Mahnwache des Südtiroler Schützenbundes

Ehrenamt in Not

Sonntag, 05. Dezember 2021 | 19:50 Uhr

Sigmundskron – Am internationalen Tag des Ehrenamtes, den 5. Dezember 2021 hat der Südtiroler Schützenbund am Eingang auf Schloss Sigmundskron ein Zeichen für das in Not geratene Südtiroler Ehrenamt gesetzt. Mit der Verlesung und Veröffentlichung eines Manifests – umrahmt von Spruchbändern und Fackeln – hat der Südtiroler Schützenbund öffentlich die argen Umstände im Ehrenamt aufgezeigt.

Der Bundesausschuss und die sieben Bezirksleitungen des Südtiroler Schützenbundes stellten sich vor dem Schlosstor in Formation zu einer Mahnwache auf. „Dieser geschichtsträchtige Ort wurde bewusst gewählt. Bereits 1957 wurden arge Umstände im Land auf diesem Schloss kundgetan. Wir geben heute ebenfalls – wie Magnago damals formulierte – unser deutsches Wort, dass wir weiter kämpfen und niemals aufhören werden, uns für unser Land einzusetzen, wenn es beschnitten und bedroht wird“, so Landeskommandant Renato des Dorides.

Nach seinen einleitenden Worten wurden sieben Spruchbänder von Majoren der Bundesleitung mit begleitenden Gedanken vorgestellt. „Ihr verschenkt das Ehrenamt an Rom, ist das der Lohn?“, „Es war einmal das Ehrenamt…“, „Ehrenamt – Fluch oder Segen für unser Land?“, „Südtiroler Ehrenamt! Wo bleibt die Autonomie?“ oder „Stärkt das Ehrenamt, nicht die Bürokratie!“ waren die Fragen und Forderungen auf einigen der sieben Spruchbänder.

Es folgte die Verlesung des Manifests durch den Landeskommandanten. Darin fordert der Südtiroler Schützenbund den Südtiroler Landtag auf, durch ein eigenes Landesgesetz das Ehrenamt in Südtirol in der bis heute bewährten Form zu retten, um nicht auch in diesem Bereich die autonomen Befugnisse aus der Hand zu geben.

Abschließend gibt der Südtiroler Schützenbund noch einen bekannten Gedanken zum Ehrenamt mit: „Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist Arbeit, die unbezahlbar ist!“

© SSB/Richard Andergassen

Ihr verschenkt das Ehrenamt an Rom, ist das der Lohn?

Im Gegensatz zu Italien ist das Ehrenamt in Südtirol eine wesentliche Stütze unserer Gesellschaft, bei dem unzählige unbezahlte Stunden unser soziales, kulturelles und gesellschaftliches Leben bereichern. Wir haben kein Verständnis für eine Politik, die uns schutzlos italienischen Gesetzen ausliefert, die unser Ehrenamt kalt stellen.

Mjr. Florian Lechner
Bezirksmajor Brixen

© SSB/Richard Andergassen

Es war einmal das Ehrenamt…

In Sonntagsreden und in Sonntagsaufmärschen schmückt sich unser Land mit seinen politischen Vertretern mit der Glanzleistung des Ehrenamtes. In der politischen Wirklichkeit und im Tagesgeschäft werden uns allerdings täglich neue Steine in den Weg gelegt. Wir sind auf dem Todesmarsch des Ehrenamtes angelangt und sagen offen: So geht es nicht mehr weiter!

Mjr. Hansjörg Eberhöfer
Bezirksmajor Vinschgau

Ehrenamt – Fluch oder Segen für unser Land?

Es sind die vielen unbezahlten Ehrenamtlichen, die mit ihrem ehrenhaften Einsatz neben Beruf, Familie und sonstiger Verpflichtungen unser Land lebenswert machen. Wir brauchen endlich eine Lobby für das Ehrenamt, damit unsere Politik uns jenen Stellenwert gibt, der uns zusteht.

Mjr. Hannes Holzner
Bezirksmajor Burggrafenamt / Passeier

© SSB/Richard Andergassen

Ehrenamt fördern oder hemmen?

Italienische Gesetze behandeln unsere ehrenamtlichen Vereine wie wirtschaftliche Betriebe und fahren damit zentralistisch und mit Gewalt über die vielen unbezahlten ehrenamtlichen Stunden drüber. Das Land Südtirol scheint einmal mehr tatenlos zuzusehen und sich mit leeren Versprechen bis zur nächsten Wahl zu retten. Wir spielen hier nicht mehr mit!

Mjr. Rudolf Lanz
Bezirksmajor Südliches Wipptal

Südtiroler Ehrenamt! Wo bleibt die Autonomie?

Unsere Autonomie mit angeblichem Modellcharakter ist begrenzt und beschnitten. Bei zentralen Themen wie dem Ehrenamt, sind wir an fremdes italienisches Gesetz gebunden. Einmal mehr zeigt sich, dass diese Autonomie in Richtung Unabhängigkeit weiterentwickelt werden muss und wir ansonsten unsere Tiroler Eigenart nicht erhalten werden.

Mjr. Egon Zemmer
Bundesgeschäftsführer

Stärkt das Ehrenamt, nicht die Bürokratie!

Bei jeder Wahl treten Politiker mit dem Versprechen an, dass Bürokratie abgebaut werden soll. Faktisch wird es mit jeder Wahl mehr Bürokratie und es bleiben leere Versprechen übrig. Diese Bürokratie zerdrückt unser Ehrenamt unter der Last realitätsfremder Politik und Verwaltung.

Mjr. Lorenz Puff
Bezirksmajor Bozen

Ehrenamt in Südtiroler Hand!

Autonomie und Selbstverwaltung bedeuten, dass wir selbst und nicht das ferne Rom über unsere Gesellschaft bestimmen. Dazu gehört das Ehrenamt als Stütze unserer Tiroler Gesellschaft. Wenn es mit Italien nicht möglich ist unsere Autonomie zu erringen, dann eben ohne Italien.

Mjr. Peter Frank
Bezirksmajor Süd-Tiroler Unterland

Manifest-Ehrenamt-in-Not

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "Ehrenamt in Not"


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Faktenchecker
1 Monat 14 Tage

Blablabla, die Rechten und Ehrenamt? Nur für Ihresgleichen.

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 15 Tage

Vollkommene Zustimmung.
Unserem Ehrenamt wird geschadet, und das hauptsächlich vom italienischen Staat!

Staenkerer
1 Monat 14 Tage

na, jo … von oll zu viel donkborkeit von seitn der politik spürt man ober nix ….

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
1 Monat 14 Tage

Fackelaufmärsche. die Symbolik der Völkischen Machtübernahme.

NEIN. NIe Wieder.

ebbi
ebbi
Universalgelehrter
1 Monat 14 Tage

Ehrenamt in Not, dem kann ich nur absolut zustimmen. Bürokratie ohne Ende, Bestimmungen, Regelungen, im Nacken immer das Gesetz und im Hinterkopf die drückende Verantwortung und Sorge “was, wenn doch mal etwas passiert”. Dazu fast wöchentlich wechselnde Corona-Bestimmungen, die Suche nach neuen Ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern. Die Verwaltungsarbeit ohne geschulte Bürofachkraft nicht mehr zu bewältigen und die Zeit für das alles muss halt neben Arbeit, Familie und Haushalt.auch erst gefunden werden.

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
1 Monat 14 Tage

Fackelaufmärsche immer.
Man gesehen, wofür die stehen.

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