Von: Matthias Knapp
Bozen – „Die Autonomie ist ein Weg, der am 5. September 1946 begonnen hat. Um diesen Jahrestag zu feiern, lädt der Südtiroler Landtag zu einer besonderen Veranstaltung ein: ein Wandertheater, das in fünf Etappen die Geschichte der Autonomie, ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erzählt – und dabei die gesamte Bevölkerung einbezieht“, erklärte Angelo Gennaccaro, Präsident des Südtiroler Landtages, am heutigen Donnerstag bei der Präsentation der Veranstaltung, die vom Landesparlament 80 Jahre nach der Unterzeichnung des Gruber-Degasperi-Abkommens organisiert wird. Bei der Pressekonferenz vor dem Landtagsgebäude waren auch die Kuratorin des Brixen Water Light Festivals, Nina Stricker, und Vertreterinnen des Teatro Stabile Bozen anwesend.
Am späten Freitagnachmittag, 4. September 2026, dem Vorabend des historischen Datums, wird in Zusammenarbeit mit dem Teatro Stabile Bozen (TSB) und den Vereinigten Bühnen Bozen (VBB) ein Wandertheater mit dem Titel „Das Gedicht von Erde und Wasser“ gezeigt. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Magnago-Platz in der Landeshauptstadt, Beginn der Aufführung ist um 18.30 Uhr. Drei Figuren – eine deutschsprachige Frau, eine italienischsprachige Frau und ein junger ladinischsprachiger Mann –, die drei unterschiedliche Erinnerungen, drei unterschiedliche Empfindungen und drei unterschiedliche Perspektiven verkörpern, werden im Dialog die Geschichte Südtirols von der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart nachzeichnen und dabei Themen wie die Grenze, die Option, die Autonomie, das Zusammenleben und den Wert der demokratischen Teilhabe ansprechen.
Das Publikum wird die Charaktere auf einem fünf Etappen umfassenden Rundgang begleiten: Magnago-Platz, Rathausplatz, Obstmarkt, Kornplatz und Berloffa-Park. An jeder Station wird eine Szene des Textes aufgeführt, den Francesco Nicolini eigens für diesen Anlass verfasst hat. Nach einer dreistimmigen Einleitung werden die Schauspielerinnen Arianna Scommegna und Johanna Porcheddu sowie der Schauspieler Mirko Costa in den drei Landessprachen – Italienisch, Deutsch und Ladinisch – prägende Wendepunkte der jüngeren Geschichte Südtirols beleuchten. Auf dem Rundgang werden Schauspielende und Publikum musikalisch begleitet von der Brass Band Bozen Überetsch, der Banda Mascagni, dem ladinischen Duo Anita Obwegs und Philipp Schörghuber sowie der Nameless Band der Musikschule Vivaldi.
Bei der Rückkehr zum Magnago-Platz wird die Fassade des Landtagsgebäudes zur Leinwand für eine großformatige audiovisuelle Multimedia-Installation des Künstlers Marcello Arosio. Wie Nina Stricker erklärte, „wird ein einleitendes Videomapping, das unter anderem auf historisch-dokumentarischem Material basiert, das Publikum zum partizipativen Werk ‚FACES/Die Autonomie sind wir‘ begleiten. Dieses Gemeinschaftsprojekt führt die Porträts aller Bürgerinnen und Bürger zusammen, die sich beteiligen möchten, indem sie ihr Bild über einen QR-Code einsenden“.
Der QR-Code ist bereits über den Link https://ondastudio.art/faces-bolzano/ abrufbar (eine Bilddatei mit dem Code findet sich auch im Anhang). Der QR-Code wird auch über die Social-Media-Kanäle des Südtiroler Landtages (www.facebook.com/landtagconsigliocunsei/, www.instagram.com/landtagconsigliocunsei) sowie über Flyer, die im gesamten Land verteilt werden, verbreitet. Es besteht zudem die Möglichkeit, noch während der Veranstaltung selbst ein Selfie zu machen und einzusenden.
„Die Veranstaltung ‚Die Autonomie ist ein Weg‘ möchte einen institutionellen Jahrestag in ein offenes, partizipatives und kulturelles Erlebnis verwandeln. Das Projekt verbindet Theater, Musik, öffentlichen Raum und technologische Innovation, um die Geschichte der Autonomie als gemeinsames Erbe und gemeinsame Verantwortung zu erzählen“, schloss Präsident Gennaccaro und lud die Bevölkerung ein, persönlich oder mit einem Bild teilzunehmen. „Denn die Autonomie wird von uns allen mitgestaltet.“
Die Teilnahme am Wandertheater ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Etwaige besondere Bedürfnisse im Zusammenhang mit Mobilitätseinschränkungen können unter der Telefonnummer 0471/946206 gemeldet werden.
Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft der Stadtgemeinde Bozen und wird in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsamt der Stadt Bozen und der Euregio durchgeführt.




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