Aufreger kehrt zurück

Drehkreuz auf der Seceda erneut installiert

Freitag, 12. Juni 2026 | 16:51 Uhr

Von: mk

St. Ulrich – Das umstrittene Drehkreuz auf der Seceda feiert sein Comeback. Auch heuer müssen Touristen für den perfekten Schnappschuss auf dem berühmten Aussichtspunkt Bargeld springen lassen. Die betroffenen Bauern ziehen damit Konsequenzen aus dem ausbleibenden Verkehrs- und Besuchermanagement.

Es war der Aufreger im vergangenen Sommer: Die Grundbesitzer hatten im vergangenen Jahr – wohl mehr als Protest, als um wirklich Geld abzukassieren – eine Zugangsbeschränkung errichtet, die zu dem beliebten Selfie-Hotspot führt. Die Schattenseiten der Belagerung sind zertrampelte Wiesen und Müll, der entlang des Weges weggeschmissen wird.

Nach einer kurzen Pause steht die Barriere nun wieder. Wie die Tageszeitung berichtet, sperrt das solarbetriebene Drehkreuz erneut den Zugang zu dem frisch geschotterten Weg, der zu einem der weltweit bekanntesten Fotomotive der Dolomiten führt. Wer passieren will, muss fünf Euro zahlen – wahlweise mit Münzgeld oder per Kreditkarte.

Um dem Ganzen ein juristisches Fundament zu geben, haben die Bergbauern sogar eine eigene GmbH namens „Seceda Pana“ aus der Taufe gehoben. Sie betrachten ihren Grund und Boden nun quasi als privat geführtes „Freilichtmuseum“.

Neben dem Drehkreuz wurden Informationstafeln aufgestellt, die den Tausenden täglichen Besuchern die harte und mühsame Arbeit der Bergbauern auf den Hochalmen näherbringen und an den Respekt vor der Natur appellieren. Damit die Social-Media-Fans trotz Bezahlschranke auf ihre Kosten kommen, wurden eigens hölzerne Rahmen in Herzform für das perfekte Erinnerungsfoto installiert.

Kritik an ausbleibenden Seilbahn-Obergrenzen

Die Rückkehr des Drehkreuzes ist jedoch auch ein handfestes politisches Signal und drückte den Frust der Bauern aus. Diese bemängeln, dass vonseiten der Politik und der Bergbahnen zu wenig getan werde, um den Massenansturm zu regulieren. Nun nehmen die Bauern die Lenkung der Touristenströme wieder selbst in die Hand.

Bezirk: Salten/Schlern

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