Berufe über neue Arbeitszeitmodelle nachdenken, vor allem darüber, wie wir Nacht- und Wochenenddienste besser organisieren und honorieren”, erklärte die Landesrätin.

Zehn Handlungsempfehlungen

Insgesamt gibt die Arbeitsgruppe zehn Handlungsempfehlungen. Neben dem aktiven Anwerben von Fachkräften und dem Schaffen attraktiver Arbeitsbedingungen und dem Fördern einer bedarfsgerecht gestalteten und lebenslangen Ausbildung gehören dazu auch die Förderung leistbarer, innovativer Wohnformen, die Aufwertung der Berufe im Sozial- und Gesundheitssektor, die Forcierung des sozialen Ehrenamtes und der Innovation im Sozial- und Gesundheitssektor, die Steigerung des Anteils der Erwerbstätigen an der gesamten Bevölkerung, die Mobilität für die Bevölkerung aller Altersstufen sowie die Stärkung der offenen Gesellschaft und einer Aufnahmekultur und das Bewusstsein dafür, Innovation und Digitalisierung als Chance zu nutzen.

Den Auftrag an die Arbeitsgruppe hatte der Landtag im Jahr 2015 erteilt. Vor der Pressekonferenz der Landesregierung hatte Stocker die empfohlenen Maßnahmen gemeinsam mit dem Direktor der Landesabteilung Arbeit a.D., Helmuth Sinn, und dem Leiter des Instituts für Regionalentwicklung von Eurac Research, Thomas Streifeneder, im Landtag vorgestellt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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18 Kommentare auf "Demografischer Wandel: Zehn Handlungsempfehlungen für Südtirol"


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Viki
Viki
Neuling
19 Tage 3 h

Sorry – ober de handlungsempfehlungen sein nit viel wert. für des dass die orbeitsgruppe 2-3 johr zeit kop hot – kanntn die handlungsempfehlungen ruhig a bissl komplexer sein. de empfehlungen kon bold a jeder mittelschüler ogeben. 🙈

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
19 Tage 2 h

ja genau 🙂 Wie wenn man sagt “gesund essen”, hört man immer wieder aber niemand weiss genau was damit gemeint wird….

enkedu
enkedu
Kinig
19 Tage 29 Min

Hosch dir von der Martha-Mannschaft mehr erwartet? 🙈

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
18 Tage 13 h

@enkedu Ausser Schall und Rauch N I X !!!

Paul
Paul
Universalgelehrter
19 Tage 2 h

dem entgegenzuwirken werden desshalb Drogendealer reihenweise wieder laufengelassen oder. ” nur ” angezeigt .Abgesehen von den vielen beschlagnahmten Geldern sorgen sie weiter dafür dass gleich mehrere Generationen mit schweren Suchtproblemen bzw Krankheit zurechtkommen müssen , ganz zu schweigen von den unbeschreiblichen Leid der vielen zerbrochenen Familien

StevieWonder
StevieWonder
Grünschnabel
19 Tage 32 Min

Drogen sollten entkriminalisiert werden

sakrihittn
sakrihittn
Superredner
19 Tage 50 Min

Typisch linke Propaganda…nur ein Vorwand um noch mehr Ausländern die Tür zu öffnen anstatt die einheimischen Familien zu fördern und größere bezahlbare Wohnungen zu schaffen…

thomas
thomas
Universalgelehrter
19 Tage 2 h

spät, sehr spät kommt man drauf, was abgeht. Eigentlich viel zu spät. Und weiter den Kopf in den Sand stecken, dann wird’s sicherlich besser

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Tratscher
19 Tage 1 h

Unterstütz die heimischen familien anständig dann braucht man hier auch keine “aufnahmekultur”. Wenn man so schaut fúr was die politik alles geld verschwendet, dann wäre es kein problem eine anständige familienpolitik zu machen.
Japan hat auch so ein problem aber die lassen sicht nicht drausbringen. https://kopp-report.de/japan-gesunder-menschenverstand-statt-unkontrollierter-zuwanderung/

So ist das
So ist das
Superredner
19 Tage 1 h

Und wo sind die Neuigkeiten?
Ausser es steigen jetzt auch wieder die Renten der Politiker weil die Lebenserwartung steigt. 🤔

enkedu
enkedu
Kinig
19 Tage 26 Min

Und unsere liebe Martha hat wieder mal vergessen, dass es eine Landesarbeitskommission gibt, in der die Sozialpartner sitzen, die eigentlich mitreden sollten. Martha, das wird nichts mehr…..

StevieWonder
StevieWonder
Grünschnabel
19 Tage 33 Min
Fachkräftemangel entgegenwirken? Wie wäre es damit Menschen ohne Ausbildung oder Arbeitslose zu qualifizieren? In Südtirol muss endlich eine altersunabhängige Duale Ausbildung eingeführt werden, wie es in Deutschland und Österreich üblich ist. Jemand der ewig ohne wirklich Qualifizierung in die zukünftige Arbeitswelt schreitet, wird auf Dauer nicht überleben. Wir haben jetzt schon viele die in prekären Arbeitsverhältnissen gelandet sind, weil sie eine schlechte Schullaufbahn hinter sich haben, ihren alten Job nicht mehr ausführen können/wollen oder abgehängte Langzeitarbeitslose sind. Es kann doch nicht sein, dass das Leben heute mit etwas über 20 vorbei ist, wenn man etwas Pech in seinem Leben hatte.… Weiterlesen »
honakoanonung
honakoanonung
Tratscher
18 Tage 22 h

“Zusammen mit dem Klimawandel und der Digitalisierung gehört der demografische Wandel zu den großen Herausforderungen unserer Zeit”, fuhr sie fort…. dai dai dai Die Digitalisierung gehört NICHT zu den großen Herausforderungen. Dummes Geschwätz

ivo815
ivo815
Kinig
18 Tage 8 h

Selten einen passenderen Nick gesehen

prontielefonti
prontielefonti
Tratscher
18 Tage 21 h

Na schaug die Lehrerin! 😅😅

peterle
peterle
Superredner
18 Tage 21 h

Das Thema Vorruhestand ist wenig offen diskutiert. Wenn schon solche Regelungen greifen sollen muss man im Stande sein Kommissionen frei entscheiden zu lassen. Da aber auf Nationaler und Landesebene hierfür Vorgaben einzuhalten sind wird grossteils Geld verbrannt welches für chronisch Kranke und dergleichen fehlt. Wenn Personen schin in jüngeren Jahren nicht mehr voll arbeitsfähig sind soll anders entschieden werden.

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
18 Tage 13 h

Wie rührig die SVP jetzt VOR den Wahlen ist,die restliche Zeit kann man nicht sagen,dass sie fleissig war,eher s e h r träge!

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
17 Tage 6 h

“.. so lange GESUND gelebet…” hahahaha hahaha hahahaha…. Alle schlucken jede Menge Pillen und das ist GESUND leben?? hahahaha hahaha hahaha….

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